Weiße Heimweste gewahrt: Henrik Graichen (am Ball) und die HSG Hanau haben gegen den Tabellenletzten HSC Bad Neustadt mit 26:21 gewonnen. Foto: TAP

Handball

3. Liga: Hanau lässt bei 26:21 gegen Bad Neustadt Youngster ran

Handball. Die HSG Hanau hat am Sonntagabend ihre weiße Weste in eigener Halle bewahrt und auch gegen den HSC Bad Neustadt gewonnen. Gegen den Tabellenletzten der 3. Liga Mitte schien es zunächst so, als hätten die Hanauer gegen den punktlosen Aufsteiger leichtes Spiel.

Von Robert GieseAls der überragende Michael Hemmer nach gut zwölf Minuten zum 7:4 für die Hausherren traf, sah es für Hanau tatsächlich nach der erwartet leichten Aufgabe aus: Das Schlusslicht aus Bad Neustadt hatte sich bis dahin offensiv relativ harmlos und defensiv extrem anfällig gezeigt, sodass sich die HSG sogar den Luxus erlauben konnte, einige hochkarätige Chancen fahrlässig zu vergeben. Aus dem sich anbahnenden Kantersieg gegen den Aufsteiger wurde allerdings nichts, weil die Gastgeber insbesondere im ersten Durchgang nicht konsequent genug waren, um sich entscheidend abzusetzen und den Willen des Tabellenletzten frühzeitig zu brechen.

Ob Tempo-Gegenstöße, Durchbruchsituationen oder gute Gelegenheiten vom Kreis oder über Außen – die Hanauer ließen sich in der ersten Hälfte wenig Gelegenheiten entgehen, Gästetorwart Felix Schmidl warmzuwerfen. Das Team von Olli Schulz verpasste es daher, für eine frühe Vorentscheidung zu sorgen: Nach der 7:4-Führung kam der HSC wieder auf ein Tor heran, wenig später setzte sich Hanau gar auf vier Treffer ab, ging aber nur mit einer 12:10-Führung in die Pause.

Eine stabile Defensive

Dass die Hausherren überhaupt führten, hatten sie neben ihrer stabilen Defensive vor allem Hemmer zu verdanken, der nicht nur selbst zielsicher abschloss, sondern auch die HSG-Kreisläufer stark in Szene setzte. Nach einer offensiv insgesamt durchwachsenen ersten Hälfte steigerten sich die Gastgeber nach dem Seitenwechsel allerdings, zeigten jetzt mehr Zug zum Tor und warfen rasch einen Fünf-Tore-Vorsprung heraus. Bad Neustadt sorgte im Angriff über Franziskus Gerr, der sich am Kreis mit seiner imposanten Physis viele Chancen erarbeitete, zwar immer wieder für Gefahr, war in der Abwehr aber viel zu passiv, um den Hanauern erfolgreich Paroli bieten zu können. Als Gerr nach gut 40 Minuten die Rote Karte sah – er hatte zuvor Matthias Schwalbe bei einem erweiterten Tempo-Gegenstoß ungestüm umgecheckt – fiel der HSC kurzzeitig regelrecht auseinander, zehn Minuten vor dem Abpfiff hatten Hemmer und Co. folglich eine 23:14-Führung herausgeworfen.

Schulz wechselte zu diesem Zeitpunkt durch und ließ vor allem die Youngster Erfahrung sammeln, wobei Jonas Schneider nicht nur wegen seiner beiden Treffer den besten Eindruck hinterließ. Insgesamt ging – sei es durch die Wechsel, sei es durch die hohe Führung – bei der HSG etwas der Spielrhythmus verloren, wodurch die Gäste noch reichlich Ergebniskosmetik betreiben konnten.

Sieg nicht in Gefahr

Der 26:21 (12:10)-Heimsieg der Hanauer geriet durch das Aufbäumen aber nicht mehr in Gefahr.„Dass wir am Ende einen 1:5-Lauf haben, schmerzt schon“, meinte Schulz anschließend, insgesamt habe sein Team phasenweise die letzte Konsequenz vermissen lassen.

Daran, dass sich Hanau verdient durchgesetzt hatte, ließ aber auch Gästecoach Frank Ihl keinen Zweifel: „Das Ergebnis ist noch geschönt, wenn man bedenkt, dass wir schon mit neun Toren zurücklagen. In der ersten Hälfte haben wir zwar noch gut dagegen gehalten, aber in der zweiten Halbzeit dann zeitweise das Handballspielen eingestellt.“

HSG Hanau:Sebastian Schermuly, Fabian Tomm; Maximilian Bergold, Marius Brüggemann (2), Björn Christoffel (2), Dennis Gerst (2), Henrik Graichen, Michael Hemmer (5), Lucas Lorenz (3), Michael Malik (2/1), Yaron Pillmann (5), Jonas Schneider (2), Matthias Schwalbe (1), Marc Strohl, Yannik Woiwod (2) – Schiedsrichter:Czommer/Marin – Siebenmeter: HSG 1/1, HSC 0/0 – Zeitstrafen:HSG 2, HSC 2 – Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Gerr (HSC, 43., grobes Foul) – Zuschauer: 375

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema