Mit Köpfchen: Hanaus gut aufgelegter Luca Braun überwindet Torwart Max Mohs vom HC Elbflorenz mit einem flachen Wurf. Die HSG siegt in einem einseitigen Spiel 33:24. Foto: TAP

Handball

3. Liga: HSG Hanau beendet Durststrecke mit 33:24-Heimsieg

Handball. Vier Heimspiele ohne Sieg – Spieler und Fans der HSG Hanau mussten in den vergangenen Wochen eine ungewöhnliche Durststrecke durchmachen. Diese Negativserie beendeten die Hanauer am Sonntagabend gegen die zweite Mannschaft des HC Elbflorenz.

Von Robert GieseUnd zwar nicht nur mit erfolgreichem, sondern phasenweise auch richtig schön anzuschauendem Handball. Am Ende setzte sich der Drittligist, bei dem ein wichtiger Spieler nach mehrmonatiger Verletzungspause sein Comeback feierte, in eigener Halle mit 33:24 (17:9) durch.

Ritter feiert umjubeltes Comeback

Kurz vor der Pause war in der Main-Kinzig-Halle plötzlich alles wie früher: Früher, als die HSG an diesem Ort Erfolge in Serie feierte und über Monate hinweg die Gegner ohne Punkte auf die Heimreise schickte. Früher, als das Team die Fans mit dynamischem Tempohandball begeisterte und das Publikum die Mannschaft im Gegenzug mit frenetischem Applaus immer weiter antrieben. Und früher, als Jan-Eric Ritter auf der Mitte Regie führte, seine Mitspieler geschickt in Szene setzte und Schwachstellen in der gegnerischen Abwehr ausnutzte.

Wie die Heimsiege auch hatte Ritter den Hanauern in den vergangenen Wochen gefehlt, schmerzlich hatten die Grimmstädter ihren Mittelmann vermisst, der wegen einer entzündeten Sehne monatelang ausfiel. Kurz vor dem Seitenwechsel betrat Ritter nun endlich wieder im Trikot das Spielfeld – und der „Blaue Block“ erhob sich, jubelte ihm zu und bereitete dem Mittelmann bei seinem Comeback einen warmen Empfang.

HSG überrennt Elblforenz in der Anfangsphase

Dass es bei Ritters Comeback auch gleich mit dem Heimsieg klappte, dafür hatten die Hanauer schon früh den Grundstein gelegt. Elbflorenz verteidigte mit einem Vorgezogen auf zwölf Metern, der die Gastgeber im Spielaufbau stören sollte, doch diese hinterliefen diese erste Verteidigungslinie der Sachsen immer wieder und brachen über die Mitte durch. Ob der in Angriff wie Abwehr bärenstarke Luca Braun aus dem rechten oder Yaron Pillmann aus dem linken Rückraum, die HSG fand zielsicher die Schwachstellen in der HCE-Abwehr und nahm diese regelrecht auseinander, nach einer guten Viertelstunde stand es bereits 10:4.

Die Gäste drückten zwar aufs Tempo und versuchten, sich über die Schnelle Mitte Chancen zu erarbeiten, blieben im gebundenen Spiel aber meist harmlos – zu stabil stand die Defensive der Hanauer, an der Angriffswelle um Angriffswelle abprallte. Die Hanauer spielten ihre Gegner im Angriff phasenweise schwindelig, begeisterten die Fans mit schönen Toren und konnten sich sogar den Luxus erlauben, etliche Hochkaräter liegen zu lassen. In die Pause ging mit einem hochverdienten 17:9.

Taktische Maßnahme bei Elbflorenz verpufft

Obwohl die Gäste schon deutlich zurücklagen, versuchten sie nach Wiederanpfiff mit dem siebten Feldspieler für mehr Druck zu sorgen. Das gelang nur bedingt: Hier und da fanden die Dresdner in Überzahl zwar Lücken im Abwehrverbund, oft genug zwangen Michael Malik und Co. sie aber ins Zeitspiel. Malik selbst tat sich bei dieser Gelegenheit auch gleich als guter Distanzschütze hervor, denn er netzte nach Ballgewinnen zweimal aus großer Entfernung ins leere gegnerische Tor ein.

Am Vorsprung der Hanauer änderte sich derweil nicht viel, denn die HSG ließ nun noch mehr gute Möglichkeiten aus als in der ersten Hälfte. Den Chancenwuchter machte die HSG durch einige sehenswerte Treffer wieder gut – wie mit Marius Brüggemanns Tor per Kempa-Trick zum 30:21.

Trainer zufrieden, Spieler zufrieden

Am Ende konnte sich die HSG über einen nie gefährdeten Sieg freuen – und über Ritters Comeback, der seinen Auftritt mit einem schönen Tor per Hüftwurf krönte. „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt“, freute sich Lücke über die phasenweise herausragende Leistung seines Teams, „aber in der zweiten Hälfte waren wir nicht mehr so griffig, da ist das Spiel angesichts der hohen Führung ein bisschen vor sich hingeplätschert.“

HCE-Coach Erich Reich ärgerte räumte ein, dass er einen Auswärtssieg nicht unbedingt fest eingeplant hatte: „Uns war schon im Vorfeld klar, dass hier alles für uns passen muss, damit wir die Chance auf einen Punktgewinn haben.“ Alles wie frühe also in der Main-Kinzig-Halle.

HSG Hanau: Sebastian Schermuly, Fabian Tomm; Maximilian Bergold (2), Luca Braun (4), Marius Brüggemann (4), Björn Christoffel (3), Dennis Gerst (2), Lucas Lorenz (1), Michael Malik (11/4), Yaron Pillmann (4), Jan-Eric Ritter (1), Marc Strohl, Yannik Woiwod (1) –Schiedsrichter:Franz/Wießmeyer – Siebenmeter: HSG 4/4, HCE II 1/1 – Zeitstrafen: HSG 4, HCE II 4 – Zuschauer: 390

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