Handball

3. Liga: SG Bruchköbel empfängt Überflieger Eisenach

Handball. Einen Tag vor Heiligabend hat die SG Bruchköbel am Sonntag ab 17 Uhr die beste Mannschaft aus der 3. Liga Ost in der Dreispitzhalle zu Gast, den ThSV Eisenach. Der Zweitliga-Absteiger zieht an der Tabellenspitze einsam seine Kreise und hat bisher ganze neun Zähler Vorsprung auf die Konkurrenz.

Von Robert Giese

Der Bruchköbeler Kapitän Jonas Ulshöfer und seine Teamkollegen wollen den großen Favoriten dennoch „ein bisschen ärgern“ und sich vor eigenem Publikum so teuer wie möglich verkaufen. „Das ist natürlich wie David gegen Goliath“, findet Ulshöfer vor dem Duell mit dem Ligaprimus einen – passend zur Weihnachtszeit – biblischen Vergleich. Hier die Bruchköbeler, die tief im Tabellenkeller feststecken und im Kampf um den Klassenerhalt jeden Zähler benötigen, dort die Übermannschaft der Liga, die angesichts ihres komfortablen Vorsprungs auf die Konkurrenz bereits jetzt für die Aufstiegsrelegation planen kann. Aber in Ulshöfers Worten schwingt auch etwas Hoffnung mit, schließlich war es in der Vorlage trotz der schlechten Voraussetzungen schließlich David, der überraschend über seinen scheinbar übermächtigen Kontrahenten triumphierte.

Überraschung möglich

Der letzte überraschende Triumph der Bruchköbeler liegt dabei noch nicht allzu lange zurück, denn vor zwei Wochen erst war mit dem GSV Eintracht Baunatal der Tabellenzweite in der Dreispitzhalle zu Gast – und musste die Heimreise ohne Punkte antreten, weil Bruchköbel dem Favoriten mit einer engagierten Leistung und dem Publikum im Rücken den Schneid abkaufte. Allerdings ist Eisenach noch einmal ein anderes Kaliber als Baunatal: Bisher spielt der ThSV eine glänzende Saison, in der sich der Zweitliga-Absteiger erst einen einzigen Ausrutscher erlaubte – Mitte Oktober verlor der Spitzenreiter in Nieder-Roden. Für Ulshöfer ist es kein Zufall, dass Eisenach so gut dasteht: „Sie verfügen über einen sehr breiten Kader und sind auf jeder Position doppelt gut besetzt.“ Trainerfuchs Sead Hadanefendic verfügt also über jede Menge Qualität, und diese Qualität spiegelt sich auch in den Ergebnissen wider.

Insbesondere bei der offensiven Schlagkraft macht dem Team aus Thüringen niemand etwas vor, denn die30 Tore, die der ThSV pro Spiel im Schnitt erzielt, sind Ligaspitze. Da verwundert es kaum, dass die Eisenacher gleich zwei der zehn torgefährlichsten Spieler der Liga stellen: Sowohl Adrian Wöhler als auch Alexander Saul kommen bereits auf mehr als 80 Saisontore – und zwar zum allergrößten Teil aus dem Feld.Den Bruchköbelern gelang es im Hinspiel dennoch, dem großen Favoriten Paroli zu bieten. „Wir haben uns dort sehr gut verkauft“, erinnert sich Ulshöfer an die nur knappe 25:28-Auswärtsniederlage seines Teams zu Saisonbeginn in Eisenach – nur Baunatal war im bisherigen Saisonverlauf noch näher an einem Punktgewinn in Thüringen dran. „Für uns war das damals ein Ausrufezeichen, und diese Leistung wollen wir jetzt im Rückspiel gerne bestätigen.“

Nahezu vollständiger Kader

Dabei kann SGB-Spielertrainer Tegaday Ramos-Nuez auf einen nahezu vollständigen Kader zurückgreifen, denn es sind wohl fast alle Spieler fit, auch Ulshöfer hat die Erkältung, die ihn in der Vorwoche behinderte, auskuriert. Auf der Torwartposition werden die Bruchköbeler allerdings improvisieren müssen, denn die Verletzung, die Marius Sulzbach bereits in der vergangenen Woche gestoppt hat, hat sich mittlerweile als Muskelfaserriss entpuppt; der SGB-Schlussmann wird daher für die Partie gegen Eisenach ausfallen.Nichtsdestoweniger will die SGB „ein für uns gutes Spiel machen“ und hofft, dass das Highlight gegen den Tabellenführer zum Jahresabschluss noch einmal für volle Ränge sorgt. Von ihren Fans wollen sich die Bruchköbeler so gut wie möglich in die Winterpause verabschieden, wie Ulshöfer verspricht: „Wir werden auf jeden Fall alles geben, und dann sehen wir mal, was am Ende dabei herausspringt.“

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