SGB-Kreisläufer Jannik Hoffmann (links) hatte gegen die Gäste aus Magdeburg einen Sahnetag erwischt. Foto: TAP

3. Liga: SG Bruchköbel schießt Magdeburg II mit 32:20 ab

Handball. Die SG Bruchköbel hat beim ersten Rückrundenspiel in eigener Halle eine bärenstarke Leistung abgerufen und die Zuschauer mit einem 32:20 (15:11)-Kantersieg über den SC Magdeburg II – bisher Tabellendritter der 3. Liga Ost – verzückt.

Von Robert Giese

Schlüssel zum Erfolg gegen die offensivstarken Magdeburger war die engagierte Abwehrleistung der Bruchköbeler.

Mit über 30 Toren pro Spiel stellt der SCM eigentlich die torgefährlichste Mannschaft der ganzen Liga, in den Anfangsminuten war in der Dreispitzhalle davon aber nichts zu spüren – offensiv fanden nämlich zunächst nur die Hausherren statt. Die 5:1-Deckung der Magdeburger mit dem teilweise auf 15 Metern verteidigenden Vorgezogen Yannick Danneberg stellte die vom Anpfiff weg hochmotiviert auftretenden Bruchköbeler vor keine größeren Probleme, so dass sie sich schnell eine 4:0-Führung erspielten.

Hohe Laufbereitschaft als Mittel zum ErfolgErst nach über sechs Minuten überwanden die Gäste den starken Marius Sulzbach zum ersten Mal, die SGB blieb aber weiter am Drücker. Mit extrem hoher Laufbereitschaft unterbanden die Hausherren das gefürchtete Tempospiel der Magdeburger nahezu vollständig, im Positionsangriff hatten Jannik Hoffmann und Co. die Gäste meist gut im Griff. Einzig SCM-Kreisläufer Niklas Danowski konnte sich wiederholt gut in Szene setzen, da die Bruchköbeler gegen die inzwischen in 6:0-Deckung verteidigenden Gäste offensiv weiter wenig Probleme hatten, konnte das Team von Tim Beckmann seinen Vorsprung verteidigen.

Das lag auch am guten Kreisspiel der Hausherren: Immer wieder setzten die Rückraumspieler Hoffmann stark in Szene, der gegen seine jungen Gegenspieler seine körperlichen Vorteile geschickt ausspielte und kaum zu stoppen war. Beim Seitenwechsel hatte der Kreisläufer der Bruchköbeler bereits sechsmal eingenetzt und dazu noch den ein oder anderen Strafwurf herausgeholt, so dass Hoffmann nicht wenig Anteil an der Pausenführung der SGB hatte.

Den letzten Nerv geraubtNach Wiederanpfiff hielten die Bruchköbeler dem hohen Tempo der Gäste weiterhin stand und bauten ihre Führung sogar aus, Geburtstagskind Jonas Heuer traf zwischenzeitlich per Tempo-Gegenstoß zum 20:13. Magdeburg verkürzte in Überzahl allerdings in der 40. Minute auf fünf Tore Rückstand, und da die Bruchköbeler in dieser Saison schon häufiger eigentlich komfortable Führungen verspielt hatten, gab es auf den Rängen den ein oder anderen bangen Blick.

Auf dem Feld war bei den Hausherren jedoch keinerlei Verunsicherung zu spüren: Die Gastgeber ließen sich auch von offensiveren Deckungsvarianten des SCM nicht aus der Ruhe bringen und spielten ihre Angriffe weiterhin souverän und sehr diszipliniert runter. Defensiv stand Bruchköbel weiter sehr stabil, zudem raubte Sulzbach mit einigen starken Paraden – unter anderem vereitelte der SGB-Schlussmann zwei Tempo-Gegenstöße – den Magdeburger Spielern den letzten Nerv.

Faire VerliererZehn Minuten vor dem Abpfiff lag Bruchköbel schließlich mit neun Toren in Front und hatte die Partie längst entschieden, trieb das Ergebnis in der Schlussphase aber noch weiter in die Höhe und feierte damit den höchsten Sieg in der noch jungen Drittliga-Geschichte des Vereins. „Auch in der Höhe ist dieser Sieg absolut verdient“, zeigte sich Gästecoach Vanja Radic trotz der Klatsche als fairer Verlierer. Beckmann freute sich über eine „Bombenleistung“: „So einen Sieg hat sich das Team nach all den knappen Niederlagen endlich mal verdient.“

SG Bruchköbel:Mike Bätz, Marius Sulzbach; Sebastian Dietrich (1), Fatih Günes (1), Jonas Heuer (1), Jannik Hoffmann (7), Milos Kreckovic (6), Edi Pjanic, Tegaday Ramos-Nuez (9/5), Jonas Ulshöfer (2), Ante Vuko, Yannik Woiwod, Sergej Zutic (5) – Schiedsrichter: Franz/Wießmeyer – Siebenmeter: SGB 6/5, SCM II 2/1 – Zeitstrafen: SGB 1, SCM II 6 – Zuschauer: 250

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