Er kennt sich aus mit Derbys beim TV Gelnhausen: HSG Hanaus Keeper Fabian Tomm hat mit der A-Jugend der Grimmstädter reichlich Erfahrung mit Lokalduellen in der Barbarossastadt gesammelt. Archivfoto: Roland Adrian

Handball

3. Liga: HSG Hanau startet in Gelnhausen in die Derby-Wochen

Handball. Für die HSG Hanau sind in der 3. Liga Mitte heiße Derby-Wochen angebrochen, denn bevor die Hanauer am 15. November die HSG Rodgau Nieder-Roden empfangen, müssen sie am Samstag um 19.30 Uhr zum TV Gelnhausen reisen.

Von Robert Giese

Als wäre das Derby mit den Barbarossastädtern nicht schon brisant genug, bekommt es durch die aktuelle Tabellensituation noch einmal eine ganz besondere Würze, denn Hanau und der TVG liegen in der Tabelle gleichauf.

Torwart Fabian Tomm feiert Derby-Premiere bei den Senioren

11:11 Punkte weisen beide Teams auf und liegen damit im Mittelfeld der Tabelle, und da die beiden Vereine diesmal sowohl räumlich als auch in der Tabelle ganz nah beieinander liegen, dürfte die Atmosphäre beim Spiel noch hitziger sein als ohnehin schon. Für den Hanauer Torwart Fabian Tomm, der seine erste komplette Saison bei der Drittliga-Mannschaft bestreitet und die Derbys noch aus seiner Zeit in der A-Jugend-Bundesliga kennt, ein absolutes Highlight: „Das wird sicher ein harter Kampf, es werden viele Zuschauer in der Halle sein und auch sehr viele Emotionen, und deshalb freue ich mich auf dieses Spiel.“

Ein Derby sei keinesfalls eine Partie wie jede andere, das sei in den Köpfen der Spieler immer präsent. Tomm weiß dabei auch um die Heimstärke der Gelnhäuser, betont aber, „dass bei einem Derby die Karten neu gemischt werden.“ Der TVG hat vor eigenem Publikum in dieser Saison ohnehin schon mehrere Gesichter gezeigt: Hohe Heimsiege oder der Triumph über den Zweitliga-Absteiger TV Großwallstadt wechselten sich mit eher enttäuschenden Auftritten wie dem 29:29 gegen den Tabellenletzten HSC Bad Neustadt ab, der damit seinen bisher einzigen Punktgewinn feiern konnte.

TV Gelnhausen mit Höhen und Tiefen

Die schwankenden Leistungen der Gelnhäuser dürften der HSG gerade recht kommen, schließlich ist die HSG nach drei Heimniederlagen in Folge und dem Trainerwechsel momentan auch alles andere als gefestigt. Die Unruhe habe der Motivation jedoch keinen Abbruch getan, wie Tomm versichert: „Als Team halten wir sowieso zusammen, und sobald ein Derby vor der Tür steht, sind ohnehin alle zu 110 Prozent motiviert – aber anders kann man ein Derby auch nicht gewinnen.“

Tomm selbst und sein Torwartkollege Sebastian Schermuly könnten dabei im Fokus stehen, schließlich bilden sie die letzte Verteidigungslinie zwischen dem Gegner und dem eigenen Tor. Auf Gelnhausen und dessen auffälligste Torschützen – allen voran Dennis Weit, der mit aktuell 57 Saisontoren der erfolgreichste Torjäger des TVG ist – bereiten sich die Hanauer Schlussmänner gezielt vor. „Wir schauen da nach gewissen Auffälligkeiten oder ob sie unter Druck gerne in eine bestimmte Ecke werfen“, verrät Tomm, „und versuchen dann, im Zusammenspiel mit unserer Abwehr die hoffentlich richtige Lösung zu finden.“

Tomm nimmt Trainerwechsel entspannt

In seiner relativ kurzen Zeit bei den Aktiven hat der junge Hanauer Torwart nun bereits den dritten Cheftrainer, für ihn ergeben sich dadurch aber keine allzu großen Änderungen. „Für individuelles Training bin ich nach wie vor bei der A-Jugend“, erzählt Tomm, „und generell ist es für mich einfach wichtig, wenn ich im Training möglichst viele Bälle aufs Tor bekomme.“

Wie auf Schermuly kommen auch auf Tomm unter dem neuen Cheftrainer Oliver Lücke andere Anforderungen als zuvor zu. „Während bei einer 3:2:1-Abwehr eher von Außen oder vom Kreis abgeschlossen wird, gibt es bei der 6:0, die wir jetzt wieder spielen, mehr Würfe aus dem Rückraum“, so Tomm, „da ist es wichtig, auf diese Distanzwürfe aufzupassen.“

Tempospiel forcieren

Auch nach dem Wurf des Gegners müssen die Hanauer Schlussmänner blitzschnell reagieren und so früh wie möglich den eigenen Angriff einleiten. „Unser Tempospiel muss wieder mehr kommen“, weiß Tomm, ist aber zuversichtlich, dass sein Team durch die Abwehrumstellung wieder besser ins Umschaltspiel kommen wird – und will dabei eine gute Rolle spielen: „Für mich heißt das, dass ich den Ball noch schneller rausholen muss, um unser Tempospiel zu forcieren.“

Wie erfolgreich die HSG damit sein wird, muss sich am Samstagabend zeigen. Am vergangenen Wochenende zumindest zeigten die Hanauer schon gute Ansätze. Die Grimmstädter müssen in Gelnhausen zwar voraussichtlich auf Rückraumspieler Michael Hemmer verzichten, der unter der Woche im Training umgeknickt ist, möchten aber dennoch etwas Zählbares aus der Barbarossastadt mitnehmen: „Wir wollen“, stellt Tomm klar, „den Sieg.“

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