Wieder verloren: Yannik Woiwod und die HSG Hanau kassierten nach der Niederlage zu Hause gegen Großsachsen (Foto) eine 21:28-Auswärtsschlappe bei der der zweiten Mannschaft des SC DHfK Leipzig. Archivfoto: Patrick Scheiber

Handball

3. Liga: HSG Hanau verliert nach katastrophalem Start in Leipzig

Handball. Eine Anfangsphase zum Vergessen hat einen Punktgewinn für die HSG Hanau bei der zweiten Mannschaft des SC DHfK Leipzig schon früh in weite Ferne rücken lassen: Nach nur einem Treffer in der Anfangsviertelstunde rannten die Hanauer den Rest der Partie einem Rückstand hinterher.

Von Robert Giese

Im zweiten Durchgang hätten die Hanauer diesen beinahe noch aufgeholt hätten. Am Ende spielte das Team von Oliver Lücke seine Überzahlsituationen aber zu schlecht aus, um die zweite Niederlage in der 3. Liga Mitte im neuen Jahr zu verhindern.

1:8-Rückstand nach 15 Minuten

„Katastrophal“ seien die ersten 15 Minuten verlaufen, gab HSG-Coach Lücke nach dem Abpfiff zu Protokoll; seine Mannschaft sei „überhaupt nicht ins Spiel gekommen“ und lag nach einer Viertelstunde schon mit 1:8 zurück. Leipzig hatte gegen die Gäste aus Hanau überraschend eine 5:1-Abwehr aufgeboten, „aber auch gegen eine solche Deckungsvariante haben wir eigentlich ausreichend Gegenmittel“, wollte Lücke das nicht als Erklärung für die Leistung seines Teams in der Anfangsviertelstunde gelten lassen.

Von diesen Gegenmitteln fruchtete an jenem Abend in Leipzig nämlich zunächst keines, im Gegenteil: „Wir haben im Angriff zu viel aus dem Stand probiert, hatten viel zu wenig Durchschlagskraft und haben dann Konter gefressen“, ärgerte sich Lücke über den hohen Rückstand zu so einem frühen Zeitpunkt. Sauer stieß dem Hanauer Trainer insbesondere auf, „dass bei uns auch ein bisschen der Wille und die Bereitschaft gefehlt haben.“

Systemumstellung mit zusätzlichem Feldspieler

Lücke nahm deshalb schon im ersten Durchgang zwei Time-Outs und brachte im Angriff schließlich einen zusätzlichen Feldspieler. „Dann lief es etwas besser“, so das Fazit des HSG-Coaches, „aber in der ersten Halbzeit hatten wir 17 Fehlwürfe und ein halbes Dutzend technische Fehler – das ist eigentlich schon für ein ganzes Spiel zu viel.“ In die Pause gingen die Hanauer daher mit einem beinahe aussichtslosen 7:15-Rückstand.

Da die Gäste im zweiten Durchgang nichts zu verlieren hatten, stellten sie auch die Abwehr um und verteidigten fortan mit einer 4:2-Deckung, die im Zusammenspiel mit dem siebten Feldspieler im Angriff nun rasch Erfolge zeigte: In den zehn Minuten nach Wiederanpfiff dominierten die Hanauer und kamen auf 13:16 heran, wenig später waren es sogar nur noch zwei Tore Rückstand.

Gegentor trotz doppelter Überzahl

In doppelter Überzahl hatte die HSG nun die große Chance, auszugleichen und die Partie eventuell zu drehen, doch es kam anders: Anstatt das Ruder an sich zu reißen, verloren sie diese Überzahlsituation mit 0:1. „Das war der Knackpunkt“, meinte Lücke, der sich allgemein darüber ärgerte, „dass unser Überzahlspiel aktuell überhaupt nicht gut funktioniert.“

Dabei bot gerade die Partie in Leipzig reichlich Gelegenheit, in Überzahl zu treffen, schließlich mussten die Sachsen neun Zeitstrafen hinnehmen, während es bei der HSG lediglich zwei waren.

Torwartleistung einziger Lichtblick

So aber setzten sich die Hausherren wieder weiter ab und hatten das Spiel spätestens vier Minuten vor Schluss entschieden, als sie mit 25:20 führten. Für die Hanauer blieb am Ende nur eine 21:28-Auswärtspleite und damit ein weiterer gebrauchter Tag, zumal sich die Personalsituation bei der HSG so bald nicht wesentlich verbessern wird.

Einziger kleiner Lichtblick war, dass Torwart Fabian Tomm, der den erkrankten Sebastian Schermuly vertrat, als Siebenmeter-Killer überzeugte und mehrere Strafwürfe parierte, aber das hatte auf das Endergebnis letztlich keinen Einfluss.

HSG Hanau: Fabian Tomm; Luca Braun (3), Marius Brüggemann (2), Björn Christoffel (9/5), Dennis Gerst (1), Henrik Graichen, Michael Hemmer (1), Yaron Pillmann (2), Jonas Schneider, Marc Strohl (1), Yannik Woiwod (2) – Schiedsrichter:Große/Hornuff – Siebenmeter: DHfK II 5/2, HSG 6/5 - Zeitstrafen: DHfK II 9, HSG 2 –Zuschauer: 100

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