HSG Hanaus Coach Patrick Beer feilt an der Taktik, wie sein Team am Sonntag die auswärtsstarke GSV Eintracht Baunatal aufhalten soll. Klar, die Hanauer wollen in der eigenen Halle ungeschlagen bleiben. Archivfoto: Adrian

Hanau

3. Liga: HSG Hanau empfängt auswärtsstärkstes Team der Liga

Handball. Nach der ersten Rückrunden-Niederlage am vergangenen Freitag bei der MSG Groß-Bieberau/Modau ist die HSG Hanau am Sonntag ab 17 Uhr wieder in der heimischen Main-Kinzig-Halle gefordert. Zu Gast in der Brüder-Grimm-Stadt ist dann der GSV Eintracht Baunatal und damit eines der auswärtsstärksten Teams der Liga.

Von Robert Giese

Zwar ist die HSG die einzige Mannschaft, die in eigener Halle noch ungeschlagen ist, allerdings ist der Tabellensiebte Experte für schwierige Auswärtsspiele: Ersatzgeschwächt holten die Nordhessen schon ein Unentschieden bei Zweitliga-Absteiger SG Leutershausen, Tabellenführer TV Großwallstadt fügten die Baunataler gar die einzige Heimpleite in dieser Saison zu. „Wir sind definitiv gewarnt“, weiß HSG-Coach Patrick Beer um die Stärke des nächsten Gegners bei Auswärtsspielen.

„Ihr Kader hat viel Qualität, da bringen einige Spieler Zweitliga-Erfahrung mit“, weiß Beer, „insbesondere Paul Gbur und Marvin Gabriel sind Ausnahmekönner.“ Während ein Einsatz Gburs in Hanau unsicher ist – in der Vorwoche lief der Rückraumspieler nicht auf –, warnt Beer vor allem vor Gabriel, den er für „einen der besten Spielmacher der Liga“ hält. „Seine Wege müssen wir einengen, ihn müssen wir früh attackieren“, fordert der HSG-Coach.

Disziplinierte und abgezockte MannschaftAuch über das Tempospiel können die Nordhessen gefährlich sein, auch wenn sie dieses dosiert einsetzten. „Aber“, so Beer, „ihre Erste Welle über Felix Geßner auf Linksaußen oder Sven Vogel auf der anderen Außenbahn ist brandgefährlich“ – fast 200 Tore gehen mittlerweile auf das Konto der beiden Außenspieler.

Insgesamt sei Baunatal eine sehr disziplinierte und abgezockte Mannschaft, die schon mehrmals bewiesen habe, dass sie auch nach hohen Rückständen Spiele noch drehen können, wie die SG Bruchköbel Ende letzten Jahres leidvoll erfahren musste; der GSV Eintracht Baunatal hatte damals einen Acht-Tore-Rückstand wieder wettgemacht und am Ende einen 30:29-Auswärtssieg in der Dreispitzhalle gefeiert.

Präsenz zeigenDazu wollen es die Grimmstädter, die im Hinspiel nur knapp mit 25:26 den Kürzeren gezogen und dabei kurz vor Schluss einen Siebenmeter vergeben hatten, am Sonntag nicht kommen lassen. Wichtiger Baustein für einen weiteren Heimsieg soll dabei erneut die Abwehr sein, auf die sich Beer in den letzten Wochen stets verlassen konnte. „Wir müssen da gleich Präsenz zeigen und gerade ihren Schlüsselspielern so schnell wie möglich den Spaß am Handball nehmen“, kündigt der HSG-Coach eine kompromisslose Abwehrarbeit an.

Im zuletzt schwächelnden Angriff wollen die Grimmstädter einerseits die Qualität ihrer Abschlüsse weiter erhöhen, andererseits aber auch wieder mehr auf Tempospiel setzen, um vermehrt zu leichten Toren zu kommen. „Das hat uns zuletzt gefehlt, darum haben wir den Fokus in den Trainingseinheiten darauf gelegt“, so Beer. Ein Sieg gegen den direkten Konkurrenten wäre im Hinblick auf die Tabellensituation sehr wichtig: „Dann können wir uns einen kleinen Puffer erarbeiten“, hofft der HSG-Coach.

KaderIm Lazarett der Hanauer tut sich derweil wenig, Lucas Lorenz und Philipp Reuter laborieren weiter an Entzündungen im Ellbogen- beziehungsweise Schultergelenk. „Es ist schwer abzuschätzen, wann die beiden wieder auflaufen können“, mag Beer keine genaue Prognose abgeben, wann die beiden Schlüsselspieler wieder auf das Spielfeld zurückkehren, hofft aber, dass zumindest Lucas Lorenz in zwei bis drei Wochen ein Comeback wagen kann.

Da die restlichen Spieler fit seien, werde es im Kader im Vergleich zur Vorwoche keine Veränderungen geben.

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