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Zum Vergessen: Nicht nur die Tatsache, dass sich Maximilian Bergold (am Ball) an der Schulter verletzte machte die Auswärtsfahrt nach Baunatal zu einer sportlichen Katastrophe. Die HSG Hanau musste nach 7:19-Rückstand letztlich mit 25:31 die Segel streichen.

3. Liga: HSG Hanau

Hanauer kassieren 25:31 Niederlage in Baunatal

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Die Drittliga-Handballer der HSG Hanau sind am Samstagabend beim GSV Eintracht Baunatal leer ausgegangen: Nach einer ganz schwachen Viertelstunde vor der Halbzeitpause lagen die Hanauer beim Seitenwechsel bereits uneinholbar mit 7:19 zurück, nachdem die Nordhessen die HSG zuvor förmlich überrannt hatten.

Den Endstand konnten die Gäste mit 25:31 zwar noch etwas erträglicher gestalten, mehr als Ergebniskosmetik war das jedoch nicht. Wie Bill Murray in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ muss sich der Hanauer Trainer Oliver Lücke vor der Halbzeitpause vorgekommen sein, denn vor seinen Augen wiederholte sich der immer gleiche, grausame Ablauf wieder und wieder: Fehlwurf Hanau, Tempo-Gegenstoß Baunatal, Gegentor. 

Als die Schiedsrichter die erste Hälfte endlich abpfiffen, hatten die Gäste einen 1:11-Lauf hinnehmen müssen, der sie jeglicher Siegchancen beraubte. „Wir waren in dieser Phase im Angriff überhaupt nicht überzeugend, haben uns schlechte Abschlüsse genommen und uns schließlich ein Stück weit aufgegeben“, meinte Lücke resigniert zu dem, was sein Team vor dem Seitenwechsel ablieferte. 

Youngster Henrik Graichen und Jonas Schneider sprangen in die Bresche

Das war umso ärgerlicher, weil die Partie in der Anfangsviertelstunde deutlich ausgeglichener verlaufen war: Zwar gingen die Hausherren früh in Führung, Hanau war beim 8:6 für den GSV nach einer guten Viertelstunde aber noch längst nicht abgeschlagen. Was genau zu dem Bruch im Spiel der Gäste führte, konnte Lücke auch nicht recht sagen, doch in eben jener Phase kassierte Yaron Pillmann seine zweite Zeitstrafe und verfolgte den Großteil der verbleibenden Spielzeit von der Bank aus. Da Marc Strohl aus beruflichen Gründen ohnehin fehlte, war der etatmäßige Mittelblock nun völlig gesprengt und auch im Angriff fehlte der HSG nun ein wichtiger Spieler. 

Lücke machte aus der Not eine Tugend und warf die beiden Youngster Henrik Graichen und Jonas Schneider in die Bresche, die beide viel Spielzeit erhielten. „Eine undankbare Aufgabe“, räumte Lücke ein, der die Gründe für den hohen Pausenrückstand ohnehin an anderer Stelle sah: „Wir sind in dieser Phase in der Abwehr ja nur selten ins gebundene Spiel gekommen, die meisten Gegentore fielen über Tempo-Gegenstöße.“ 

Ergebniskosmetik für die HSG im zweiten Durchgang

Die größten Baustellen im Spiel der Hanauer seien daher die vielen Fehlwürfe – in der gesamten Partie zählte Lücke über 20 – und das schwache Rückzugsverhalten seiner Mannschaft gewesen, die das gefährliche Tempospiel der Baunataler nicht unterbinden konnte. Zwölf Tore Rückstand hatte die HSG beim Seitenwechsel, und um diesen Rückstand zumindest etwas wettzumachen, stellte Lücke auf eine 4:2-Deckung um. 

Dass sein Team nun auch offensiv besser ins Rollen kam und insbesondere Lucas Lorenz und Michael Hemmer Tor um Tor erzielten, hatte in den Augen des Hanauer Trainers aber andere Gründe: „Baunatal hat im zweiten Durchgang einen Gang zurückgeschaltet, deshalb konnten wir Ergebniskosmetik betreiben.“ An der dritten Niederlage in Folge gab es jedoch nichts zu rütteln, insgesamt enttäuschte das Team nach der guten Leistung gegen den Tabellenführer aus Großwallstadt auf ganzer Linie. „Viele Spieler sind nicht an ihre Leistungsgrenze gekommen“, so Lücke, „und insgesamt waren das bei uns viel zu viele Fehlwürfe und technische Fehler.“ Da passte es ins Bild, dass sich Hanaus Rückraumspieler Maximilian Bergold an der Schulter verletzte; eine genaue Diagnose über die Schwere dieser Verletzung steht noch aus, ein erneuter Ausfall des Distanzschützen würde Hanau aber schwer treffen. 

HSG Hanau: Sebastian Schermuly, Fabian Tomm; Maximilian Bergold (3), Luca Braun (2), Marius Brüggemann, Björn Christoffel (6/4), Dennis Gerst, Henrik Graichen, Michael Hemmer (7), Lucas Lorenz (6), Yaron Pillmann, Jonas Schneider, Yannik Woiwod (1)
Schiedsrichter: Henker/Schirmacher
Siebenmeter: GSV 6/4, HSG 5/4
Zeitstrafen: GSV 4, HSG 5
Zuschauer: 250

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