Gelb-Schwarze Derbysieger: Die SG Bruchköbel hat in dieser Saison bereits beim TV Gelnhausen und gegen die HSG Hanau gewonnen. Nun will sie auch die HSG Nieder-Roden von ihren Qualitäten für solche Spiele überzeugen. (Archivfoto: TAP)

Bruchköbel

3. Liga: Derby-Experte SGB mit Rückenwind

Handball. Dank des Heimsiegs gegen Coburg II am vergangenen Sonntag haben sich die Bruchköbeler im Tabellenkeller etwas Luft verschafft: Die zuvor bis auf den letzten Platz abgestürzte SGB kletterte durch den Sieg beim Einstand von Tim Beckmann um zwei Plätze nach oben und steht jetzt auf Platz 14.

Von Robert Giese

Diesen Rückenwind will der Aufsteiger am Samstagabend – Anpfiff ist um 19 Uhr – bei der HSG Nieder-Roden nutzen, um gleich die nächsten Punkte zu sammeln.

So durchwachsen die Saison bisher für Bruchköbel verlief, so überzeugend trat der Aufsteiger immer dann auf, wenn ein Duell mit einem Lokalrivalen anstand: Sowohl beim TV Gelnhausen als auch zu Hause gegen die HSG Hanau lieferten die Bruchköbeler mitreißende Vorstellungen ab und gewannen jeweils. Diese Derby-Serie würde Beckmann gegen Nieder-Roden selbstverständlich gerne fortsetzen – auch wenn die HSG „ein richtig harter Brocken ist.“

Eine Macht zu Hause

Der Tabellendritte ist gerade in eigener Halle, wo die „Baggerseepiraten“ in dieser Saison erst drei Punkte abgaben, eine Macht, in den letzten vier Spielen kam die HSG aber ziemlich ins Straucheln: In Bad Blankenburg setzte es eine Niederlage, zu Hause teilte sich Nieder-Roden die Punkte mit Leutershausen und auch wenn es zuletzt gegen Coburg und Bernburg zwei Siege gab, so waren diese äußerst knapp.

Beckmann sieht sein Team daher durchaus mit Chancen, auch wenn Nieder-Roden über viel Qualität verfüge. „Wichtig wird, dass wir ein richtig gutes Rückzugsverhalten zeigen, um ihnen das Tempospiel wegzunehmen. Im Positionsspiel haben wir mit unserer stabilen Abwehr gute Chancen, gegen sie zu bestehen.“ Der SGB-Coach hofft, nach Ballgewinnen gar selbst ins Tempospiel zu kommen und dadurch leichte Tore erzielen zu können. Insgesamt müsse sein Team die Effizienz im Angriff erhöhen – gerade gegen die starken Torhüter der HSG sei es wichtig, „dass wir unsere Chancen auch nutzen“.

Gesunden Mittelweg finden

In der Abwehr war Beckmann mit dem engagierten Auftritt seiner Mannschaft gegen Coburg sehr zufrieden, setzt aber darauf, dass seine Spieler künftig einen gesunden Mittelweg zwischen „Emotion und rationalem Nachdenken“ finden. „Wir müssen gerade in so einem Derby, das wahrscheinlich sehr eng und kampfbetont wird, einen klaren Kopf bewahren“, fordert Beckmann, bei dessen Einstand der ein oder andere Spieler in der Abwehr teils etwas übermotiviert wirkte, was zu einigen frühen Zeitstrafen führte.

Die folgenden Unterzahlsituationen überstanden die Bruchköbeler allerdings relativ gut, denn unter Beckmanns Regie wechselt die SGB in solchen Situationen den Torwart zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers aus – ein Novum beim Aufsteiger. Das Risiko hält der neue SGB-Coach für überschaubar: „Gegen Coburg haben wir dadurch einen Treffer ins leere Tor bekommen, das Risiko ist also eher gering. Dass der Torwart in Unterzahl rausgenommen wird, ist mittlerweile ja fast bei allen Teams Standard und das will ich auch hier in Bruchköbel in den nächsten Wochen stärker einbauen.“

Trotz Verletzungssorgen optimistisch

In dieser Woche musste der SGB-Coach im Training auf einige Spieler verzichten, die angeschlagen sind oder wegen Krankheit fehlen. SGB-Toptorschütze Sergej Zutic zum Beispiel fehlte zu Beginn der Woche wegen einer Erkältung, Maximilian Kraushaar hat sich gegen Coburg am Knie verletzt, eine genaue Diagnose steht noch aus. „Wenn einer von den beiden ausfällt, wäre das natürlich ein herber Verlust“, gibt Beckmann zu, gibt sich aber kämpferisch: „Dann müssen eben andere die Lücke schließen, unser Kader ist schließlich breit genug.“ Beckmann selbst ist am Samstag auch verhindert und wird sich von Co-Trainer Tegaday Ramos-Nuez vertreten lassen.

Der SGB-Coach ist trotz der Verletzungssorgen optimistisch, in Nieder-Roden etwas holen zu können. „Durch den Sieg gegen Coburg haben wir Rückenwind, die Jungs sind richtig heiß auf das Derby. Wenn wir das Tempospiel der HSG ausschalten können, sehe ich uns durchaus auf Augenhöhe.“ Beckmann erwartet ein knappes Spiel, bei dem es „letztlich darauf ankommen wird, wer in den entscheidenden Phasen weniger Fehler macht“.

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