Entfesselte Emotionen: Bastian Schwarz und die SG Bruchköbel hatten am vergangenen Wochenende der HSG Rodgau Nieder-Roden einen packenden Kampf geliefert. Und genau diese Einstellung wollen die Bruchköbeler auch in Coburg zeigen. Archivfoto: TAP

Handball

3. Liga: SG Bruchköbels Bastian Schwarz nimmt Team in die Pflicht

Handball. Am Sonntag steht die SG Bruchköbel in der 3. Liga Ost vor einem richtungsweisenden Spiel, da man gegen einen direkten Konkurrenten antritt. Dementsprechend motiviert geht der Tabellenletzte in die Partie, wie Bastian Schwarz versichert: „Für uns ist das eines der wichtigsten Spiele der Saison.“

Von Robert Giese

Verlieren die Bruchköbeler bei HSC Coburg II, so wächst der Rückstand der SGB auf die Nichtabstiegsplätze auf vier Zähler an; gewinnt das Team von Tegaday Ramos-Nuez jedoch, so könnte sie im Tabellenkeller viel Boden gut machen und an den Coburgern vorbeiziehen.

Die erste Möglichkeit, ihre Ausgangsposition im Abstiegskampf zu verbessern, haben die Bruchköbeler am vergangenen Wochenende knapp verpasst, als sie zuhause mit 28:29 gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden verloren – trotz beeindruckender kämpferischer Vorstellung. Offensiv sorgte neben Dennis Weit dabei vor allem Schwarz für Furore, denn dem Linkshänder gelangen nicht weniger als acht Tore, die meisten davon aus der Distanz.

„Da gibt es mehrere Optionen“

Mit dieser Ausbeute zeigt sich der Rückraumspieler zwar zufrieden, „aber dafür habe ich einige andere Fehler gemacht, die mir einfach noch zu häufig passieren. Auch in der Abwehr sind mir Fehler unterlaufen, darüber ärgere ich mich sehr.“ Gerade in der Defensive dürfte Schwarz am Sonntag gefordert sein, denn er wird es wohl mit Andreas Wolf als Gegenspieler zu tun bekommen – und der ist mit 125 Saisontoren nicht nur der mit Abstand torgefährlichste Schütze in der insgesamt eher harmlosen Coburger Offensive, sondern auch der drittbeste Torjäger der Liga.

„Ihn müssen wir offensiv annehmen, ansonsten erzielt er zu viele leichte Tore“, weiß Schwarz um die Qualitäten des Coburger Shooters, der mit seiner Körpergröße von 2,04 Metern die meisten seiner Gegenspieler deutlich überragt. Wie genau die Bruchköbeler Wolf in die Schranken weisen wollen, wollte Schwarz jedoch noch nicht verraten: „Da gibt es mehrere Optionen, wir müssen mal sehen, wie wir das lösen.“

„Da haben wir uns nicht an Absprachen gehaltent“

Ebenfalls im Auge haben müssen Schwarz und Co. Girts Lilienfelds: Der lettische Ex-Nationalspieler lief in den beiden vergangenen Partien für Coburg auf und erzielte dabei zusammengerechnet mal eben 18 Tore. „Wir wissen nicht, ob er auch gegen uns spielt“, so Schwarz, der sich ohnehin nicht zu sehr auf den Gegner einstellen will: „Wichtig ist es, dass wir uns auf unsere eigenen Stärken besinnen.“ Zudem müsse sein Team vieles besser machen als im Hinspiel, als die Bruchköbeler zuhause eine ganz schwache Leistung zeigten und mit 18:19 die Segel streichen mussten. „Da haben wir uns nicht an Absprachen gehalten, viel zu überhastet abgeschlossen und uns viel zu viele technische Fehler geleistet“, erinnert sich Schwarz mit Schrecken an das erste Duell mit dem HSC.

Das Erfolgsrezept für das Rückspiel, in dem die Bruchköbeler auch noch den wichtigen direkten Vergleich für sich entscheiden könnten, scheint daher einfach: „Was wir im Hinspiel falsch gemacht haben, müssen wir jetzt unbedingt abstellen, vor allem müssen wir deutlich weniger technische Fehler machen.“

„Für uns gilt am Sonntag nur der Sieg.“

Anders als die Bruchköbeler konnte Coburg derweil in diesem Jahr bereits einen Sieg feiern: Beim TV Gelnhausen gewann der HSC vor zwei Wochen mit 28:25. Am vergangenen Wochenende erhielt das Selbstvertrauen des Tabellendreizehnten allerdings einen empfindlichen Dämpfer, denn im Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten aus Leipzig unterlagen die Oberfranken knapp mit 21:22. Damit stehen sie am Sonntag gegen Bruchköbel gehörig unter Druck, denn der HSC steht von den vier Teams im Tabellenkeller zwar momentan am besten da, die drei Kontrahenten sitzen Coburg allerdings im Nacken.

Die Bruchköbeler hingegen wollen aus der knappen Heimniederlage gegen Nieder-Roden Selbstvertrauen ziehen, immerhin hatte die SGB einen zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand kurz vor Schluss beinahe noch aufgeholt. „Kämpferisch müssen wir in Coburg genau so auftreten wie am vergangenen Wochenende“, fordert Schwarz daher, „denn für uns gilt am Sonntag nur der Sieg, wir wollen dort zwei Punkte holen.“

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