Die Defensive soll stehen: HSG Hanaus Keeper Sebastian Schermuly wird am Sonntag eine andere Abwehrformation vor sich haben, denn Neu-Coach Oliver Lücke setzt zunächst wieder auf die 6:0-Abwehr. Archivfoto: TAP

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3. Liga: HSG greift gegen Leutershausen auf 6:0-Abwehr zurück

Handball. Seit anderthalb Jahren ist Oliver Lücke Co-Trainer beim Drittligisten HSG Hanau, am morgigen Sonntag (17 Uhr, Main-Kinzig-Halle) sitzt Lücke nach der Entlassung von Olli Schulz zum ersten Mal als Trainer auf der Bank. Der Neue will auf altbewährte Tugenden setzen, um dem Team wieder mehr Sicherheit zu geben.

Von Robert GieseDer Gegner bei Lückes Debüt als Chefcoach ist dabei eines der Top-Teams der Liga, denn trotz der jüngsten 29:30-Heimpleite im Spitzenspiel gegen die SG Nußloch spielt Leutershausen in der 3. Liga Mitte ganz vorne mit. Das liegt unter anderem an vielen starken Individualisten: Gianluca Pauli, Hendrik Wagner und der frühere Gelnhäuser Sven Schreiber zählen aktuell zu den 20 besten Torschützen der Liga, Maximilian Rolka ist seit Jahren der wohl beste Rechtshänder im rechten Rückraum, und im Tor steht mit Alexander Hübe ein erfahrener Schlussmann, der den Unterschied ausmachen kann.

„Wir haben da sicherlich eine Aufgabe vor uns“, meint Lücke mit Blick auf den Gegner, „denn sie verfügen über viele gute Spieler, sind körperlich sehr präsent, haben eine kompakte Abwehr und spielen im Angriff sehr gut mit dem siebten Feldspieler.“ Die Hanauer, die in der Vorwoche wahrlich nicht überzeugen konnten, haben am Sonntag also ein richtig dickes Brett zu bohren. Lücke hat dabei den gleichen Kader zur Verfügung wie in der Vorwoche, bei Neuzugang Luca Braun zwicke die Schulter zwar etwas, aber der Linkshänder stehe wohl dennoch zur Verfügung.

Gerade gegen solch einen hochkarätigen Gegner will Lücke die Wende einleiten: „Das Spiel gegen Baunatal war von der Einstellung her das schlechteste, das ich in meiner Zeit hier von uns gesehen habe. Wir haben wenig Leidenschaft und Emotionen gezeigt“, so die schonungslose Analyse des neuen Trainers, „uns fehlten sowohl die Sicherheit als auch die Spielfreude. „ Unterm Strich habe die Mannschaft ihr eigenes Spiel zuletzt „etwas aus den Augen verloren.“

Viele Baustellen bei der HSG

Viele Baustellen also bei der HSG, viele Punkte, an denen der neue Trainer ansetzen kann. Lücke will sie Schritt für Schritt angehen: „Am wichtigsten ist, dass wir wieder mit mehr Emotionen spielen und uns Sicherheit holen. Wir haben im vergangenen Jahr eine sehr starke 6:0-Abwehr gespielt, und aus einer stabilen Deckung heraus können wir auch wieder verstärkt die Erste und Zweite Welle einleiten“, umreißt Lücke seine Pläne. Er sei zwar auch ein Befürworter der 3:2:1-Abwehr, die „teilweise sehr gut“ funktioniert habe, in der derzeitigen Situation gelte es aber, „auf alte Stärken zurückzugreifen. Gegen Leutershausen verteidigen wir mit einer 6:0, die uns einerseits vertrauter ist, andererseits müssen wir mit der Abwehr sowieso zurück, sobald der Gegner mit sieben Feldspielern spielt.“

Lücke setzt darauf, dass weitere Probleme, die bei den Hanauern zuletzt auftraten, mit einer wiedererstarkten Defensive leichter anzugehen sind. „Zuletzt haben wir im Angriff kaum als Team zusammengespielt. Aber wenn wir uns in der Abwehr das nötige Selbstvertrauen holen, kommt auch die Spielfreude wieder.“ Ähnlich sehe es beim Umschaltspiel aus, das zuletzt „echt schlecht“ gewesen sei, das durch eine stabile Abwehr und mehr Ballgewinne aber wieder belebt werden könne.

Lücke, der bis zum Saisonende als Trainer einspringt, hat also viele konkrete Ansatzpunkte – dabei kam die Demission von Schulz für ihn „ein bisschen überraschend“, er sei eher ungern ins erste Glied gerückt. „Auf der anderen Seite wollte ich dem Verein aber sehr gerne helfen“, so Lücke, der sich bisher unter anderem um die individuelle Förderung gerade der jüngeren Spieler gekümmert hat. Konkrete Ziele will der neue Trainer zusammen mit dem Team erst noch formulieren, eins aber ist sicher: Ein Heimsieg gegen Leutershausen würde Lücke den Start in seine neue Rolle sehr erleichtern.

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