Yaron Pillmann und die HSG Hanau ließen gegen Großsachsen zwar erstmals Punkte zuhause liegen in dieser Saison, zeigten aber ein starkes Comeback in einer hochdramatischen Schlussphase. Foto: TAP

Hanau

3. Liga: HSG Hanau erkämpft sich Unentschieden gegen Großsachsen

Handball. Bisher konnte die HSG Hanau in der 3. Liga Ost eine makellose Heimbilanz vorweisen: In fünf Spielen in eigener Halle gelangen den Grimmstädtern fünf Siege. Diese weiße Weste hat am Sonntagabend den ersten kleinen Fleck bekommen, denn gegen den TV Germania Großsachsen lagen die Hanauer lange zurück, erkämpften sich am Ende aber zumindest noch ein 28:28 (13:16)-Unentschieden.

Von Robert GieseDie Gäste präsentierten sich in der Abwehr vom Anpfiff weg kernig und waren im Angriff sehr variabel, wodurch Hanau rasch mit 0:2 zurücklag. Über die Schnelle Mitte schlugen die Grimmstädter aber umgehend zurück, glichen bald aus und gestalteten die Partie von da an ausgeglichen.

Schwierigkeiten hatten die Grimmstädter immer dann, wenn sie ins gebundene Spiel mussten: Maximilian Bergold netzte zwar einige Male schön aus der Distanz ein, die Defensive der Gäste rückte aber meist geschickt heraus und zwang die Hanauer zu schlechten Abschlüssen.HSG-Abwehr zu unaufmerksamAuf der Gegenseite hatte die HSG den Top-Torschützen der Gäste, Jan Triebskorn, zwar gut im Griff, dafür brannte es an anderer Stelle: Immer wieder setzte Großsachsen Kreisläufer Simon Reisig, dem bis Spielende acht Treffer gelingen sollten, mustergültig in Szene oder spielte erfolgreich über die Außen. HSG-Schlussmann Sebastian Schermuly, der wegen der Leistenverletzung von Can Adanir diesmal auf sich allein gestellt war, sah dabei nicht immer glücklich aus - allerdings erhielt er von der ungewohnt löchrigen Hanauer Defensive auch nicht so viel Unterstützung wie sonst.

Das führte im Verlauf der ersten Halbzeit dazu, dass sich die Gäste allmählich ein Übergewicht erarbeiteten: Nach 20 Minuten lag Großsachsen mit 11:9 in Front. Hanau versuchte es nun mit Eric Schaeffter und Yaron Pillmann im Angriff, die größten Probleme gab es aber weiterhin in der Abwehr der Grimmstädter. Sinnbildlich hierfür waren gleich mehrere Szenen vor der Pause, in denen Schermuly einen Wurf der Gäste parierte, die HSG-Abwehr aber zu unaufmerksam war, um sich den Abpraller zu sichern - und Großsachsen im zweiten Versuch dann doch noch einnetzte.Neuer Impuls nach dem SeitenwechselNach dem Seitenwechsel setzte HSG-Coach Patrick Beer dann einen neuen Impuls für das oft etwas ideenlose Positionsspiel der Hanauer und brachte Philipp Reuter, der damit nach mehrwöchiger Verletzungspause sein langersehntes Comeback feierte. Reuter belebte die Offensive der Gastgeber zunächst auch sichtlich, setzte seine Nebenleute gut ein und fütterte den erneut starken Lucas Lorenz am Kreis mit einigen starken Pässen.

Zehn Minuten nach Wiederanpfiff konnten die Hanauer daher ausgleichen, mussten sich allerdings den Vorwurf gefallen lassen, aus einigen Überzahlsituationen nicht mehr gemacht zu haben - die Hausherren vergaben in dieser unter anderem zwei Siebenmeter und fanden in dem starken Gästetorwart Marius Fraefel mehrmals ihren Meister.Dramatische SchlussphaseReuter musste sein schon Comeback nach einer Viertelstunde wieder beenden, woraufhin bei den Hanauern im Angriff erneut der Wurm drin war. Die weiterhin nicht sattelfeste Abwehr stellte Beer auf eine 3:2:1-Deckung um, die zunächst aber nicht den gewünschten Effekt brachte: Beim 22:25 nach gut 50 Spielminuten lagen die Hanauer erneut mit drei Treffern zurück.

In Überzahl gelang den Grimmstädtern kurz darauf aber der Ausgleich, Bergold netzte drei Minuten vor Schluss sogar zum 27:26 ein - es war die erste Führung für die HSG seit den Anfangsminuten. In einer dramatischen Schlussphase hatten anschließend beide Teams noch die Chance auf den Sieg, die letzte davon vergab Bergold, der mit dem entscheidenden Sprungwurf vier Sekunden vor Schlusspfiff am Block der Gäste scheiterte.Faires UnentschiedenMit der Punkteteilung konnten am Ende allerdings beide Mannschaften gut leben. Gästetrainer Stefan Pohl freute sich über das spielerisch phasenweise sehr gute, faire Duell, lobte das Tempospiel der HSG und freute sich über "einen tollen Fight vor einem super Publikum."

Auch Beer fand das Unentschieden fair: "In der Abwehr hatten wir nicht soviel Zugriff wie sonst", ärgerte sich der HSG-Coach unter anderem darüber, dass viele Abpraller in den Händen der Gästespieler gelandet seien, "aber in der zweiten Halbzeit waren wir dann kämpferisch deutlich besser und sind dafür am Ende belohnt worden."

HSG Hanau:Sebastian Schermuly; Maximilian Bergold (6), Kai Best, Marius Brüggemann (1), Björn Christoffel (4), Hannes Geist, Lucas Lorenz (7), Andreas Neumann (1/1), Yaron Pillmann (2), Philipp Reuter, Jan-Eric Ritter (1), Eric Schaeffter, Marc Strohl (6).Schiedsrichter:Hehn/Tauchert, Siebenmeter:HSG 4/1, TVGG 2/2, Zeitstrafen: HSG 1, TVGG 6, Zuschauer:430.

 

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