Mit Leib und Seele Coach der HSG Hanau: Patrick Beer muss mit seinen Schützlingen nach Erlangen reisen, was sein vorletztes Auswärtsspiel als Trainer der Grimmstädter ist. Archivfoto: TAP

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3. Liga: HSG Hanau muss am Samstag mental auf der Höhe sein

Handball. Der nächste, bitte! Nachdem die HSG Hanau am Sonntag dem designierten Meister ThSV Eisenach beide Punkte abgeluchst hat, reisen die Grimmstädter mit breiter Brust zum Tabellendritten HC Erlangen II, oder?

Von Julia Meiss

Pustekuchen, wie Coach Patrick Beer betont. „Ich glaube, wir müssen uns mehr mit uns selbst beschäftigen und den Coup vom Sonntag aus den Köpfen rausbekommen. Das wird kein Selbstläufer“, nimmt er seine Schützlinge vor dem Gastspiel am Samstag um 18 Uhr in Erlangen in die Pflicht.

Die Tugenden, die den Hanauern den Sieg über den Tabellenführer beschert haben, sollen aber auch in Erlangen auf das Parkett gebracht werden. „Wir haben überdurchschnittlichen Einsatz gezeigt, jeder Spieler war bereit, ein oder zwei Meter mehr zu laufen. Wir müssen da weitermachen, wo wir letzte Woche aufgehört haben“, fordert Beer, der nämlich einen hochmotivierten Gegner erwartet.

Das Spiel wird kein Selbstläufer

„Erlangen will den dritten Tabellenplatz verteidigen und ein Sieg gegen uns bedeutet einen Konkurrenten weniger“, sagt der HSG-Coach mit Blick auf die Tabelle. Die vier Teams zwischen Platz drei und sechs trennt nämlich nur ein Punkt, mittendrin auf Rang fünf die HSG Hanau mit 29:23 Punkten. Genau die gleiche Ausbeute kann der Tabellensechste HSG Rodgau Nieder-Roden vorweisen, gegen den die Grimmstädter den direkten Vergleich gewonnen haben. Erlangen hingegen ist punktgleich (30:22) mit der SG Leutershausen. Eine Tabellenkonstellation, die trotz der entschiedenen Meisterschaft Spannung bis zum Saisonende verspricht.

Außerdem dürfte der HC Erlangen II nach der Niederlage am vergangenen Wochenende gegen die SG Leipzig II (21:29) besonders angestachelt sein, war es die erste Pleite seit 16. Februar. Besonders der Rückraum der Bundesliga-Reserve mit Jonas Schletterer, Benedikt Kellner und Jakob Hoffmanns ist laut Beer brandgefährlich. Und dann ist da natürlich noch Kreisläufer Sergej Gorpishin, der bei der Weltmeisterschaft in diesem Jahr für Russland spielte und internationale Erfahrung vorweisen kann.

HSG muss beim Tabellendritten wieder mental auf der Höhe sein

Beim HC Erlangen wird der 21-Jährige zwar im Kader des Bundesligisten geführt, steht aber bei der Reserve auf der Platte. Alles in allem eine gefährliche Achse, bei der die Abwehr der Hanauer jederzeit auf der Hut sein muss.Immerhin kann Patrick Beer wahrscheinlich mit voller Kapelle nach Erlangen reisen. Einzig hinter Lucas Lorenz steht aus beruflichen Gründen ein Fragezeichen. Dieser fehlte bereits bei der 29:31-Hinspielniederlage in der heimischen Main-Kinzig-Halle, wie so viele andere auch.

Damals schlug sich die Beer-Sieben mit vielen Verletzten herum und kassierte aus Sicht des Trainers „eine verdiente Niederlage“. Diesmal soll es anders laufen, auch sind die personellen Voraussetzungen andere. Wichtig sei die mentale Einstellung, wie der Übungsleiter immer wieder sagt: „Es liegt alleine an uns. Ich will den Gegner damit nicht kleinreden, aber wir müssen mit der richtigen Einstellung hinfahren.“

Patrick Beer ist mit HSG Hanau auf Abschiedstour

Dass es für Patrick Beer das vorletzte Auswärtsspiel als Trainer der HSG Hanau ist, will der Coach noch nicht so ganz wahrhaben. „Das ist schon komisch, dass ich nur noch vier Wochen Trainer der HSG Hanau bin“, sinniert der mehrjährige Übungsleiter über seinen bevorstehenden Abschied. „Ich denke, dass es dann ab Mai schwierig wird.“ Noch vier Spiele stehen in dieser Saison aus, in denen Patrick Beer auf der Auswechselbank der HSG Hanau Platz nimmt, dann bricht eine neue Ära an. Immerhin kann sich der Erfolgscoach mit einem Heimspiel verabschieden, denn am Samstag, 4. Mai, beendet die HSG die Saison mit dem Duell gegen die SG Leipzig II in der eigenen Halle.

Das ist allerdings noch Zukunftsmusik, denn nun wartet erstmal der HC Erlangen II auf die Grimmstädter, die ihrem Coach zum Abschluss einer langen Spielzeit noch möglichst viele Siege schenken möchten. Angefangen in Erlangen.

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