Gutes Rückzugsverhalten: Gerade Außenspieler wie Björn Christoffel müssen am Sonntag gegen Baunatal hellwach sein und nach eigenem Torabschluss schnell umschalten. Archivfoto: TAP

Handball

3. Liga: HSG Hanau ist vor strauchelnden Gästen gewarnt

Handball. Nachdem die HSG Hanau am vergangenen Wochenende in der 3. Liga Mitte die erste Heimniederlage seit über einem halben Jahr hinnehmen musste, steht für das Team von Olli Schulz am Sonntag ab 17 Uhr schon das nächste Heimspiel auf dem Programm.

Von Robert Giese

Zu Gast in der Main-Kinzig-Halle ist dann der Tabellenzehnte GSV Eintracht Baunatal, der einige unruhige Wochen hinter sich hat – Durststrecke bei den Ligaspielen und Trainerwechsel inklusive.

Seit mittlerweile sechs Spielen hat Baunatal nicht mehr gewonnen, und diese Negativserie hatte in der Vorwoche schließlich personelle Konsequenzen, als Matthias Deppe von seinem Traineramt zurücktrat. Seitdem führt der bisherige Co-Trainer Dennis Weinrich Regie, doch auch im ersten Spiel mit ihm auf der Trainerbank gelang dem GSV kein Sieg: In eigener Halle unterlag Baunatal der zweiten Mannschaft aus Leipzig in der Vorwoche mit 29:32.

HSG ist gewarnt

„Sie haben einen kleinen Negativlauf“, hat auch HSG-Rechtsaußen Björn Christoffel beobachtet, will das Spiel gegen die Nordhessen deswegen jedoch keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. „Sie haben einerseits Spieler dabei, die den Unterschied machen können“, so der Hanauer Linkshänder, der damit vor allem auf die aus Felix Geßner und Sven Vogel bestehende Baunataler Flügelzange und Spielmacher Marvin Gabriel anspielt, „aber sie sind auch in der Breite sehr gut besetzt“.

Nicht nur einzelne, herausragende Spieler seien die Stärke der Nordhessen, sondern vielmehr die Ausgeglichenheit des Kaders, welche dem Tabellenzehnten viele Möglichkeiten eröffne. „Sie sind mit ihren schnellen Außen gefährlich im Tempospiel über die Erste Welle, spielen gut über den Kreis, sorgen aber auch aus dem Rückraum für Gefahr“, warnt Christoffel vor der Vielseitigkeit des Tabellenzehnten, der dem Zweitliga-Absteiger TV Großwallstadt damit ein Unentschieden abtrotzen konnte.

„Zu Hause wollen wir selbstverständlich nicht verlieren“

Um zumindest die Gegentore nach Tempo-Gegenstößen so gut wie möglich zu verhindern, sei daher ein gutes Rückzugsverhalten unerlässlich – eine Aufgabe, die gerade auf Christoffel auf Rechtsaußen zukommen wird, dessen direkter Gegenspieler Geßner in den Vorjahren häufig unter den besten Torschützen der Liga war.

Der Linkshänder ist dennoch zuversichtlich, „dass wir Baunatal knacken können“, schließlich habe das Trainerteam schon einen entsprechenden Matchplan ausgearbeitet. „Wenn wir uns auf unsere Stärken fokussieren, unsere Spielzüge geduldig und auf den Punkt zu Ende spielen, stellen wir sie vor Probleme.“ In eigener Halle will sich die HSG zudem nicht lumpen lassen und die knappe Niederlage gegen Großwallstadt möglichst schnell wieder wettmachen: „Zu Hause wollen wir selbstverständlich nicht verlieren, da heißt es Vollgas voraus!“

„Das geht im Handball sowieso nicht“

Bei ihrem Vollgas-Handball hat die HSG aktuell freilich nicht die ganze Mannschaft an Bord, denn neben den drei Spielern, die mit einem Kreuzbandriss ausfallen, muss momentan auch Jan-Eric Ritter immer noch vom Spielfeldrand aus zuschauen. „Für uns ist das selbstverständlich ein harter Schlag“, kommentiert Christoffel die schier unglaubliche Verletztenserie bei den Hanauern.

Die immer neuen Hiobsbotschaften hätten auch Spuren bei den Spielern hinterlassen, die nicht verletzt seien. „Angesichts der vielen Ausfälle machen wir uns im Team schon Gedanken, wie es dazu kommt, genauso wie das Trainerteam.“ Letzten Endes hätten aber sehr unterschiedliche, unglückliche Situationen zu den Verletzungen geführt, weshalb die HSG „nicht mit Angst ins nächste Spiel geht – das geht im Handball sowieso nicht“.

Lob für den Neuzugang

Personell sind die Hanauer nach der Verpflichtung von Luca Braun jetzt personell wieder besser aufgestellt, der knapp zwei Meter große Linkshänder eröffnet der HSG zudem auch ganz neue spielerische Optionen (siehe Meldung auf dieser Seite). „Er bringt eine Menge Wurfkraft aus dem Rückraum mit, was uns noch ein Stück nach vorne bringen kann“, glaubt Christoffel, „auch wenn er in die Abläufe und Mechanismen bei uns erst noch eingebunden werden muss.“

Der Eindruck aus den ersten gemeinsamen Trainingseinheiten mit dem Neuzugang sei aber „richtig gut. Er ist ein super Typ, der uns sicher bald weiterhelfen kann.“

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