Aufholjagd geglückt: Locas Lorenz (am Ball) und die HSG Hanau haben sich im Gastspiel bei der SG Nußloch nicht aufgegeben und sich am Ende einen Punkt redlich verdient. Foto: Jan Pfeifer

Handball

3. Liga: HSG Hanau beweist Nervenstärke

Handball. Die HSG Hanau hat sich am Sonntagabend mit dem Tabellendritten der 3. Liga Mitte, der SG Nußloch um Christian Zeitz, ein umkämpftes Spiel geliefert und das Nervenkostüm der Zuschauer mit einer dramatischen Schlussphase bis ans Äußerste strapaziert.

Von Robert Giese

Die Entscheidung fiel wie schon vor drei Wochen gegen Nieder-Roden erst in der letzten Spielminute, als die Hanauer erneut unglaubliche Nervenstärke bewiesen.

Dabei schien der Drops 68 Sekunden vor Schluss bereits gelutscht, als die HSG mit 29:30 zurücklag, Lucas Lorenz mit einer Zeitstrafe das Feld verlassen musste und der Nußlocher Jochen Geppert antrat, um den fälligen Siebenmeter zu versenken. Doch der Hanauer Schlussmann Sebastian Schermuly parierte den Strafwurf, die Gäste kamen in Unterzahl noch einmal in Ballbesitz und HSG-Coach Oliver Lücke nahm seine letzte Auszeit, um sein Team auf den alles entscheidenden Angriff einzustellen.

Viertes Spiel in Folge ohne Niederlage

Lücke setzte dabei alles auf eine Karte, nahm Schermuly zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers heraus und konnte 17 Sekunden vor dem Schlusspfiff den Ausgleich durch Yannik Woiwod bejubeln – doch noch war die Partie nicht abgepfiffen. Nußloch warf alles nach vorne, die HSG verteidigte mit allem, was sie hatte, und hatte schließlich das Glück des Tüchtigen, als der entscheidende Wurf vom Kreis neben dem Gehäuse der Gäste landete. Damit entführte Hanau einen Punkt aus Nußloch und durfte sich über das vierte Spiel in Folge ohne Niederlage freuen.

Die enge Schlussphase hatte sich schon in den ersten Minuten angedeutet, denn in der gesamten ersten Halbzeit spielten die Teams praktisch auf Augenhöhe. Lücke war dabei zunächst nicht allzu zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, die „in der Abwehr zu weit auseinander stand und im Angriff zu sehr auf Einzelaktionen“ setzte. Auf den Spielstand hatte das allerdings keine gravierenden Auswirkungen, denn auf mehr als zwei Treffer zog die SGN im ersten Durchgang niemals weg.

Nach rund 20 Minuten bekamen die Hanauer besseren Zugriff auf die Partie, waren in der Abwehr beweglicher und fanden in der Offensive besser in ihr Spiel. Fortan lagen mal die Hausherren und mal die HSG in Front, beim Halbzeitpfiff hatten gerade der achtfache Torschütze Zeitz und seine Mitspieler knapp mit 15:14 die Nase vorn.

Tor zum 30:30 gegen SG Nußloch fällt in den letzten Sekunden

Derart ausgeglichen und mit wechselnden Führungen verliefen auch die ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte, ehe Hanau ein bisschen den Anschluss verlor: „Wir hatten in dieser Phase eine Überzahlsituation, die wir im Gegensatz zu sonst nicht gut ausgespielt haben“, ärgerte sich Lücke. Nußloch nutzte diese kleine Schwäche geschickt aus und erspielte sich den ersten nennenswerten Vorsprung der Partie, gut zehn Minuten vor dem Abpfiff führten die Gastgeber mit 28:24.

Die Hanauer bewiesen allerdings Kampfgeist, verkürzten in den folgenden Minuten Tor um Tor und brachten sich damit in der Schlussminute wieder in Schlagdistanz. Über den Punktgewinn „bei einem richtig guten Gegner“ zeigte Lücke sich hochzufrieden, „aber den haben wir uns auch verdient, weil wir uns nach dem Vier-Tore-Rückstand wieder zurückgekämpft haben.“

HSG Hanau:Sebastian Schermuly (1), Fabian Tomm; Maximilian Bergold (6), Luca Braun (3), Marius Brüggemann (1), Björn Christoffel (1), Dennis Gerst (3), Henrik Graichen, Lucas Lorenz (4), Michael Malik (5/4), Yaron Pillmann (4), Jan-Eric Ritter (1), Marc Strohl, Yannik Woiwod (1) – Schiedsrichter:Biehler/Dietz – Siebenmeter: SGN 3/1, HSG 4/4 – Zeitstrafen: SGN 6, HSG 5 – Zuschauer: 650

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