Einschwören: HSG Hanaus Coach Olli Schulz richtet sich an seine Schützlinge. Am Samstagabend steht in der Main-Kinzig-Halle das erste Highlight-Spiel der Saison an, der TV Großwallstadt ist zu Gast. Archivfoto: TAP

Handball

3. Liga: HSG Hanau geht angeschlagen ins Highlight-Spiel

Handball. Vor der HSG Hanau steht ein „heißer Herbst“ mit drei Heimspielen in Folge, den die Hanauer am Samstag um 20 Uhr in der Main-Kinzig-Halle gegen den TV Großwallstadt einläuten.

Von Robert Giese

Mit den Unterfranken empfängt das Team von Olli Schulz dann den ganz großen Favoriten auf die Meisterschaft in der 3. Liga Mitte und ist angesichts der großen Verletzungssorgen mehr denn je auf die Unterstützung des „Blauen Blocks“ in der sicherlich ausverkauften Halle angewiesen.

Zweimal ging Großwallstadt bereits in Hanau auf Punktejagd, zweimal mussten sie unverrichteter Dinge wieder die Heimreise antreten, denn die Main-Kinzig-Halle erwies sich als tobender Hexenkessel, als Festung, die der frühere deutsche Serienmeister nicht erstürmen konnte. Vor einer ohrenbetäubenden Kulisse lieferten sich Hanauer und Unterfranken jedes Mal ein packendes Duell, besonders das erste Kräftemessen mit dem TVG ist bei vielen Hanauer Fans sicher noch lebhaft im Gedächtnis, denn damals ließ ihr Team in der ersten Halbzeit gerade einmal drei Gegentore zu.

„Personell sind wir arg gebeutelt“

Auf eine ähnliche Unterstützung von den Rängen wie damals hofft die HSG auch diesmal, denn sportlich lief es für Hanau bisher zwar gut, personell musste Schulz jedoch einige Rückschläge verkraften. Erst vor wenigen Tagen zog sich auch noch Matthias Schwalbe einen Kreuzbandriss zu, was für den Linkshänder das Saisonaus bedeutet und für dessen Trainer, dass ihm auf der rechten Angriffsseite langsam aber sicher die Optionen ausgehen.

„Personell sind wir arg gebeutelt“, räumt Schulz ein, „deshalb wird bei uns viel über den Willen und die Mentalität gehen müssen.“ Als kurzfristige personelle Alternative steht Jugendspieler Jonas Schneider bereit, der schon erste Drittliga-Erfahrungen vorweisen kann, andererseits kann sich Schulz auch vorstellen, im Angriff mit zwei Kreisläufern zu agieren, um den Rückraum zu entlasten.

Großwallstadt kassiert im Schnitt nur 23 Gegentore pro Spiel

Auch ein Comeback von Spielmacher Jan-Eric Ritter, der den Hanauer Rückraum entlasten könnte, ist gegen Großwallstadt ausgeschlossen. „Wir werden in unserer aktuellen Situation sicher keinerlei Risiko eingehen“, stellt Schulz klar, „er spielt erst wieder, wenn er 100-prozentig fit ist.“ Im dezimierten Rückraum der HSG lastet dadurch nun mehr Verantwortung auf jedem einzelnen Spieler. Ihnen traut der Hanauer Trainer allesamt zu, „eine entscheidende Rolle zu spielen, und ich hindere sicher keinen daran, positiv zu eskalieren“.

Schulz käme es gerade recht, wenn seine Spieler gegen Großwallstadt einen Sahnetag abrufen könnten, schließlich gilt der Zweitliga-Absteiger nicht ohne Grund als Favorit auf den Meistertitel in dieser Saison. „Sie haben ein gutes Team mit sehr guten Individualisten, die teilweise über internationale Erfahrung verfügen“, zeigt der HSG-Coach im Vorfeld großen Respekt vor dem Gegner, und auch die bisherigen Ergebnisse stützen diese Einschätzung: Rund 29 Treffer erzielen die Großwallstädter durchschnittlich pro Spiel und bekommen im Gegenzug lediglich 23 Gegentore pro Partie – letzteres ist Ligabestwert.

„An solchen Duellen können wir wachsen“.

Einzige kleine Schwäche der Unterfranken waren bisher ihre Auftritte in fremden Hallen: In Gelnhausen verloren sie, in Baunatal reichte es nur zu einem Remis, beim HC Elbflorenz II sicherte erst ein Treffer kurz vor dem Abpfiff den Sieg. Für die heimstarken Hanauer ergibt sich hier vielleicht ein Vorteil, auch wenn Schulz klarstellt, „dass wir anders als in den meisten bisherigen Spielen diesmal nicht der Favorit sind“.

Trotz der sportlich kniffligen Aufgabe ist die Vorfreude bei den Hanauern auf das erste Schlagerspiel groß: „Wir alle arbeiten ja darauf hin, dass wir auf solche Gegner vor vollem Haus antreten dürfen, das ist eine sehr reizvolle Partie, ein Riesenspiel.“ Schulz ist nach einer „guten Trainingswoche“ optimistisch, dass sich sein Team am Samstag gut präsentieren werde. „An solchen Duellen“, so der HSG-Coach mit Blick auf das Kräftemessen in der Main-Kinzig-Halle mit dem TV Großwallstadt, „können wir wachsen“.

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