Bruchköbel

3. Liga: SG Bruchköbel trifft auf junges Topteam aus Magdeburg

Handball. Eine Woche nach der knappen Niederlage beim HC Erlangen II empfängt die SG Bruchköbel am Sonntag um 17 Uhr in der Dreispitzhalle mit der zweiten Mannschaft des SC Magdeburg einen ganz anderen Gegner.

Von Robert Giese

Der Tabellendritte der 3. Liga Ost besticht nämlich mehr durch sein konsequentes Tempospiel und seine torgefährliche Offensive als durch eine stabile Defensive.

Mehr als 30 Tore erzielen die Magdeburger „Youngsters“ pro Spiel und sind damit die Torfabrik der Liga. Diesen Wert erreichen sie vor allem durch ihr Tempospiel: „Nach Ballgewinn schalten sie blitzschnell um“, warnt SGB-Coach Tim Beckmann, „sie bestrafen jeden Fehler sofort.“ Daraus ergebe sich dann auch die Marschroute für seine Mannschaft, die „sich im Angriff keine Fehler oder halbherzigen Abschlüsse leisten darf“.

Risiko als ChanceGegen einen derart schnellen Gegner sei es wichtig, „Chancen ruhig auszuspielen und clever zu agieren“, betont Beckmann. „Gutes Rückzugsverhalten beginnt in diesem Fall schon bei den eigenen Angriffen.“ Dabei will der Bruchköbeler Trainer auch ausnutzen, dass der jungen Magdeburger Mannschaft hier und da vielleicht etwas Erfahrung fehlt. „Sie sind alle super ausgebildet und haben mit sieben bis zehn Trainingseinheiten pro Woche ganz andere Möglichkeiten als wir“, so Beckmann, „aber sie gehen auch viel Risiko und das könnte unsere Chance sein.“

Eine Chance auf einen Punktgewinn hatten die Bruchköbeler auch im Hinspiel in Magdeburg, das der Aufsteiger mit 27:28 nur knapp verlor. „Beide Mannschaften haben sich seitdem weiterentwickelt“, will Beckmann diesem Ergebnis zwar nicht allzu viel Aussagekraft beimessen, für ihn ist aber auch klar, „dass in dieser Liga fast jeder jeden schlagen kann.“

„Für uns geht es um viel“Ein Heimsieg gegen die auswärtsschwachen Magdeburger – in der Ferne holte der Tabellendritte bisher lediglich fünf Zähler – sei durchaus möglich, gegen den SCM könnte Bruchköbel dann die ersten Punkte im neuen Jahr sammeln. „Für uns geht es um viel“, so der Bruchköbeler Trainer mit Blick auf die Tabelle, wo Gelnhausen der SGB durch den Sieg am letzten Wochenende im Nacken sitzt, „und die Jungs sind extrem motiviert, auch wenn Magdeburg als Dritter der Favorit ist“.

Um dem Favoriten dennoch ein Bein zu stellen, müsse sich sein Team insbesondere im Angriff steigern. „Wir müssen besser ins Eins-gegen-Eins gehen“, fordert Beckmann, „und müssen auf jeden Fall die Ruhe bewahren. Ein Wettrennen mit Magdeburg verlieren wir nämlich.“ Einen offenen Schlagabtausch mit dem SCM, der durch Juan de la Pena, Justus Kluge und Max Neuhaus gleich mit drei Spielern in den Top 20 der Torschützenliste vertreten ist, will der Bruchköbeler Trainer unbedingt vermeiden.

Kraushaar fällt ausIn der Defensive präsentiert sich der Tabellendritte hingegen nicht immer sonderlich sattelfest: Zwar seien die Magdeburger sehr laufstark und könnten verschiedene Deckungssysteme wie eine 6:0- oder 5:1-Abwehr spielen, allzu stabil steht die SCM-Hintermannschaft angesichts von im Schnitt mehr als 30 Gegentoren jedoch nicht – auch das ist Ligarekord, allerdings im negativen Sinn.

Wie schon in der Vorwoche muss die SGB auch gegen Magdeburg auf Maximilian Kraushaar verzichten – der Kapitän und Abwehrchef hat weiterhin Knieprobleme, weitere Untersuchungen gegen Ende der Woche sollen Klarheit über die Schwere der Verletzung geben. Von den restlichen Spielern sind bis auf den grippekranken Jonas Heuer alle fit, Beckmann rechnet aber damit, dass der flinke Linksaußen sich bis zum Sonntag wieder erholt hat und den Magdeburgern in Sachen Tempo Paroli bieten kann.

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