Und rein damit: Lucas Lorenz schließt einen schönen Spielzug erfolgreich ab. Gegen die zweite Mannschaft der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen gelangen dem Hanauer Kreisläufer fünf Treffer. Foto: TAP

Hanau

3. Liga: HSG Hanau bietet ein Fest für Taktikfüchse

Handball. Die HSG Hanau hat in ihrem letzten Heimspiel des Jahres in der 3. Liga Mitte die Taktikspielchen erfolgreich gemeistert.

Von Robert Giese

Die zweite Mannschaft der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen bot angesichts großer Personalnot eine ganz spezielle Abwehrformation auf, welche die Hanauer mit einer ungewöhnlichen taktischen Maßnahme konterten. Schließlich konnten die Wetzlarer den Hausherren aber nur eine Halbzeit lang Paroli bieten, womit das Team von Oliver Lücke zum fünften Mal in Folge ungeschlagen blieb.

Verzweifelte Situationen erforden verzweifelte Maßnahmen – das hatte sich wohl Gäste-Coach Thomas Weber gedacht, der gerade im Rückraum auf viele Stammkräfte und Schlüsselspieler verzichten musste und stattdessen mit einem halben Dutzend A-Jugendlichen im Kader in die Brüder-Grimm-Stadt reiste.

Weber machte aus der Not eine Tugend und überraschte die Hanauer mit einer sehr offensiven Deckung, bei der alle drei Rückraumspieler der Hausherren an die ganz kurze Leine genommen wurden und der Spielfluss des Tabellensiebten dadurch erheblich gestört wurde.

Offensive agierte anfangs noch holprig

Lücke hatte derartige taktische Spielchen allerdings bereits im Vorfeld vermutet und brachte deshalb im Angriff für Schlussmann Sebastian Schermuly einen zusätzlichen Feldspieler, wodurch die Abwehr der Gäste etwas zurückgedrängt wurde – Dutenhofen verteidigte nun im 5:1 mit einem offensiven Vorgezogen. So richtig rund lief dieses erzwungene Überzahlspiel der Hanauer aber zunächst nicht, wie auch Lücke einräumte: „Das haben wir am Donnerstag vielleicht zehn Minuten lang trainiert“, gab der Hanauer Trainer Einblick in die Spielvorbereitung.

Entsprechend holprig agierte seine Offensive zu siebt zunächst auch, ließ einige Chancen liegen und war vor allem in der Abwehr längst nicht so konsequent wie nötig. Nach einer knappen Viertelstunde hatte Hanau zwar sechs Treffer erzielt, aber schon neun Gegentore hinnehmen müssen und wirkte arg unsortiert.

Überzahlspiel brachte die Wende

Eine Überzahlsituation der Hausherren brachte schließlich die Wende, denn mit fünf Toren in Folge übernahmen die Gastgeber die Führung und bauten diese bis zum Halbzeitpfiff auf 16:13 aus.

Ein weiterer 5:0-Lauf direkt nach Wiederanpfiff sorgte für die Vorentscheidung, denn während bei den Gästen in Unterzahl kaum etwas zusammenlief, spielte Hanau nun wie aus einem Guss und hatte die Partie nach 40 Minuten entschieden.

In der verbleibenden Spieldauer spielte Dutenhofen zwar mit, konnte wegen der spärlich besetzten Auswechselbank aber höchstens dann Nadelstiche setzen, wenn ein Hanauer gerade eine Zeitstrafe absitzen musste. Der 32:25-Heimsieg geriet dadurch zu keiner Zeit mehr in Gefahr.

Zum fünften Mal in Folge ungeschlagen

Die Hanauer feierten nach einem turbulenten Herbst mit einigen Heimpleiten und dem Trainerwechsel einen gelungenen Jahresausklang vor eigenem Publikum, denn die HSG blieb dadurch zum fünften Mal in Folge ungeschlagen und schob sich in der Tabelle auf den fünften Rang vor.

Dementsprechend zufrieden war Lücke mit der Partie, bescheinigte aber auch dem Gegner, „trotz der Ausfälle gut gespielt zu haben.“ Das sah Gästecoach Weber ähnlich, der im Rückraum auf lediglich einen Stammspieler zurückgreifen konnte: „Bis auf die Phase Anfang der zweiten Hälfte haben wir das gut gemacht.“

HSG Hanau: Sebastian Schermuly, Fabian Tomm; Luca Braun (2), Marius Brüggemann (4), Björn Christoffel, Dennis Gerst (7), Henrik Graichen (2), Lucas Lorenz (5), Michael Malik (6/2), Yaron Pillmann, Jan-Eric Ritter (2/1), Marc Strohl (2), Yannik Woiwod (2) –Schiedsrichter: Beck/Braun – Siebenmeter: Hanau 5/3, Dutenhofen 5/4 – Zeitstrafen:Hanau 3, Dutenhofen 4 – Zuschauer: 320

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