Folgt der nächste Derbyjubel? Am vergangenen Wochenende feierte die HSG Hanau ausgelassen den Sieg beim TV Gelnhausen. Am Freitag wollen Michael Malik (Nummer 66) und Co den nächsten Lokalrivalen schlagen. Gegner ist Spitzenreiter HSG Rodgau Nieder-Roden. Archivfoto: Roland Adrian

Handball

3. Liga: HSG Hanau bittet Spitzenreiter zum Lokalderby

Handball. Als wäre das Derby allein nicht schon brisant genug: Wenn die HSG Hanau am Freitagabend ab 20 Uhr den Lokalrivalen HSG Rodgau Nieder-Roden empfängt, ist der aktuelle Tabellenführer der 3. Liga Mitte in der Main-Kinzig-Halle zu Gast.

Von Robert Giese

Die „Baggerseepiraten“ haben sich den Platz an der Sonne geschnappt – und werden diesen in Hanau nicht gleich wieder abgeben wollen. Zusätzlich zur sicherlich hitzigen Derby-Stimmung erwarten die Hanauer daher einen Gegner, der sicherlich noch etwas motivierter ist als in den bisherigen Duellen.

Nieder-Roden zwang am vergangenen Wochenende den bisherigen Ligaprimus SG Nußloch in die Knie und setzte sich selbst an die Spitze der Tabelle. „Nach diesem Sieg“, ist sich der Hanauer Rückraumspieler Michael Malik sicher, „werden sie bestimmt mit sehr viel Selbstbewusstsein und Ehrgeiz in die Main-Kinzig-Halle kommen. Das wird für uns daher nicht nur ein Derby, sondern das absolute Highlight-Spiel des Jahres.“

Nieder-Roden überzeugt trotz zahlreicher Ausfälle

Dass Nieder-Roden so weit oben in der Tabelle steht, kommt für Malik etwas überraschend, denn ganz ähnlich wie die Hanauer auch haben die „Baggerseepiraten“ einige langfristige Ausfälle von Leistungsträgern zu verkraften: Mit Timo Kaiser, Michael Weidinger und Niklas Geck fehlen deren Trainer Jan Redmann gleich drei wichtige Spieler über fast die gesamte Hinrunde. „Nach all diesen Verletzungen war es nicht zu erwarten, dass sie eine derart starke Rolle spielen“, so Malik.

Diese Ausfälle habe Nieder-Roden aber „sehr gut kompensiert, da sind einfach andere Spieler wie Henning Schopper oder Sam Hoddersen in die Bresche gesprungen.“ Der aktuelle Spitzenreiter habe bisher zwar ein relativ leichtes Programm gehabt, dabei aber auch „eine beeindruckende Konstanz gezeigt. Ihre Pflichtaufgaben haben sie erfüllt und außerdem zu Hause gegen Teams wie Groß-Bieberau oder zuletzt Nußloch gewonnen und stehen damit zu recht oben.“

HSG will schnelle Angriffe vermeiden

Spielerisch zeichne die Nieder-Röder eine eher unorthodoxe, sehr offensive 6:0-Abwehr aus, die mit Marco Rhein einen sehr starken Torhüter hinter sich habe, der das Tempo-Spiel rasch einleite. „Für uns heißt das, dass wir sehr diszipliniert spielen müssen, um das gar nicht erst zuzulassen und sie so in den Positionsangriff zu zwingen.“ Vor den sicherlich vollen Rängen in der Main-Kinzig-Halle sei es zudem entscheidend, die richtige Mischung aus Emotionalität und Disziplin zu finden, wie Malik betont.

Die Partie beim TV Gelnhausen in der Vorwoche könnte dabei als Blaupause dienen – dort hatten die Hanauer am vergangenen Samstag nach zuvor drei Niederlagen in Folge mit 37:34 gewonnen und damit einen ersten kleinen Befreiungsschlag gelandet. „Diesen Mix aus Emotion und Disziplin zu finden, haben wir dort schon sehr gut geschafft“, meint Malik, „und gegen Nieder-Roden als Tabellenführer wird das noch wichtiger.“

Sieg gegen Gelnhausen kam zur rechten Zeit

Vom Erfolgserlebnis in Gelnhausen könne die Mannschaft zehren, das sei „eine wichtige Reaktion in einem Spiel, das nicht einfach war“, gewesen. Das Team habe schwierige Wochen hinter sich und sich rund um den Trainerwechsel Vorwürfe gemacht, da kam der Derbysieg beim TVG gewissermaßen gerade zur rechten Zeit.

Auch Malik selbst setzte in Gelnhausen mit 14 Treffern ein Ausrufezeichen, nachdem er im Spiel zuvor gegen Leutershausen früh mit Rot vom Platz musste. Warum genau er gegen die Barbarossastädter so glänzte, kann sich Malik auch nicht so recht erklären: „Ich will in der Mannschaft natürlich Verantwortung übernehmen und hatte schon unter der Woche im Training ein gutes Gefühl, im Spiel selbst lief es dann einfach. Das tut mir persönlich auch gut, denn die vergangenen Wochen waren nicht einfach.“

Matchwinner Malik darf wohl wieder in der Mitte ran

Dabei musste Malik auf einer ungewohnten Position auflaufen, denn da sowohl Jan-Eric Ritter als auch Michael Hemmer ausfielen, fand sich der etatmäßige Halblinke auf der Mitte wieder. „Ich habe dort schon ein paarmal gespielt, daher war das die naheliegende Option“, so Malik, „und wir haben auf dieser Position ein paar Kleinigkeiten geändert, die mir entgegenkommen.“

Gegen Nieder-Roden kann sich Malik auf Rückraum Mitte vermutlich gleich noch einmal beweisen, denn Hemmer könnte zwar in den Kader zurückkehren, wird nach seiner Verletzung aber wohl nicht gleich durchspielen können. Da auch Yannik Woiwod seine Grippe auskuriert haben dürfte, sollte Hanau gegen Nieder-Roden personell wieder besser aufgestellt sein als zuletzt.

Dass Malik und Co. dem Tabellenführer gerne ein Bein stellen wollen, daran lässt der beste Torschütze der Hanauer keinen Zweifel: „Wenn wir unseren Job erfüllen, wird es in der Main-Kinzig-Halle auch für Nieder-Roden schwierig.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema