Viele Lücken hat Coach Oliver Lücke im Kader der HSG Hanau zu stopfen. Vor dem Spiel in Leipzig muss er nun auch um Stammkeeper und Kapitän Sebastian Schermuly bangen. Archivfoto: TAP

Handball

3. Liga: HSG Hanau setzt in Leipzig auf die eigene Jugend

Handball. Mit der Partie bei der zweiten Mannschaft des SC DHfK Leipzig steht für die HSG Hanau am Samstagabend eine der weitesten Auswärtsfahrten der Saison an. Die Reise nach Sachsen wird der Drittligist nur stark ersatzgeschwächt antreten können, schließlich gehen die Hanauer mal wieder auf dem Zahnfleisch.

Von Robert Giese

Das Team von Oliver Lücke will aber noch enger zusammenrücken, auf die eigenen Talente setzen und den Erfolg aus dem Hinspiel nach Möglichkeit wiederholen.

Ritter fehlt mindestens sechs Wochen

Das Verletzungspech bleibt der HSG auch im neuen Jahr treu: Die erste Partie des neuen Jahres war noch nicht beendet, da musste der Hanauer Spielmacher Jan-Eric Ritter bereits vom Feld humpeln. Der Rückraumspieler hatte sich im Spiel gegen Großsachsen unter anderem ein Außenband im Knöchel gerissen und wird seinem Team mindestens sechs Wochen fehlen.

Der Mittelmann ist freilich nicht der einzige Ausfall bei der HSG, die neben den drei Langzeitverletzten auch auf den erkrankten Lucas Lorenz sowie auf Maximilian Bergold (Bänderriss) verzichten muss. Ein dickes Fragezeichen steht auch hinter dem Einsatz von Sebastian Schermuly, der unter der Woche flach lag.

Bei derart vielen Ausfällen könnte dem ein oder anderen mulmig werden, aber Torwart Fabian Tomm strahlte vor der Partie Zuversicht aus: „Wir haben trotz allem ein Team mit jeder Menge Qualität“, betonte der junge Schlussmann, der dennoch hofft, dass zumindest sein erfahrener Kollege Schermuly bis Samstag wieder halbwegs fit ist und die Reise nach Leipzig mit antreten kann.

A-Jugendliche springen ein

Die Lücken im Kader füllen sollen junge Spieler, die teilweise aus der A-Jugend nachrücken: Am Kreis soll erneut Henrik Graichen Yannik Woiwod unterstützen, für den Rückraum ist der A-Jugendliche Jonas Schneider eingeplant, der in der Hinrunde schon Drittliga-Luft geschnuppert hat. „Möglich, dass noch weitere Spieler aus der A-Jugend mit dabei sind“, wollte Tomm nicht ausschließen, dass die Hanauer noch das ein oder andere Talent zusätzlich in den Bus nach Leipzig stecken.

Dort wird die HSG trotz ihrer unfreiwilligen Verjüngungskur auf einen Gegner treffen, dessen Team einen deutlich niedrigeren Altersschnitt hat, denn die zweite Mannschaft der Leipziger ist die Talentschmiede ihres Bundesliga-Teams. Diese Unerfahrenheit wollen die Hanauer ausnutzen: „Das ist ein Gegner, der Probleme bekommt, wenn man ihn über eine bestimmte Schwelle treibt“, merkt Tomm an. Im Hinspiel hatte die HSG den Leipzigern schon früh in der Partie den Zahn gezogen und schließlich einen 35:22-Kantersieg gefeiert.

„Ich glaube zwar nicht, dass das Rückspiel auch so eine klare Angelegenheit wird“, schränkt der Hanauer Schlussmann ein, „aber wenn wir unseren Stiefel herunterspielen, können wir gewinnen – zumal Leipzig in der vergangenen Woche klar in Northeim verloren hat.“

Lange Anreise ein Problem?

Um einen Auswärtssieg zu feiern, müsse sein Team die lange Anreise allerdings gut überstehen: „So eine lange Fahrt ist immer schwierig, da müssen wir beim Anpfiff auf den Punkt da sein.“ Außerdem sei es gerade im Hinblick auf die eher schwache Defensivleistung im vergangenen Spiel wichtig, in der Abwehr stabiler zu stehen. „Unter der Woche haben wir das noch einmal trainiert, damit der Innenblock sich wieder besser findet“, gibt Tomm einen Einblick in den Trainingsalltag.

Auf eben jenen Block und den Torhüter dahinter dürfte es am Samstagabend ankommen, denn mit Julius Meyer-Siebert haben die Leipziger einen sehr torgefährlichen Distanzschützen in ihren Reihen, der es bisher bereits auf 89 Feldtore bringt. Die Hanauer Torhüter haben sich im Vorfeld allerdings das Schussbild des Leipziger Torjägers angeschaut und sind daher gut vorbereitet auf den Shooter der Sachsen.

Beispiel in Hinspiel nehmen

„Einige Spieler werden zwar immer ein paar Tore machen“, räumt Tomm ein, „aber wenn das Zusammenspiel zwischen Torhüter und Abwehr funktioniert und wir ihn aggressiv angehen, können wir ihn unter Kontrolle bekommen.“ Im Hinspiel hatte die HSG das bereits eindrucksvoll demonstriert, denn damals war Meyer-Siebert kein Faktor und erzielte lediglich zwei Treffer – geht es nach den Hanauern, darf das gerne nicht die einzige Parallele zum ersten Duell mit Leipzig bleiben.

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