Derby-Vorfreude: Yaron Pillmann und die HSG Hanau treffen in der kommenden Saison der 3. Liga wieder auf Björn Pape und den TV Gelnhausen – allerdings in der Mitte-Staffel. Archivfoto: TAP

Hanau

3. Liga: HSG Hanau spielt in Mitte-Staffel

Handball. Alle Jahre wieder werden die insgesamt 64 Mannschaften der 3. Liga auf vier Staffeln verteilt und dabei oft kräftig durchgemischt – so auch in der kommenden Saison.

Von Robert Giese

Für die HSG Hanau wird sich in der kommenden Spielzeit allerdings nicht allzu viel ändern, denn gegen die meisten künftigen Kontrahenten mussten die Hanauer bereits in der vergangenen Saison antreten. Die beiden größten Änderungen sind ein neuer Name für die Staffel und ein äußerst attraktives Derby.

Bisher trat die HSG immer in der Ost-Staffel an – obwohl die Brüder-Grimm-Stadt bekanntermaßen eher in der geografischen Mitte Deutschlands liegt. Dass auch viele der anderen Teams aus der Staffel nicht aus dem Osten Deutschlands kommen, berücksichtigt die Staffelbezeichnung daher ab der kommenden Saison, denn künftig startet Hanau in der Staffel Mitte.

Fünf Neuzugänge

Das ist übrigens nicht die einzige neue Bezeichnung bei den künftigen Staffeln, denn statt einer West- und einer Nord-Staffel gibt es nun eine Nord-West- und eine Nord-Ost-Staffel, lediglich der Süden behält seine Bezeichnung. Abgesehen von dieser geografischen Spitzfindigkeit ändert sich für Hanau jedoch nicht allzu viel, denn gegen zehn der künftigen Gegner hat die HSG auch schon in der vergangenen Saison gespielt.

Die fünf Neuzugänge sind ebenfalls keine gänzlich unbeschriebenen Blätter: Mit dem Northeimer HC, dem TV Großwallstadt, dem HSC Bad Neustadt und dem TV Kirchzell hat Hanau schon in früheren Spielzeiten die Klingen gekreuzt, und auch der HC Elbflorenz ist in der Brüder-Grimm-Stadt kein Unbekannter – allerdings ist es diesmal die zweite Mannschaft der Dresdner, mit der sich die Hanauer messen müssen.

Weiterhin viele Derbys

Der Trip in die sächsische Landeshauptstadt wird in der kommenden Saison mit insgesamt 900 Autobahnkilometern auch die weiteste Auswärtsfahrt für die HSG, die alles in allem aber nur wenige weite Reisen vor der Brust hat: Bei der Hin- und Rückfahrt nach Leipzig müssen rund 750 Kilometer abgespult werden, die Fahrt nach Northeim schlägt mit insgesamt etwa 500 Kilometern zu Buche, die restlichen Auswärtsfahrten sind deutlich kürzer. „Die Reisestrapazen sind verkraftbar“, urteilt daher auch Olli Schulz, der neue Trainer der HSG, „und bei den vielen kurzen Auswärtsfahrten hoffen wir, dass der Blaue Block uns auch auswärts oft unterstützen wird.“

Fans und Spieler der HSG können sich in der kommenden Saison nämlich auf viele Derbys freuen, denn auch wenn es Spiele gegen die SG Bruchköbel nach dem Abstieg der SGB erst einmal nicht mehr geben wird, so werden die Hanauer doch weiter mit den Lokalrivalen aus Gelnhausen und Nieder-Roden duellieren. „Für die Vereine in der Region ist das selbstverständlich toll“, freut sich Schulz bereits auf insgesamt knapp ein Dutzend Saisonspiele mit Derbycharakter, denn neben Gelnhausen und Nieder-Roden sind auch die Wege nach Groß-Bieberau, Dutenhofen, Kirchzell und Großwallstadt relativ kurz.

Favoriten auf den Titel

Mit dem TV Großwallstadt haben die Hanauer in der kommenden Saison zudem einen Gegner vor der Brust, der nicht nur aus der Region stammt, sondern auch den unmittelbaren Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga anpeilen dürfte. „Das ist ein Verein mit einem klangvollen Namen und viel Renommee, zu dem man immer noch aufschaut“, betont Schulz, der sich auf die Duelle mit einem „sehr interessanten Gegner“ bereits freut. Den TVG zählt Schulz neben der SG Nußloch auch zu den Favoriten auf den Meistertitel.

Über die eigene Rolle – einige Konkurrenten sehen die Hanauer durchaus ebenfalls als möglichen Kandidaten für den Kampf um die Tabellenspitze – äußert sich Schulz hingegen vorsichtiger: „Ich kenne die meisten der anderen Teams und weiß, dass die Liga qualitativ gut besetzt ist. Es wird in der kommenden Saison keine Spaziergänge geben und die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass man schnell um drei oder vier Plätze abrutschen kann, wenn man ein paar entscheidende Spiele verliert.“

Nach ihren personellen Verstärkungen wollen sich die Hanauer aber auch nicht unnötig kleinreden und hegen durchaus Ambitionen, die beiden vermeintlichen Favoriten nicht einsam ihre Kreise ziehen zu lassen.

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