Der Goalgetter kommt: Fast 200 Treffer hat Michael Spatz in dieser Saison bereits erzielt – am Sonntag kommt er mit dem TV Großwallstadt nach Bruchköbel. Archivfoto: TAP

3. Liga: SG Bruchköbel empfängt den Platzhirsch

Handball. Ein dickes Brett hat die SG Bruchköbel am Sonntagabend zu bohren. In die Dreispitzhalle kommt niemand Geringeres als der TV Großwallstadt, der Tabellenführer der 3. Liga Ost. Die um den Klassenerhalt kämpfende SGB braucht jeden Punkt und will daher auch im Duell mit dem Spitzenreiter nicht in Ehrfurcht erstarren.

Von Robert Giese

Gründe für eine Menge Ehrfurcht gäbe es freilich genug: Mit neun Punkten Vorsprung führt der Altmeister die Tabelle an, der Zweitliga-Aufstieg dürfte angesichts der strauchelnden Konkurrenz also nur noch Formsache sein. Nach holprigem Saisonstart haben die Mainfranken zuletzt eine beeindruckende Serie hingelegt und 14 Spiele in Folge gewonnen, die letzte Niederlage setzte es für das Team von Weltmeister Manfred Hofmann Ende September in Nieder-Roden.

Michael Spatz führt Torschützenliste souverän anAußerdem verfügt der TVG nicht nur über die beste Abwehr der Liga, sondern auch über den mit Abstand besten Torschützen der Liga: Fast 200 Treffer hat Rechtsaußen Michael Spatz in den 20 Saisonspielen bereits erzielt, über 50 Treffer mehr als der Zweitplatzierte in der Torschützenliste.

Dabei ist Spatz nur einer von vielen Top-Spielern bei Großwallstadt, wie SGB-Coach Tim Beckmann betont: „Sie sind überragend besetzt und verfügen auf einem sehr hohen Niveau über eine unglaubliche Leistungsdichte. Zudem sind sie nicht nur gute Einzelspieler, sondern funktionieren auch als Team super.“

„Es ist doch toll, gegen so ein gutes Team spielen zu dürfen“Dennoch freuen sich die Bruchköbeler auf das Duell mit dem Platzhirsch der Liga. „Es ist doch toll, gegen so ein gutes Team spielen zu dürfen“, findet Beckmann, „und in sportlicher Hinsicht ist es das einfachste Spiel des Jahres für uns: Niemand erwartet einen Punktgewinn von uns, wir haben also nichts zu verlieren und können völlig frei aufspielen.“

Mit ihren jüngsten Leistungen hatten die weiterhin mitten im Abstiegskampf steckenden Bruchköbeler zuletzt auch nicht gerade große Erwartungen geschürt, denn in den letzten beiden Partien gegen Gelnhausen und Bad Neustadt wirkten die Spieler oft verkrampft, entsprechend durchwachsen waren die Vorstellungen der SGB.

Tabelle macht Druck„Auf den Jungs lastet angesichts der Tabellensituation natürlich ein gewisser Druck, der hat sich da bemerkbar gemacht“, erläutert Beckmann – dadurch hätten seine Spieler in kritischen Situationen häufig die falschen Entscheidungen getroffen.

Die Spielpause am vergangenen Wochenende kam den Bruchköbelern daher gerade recht, denn dadurch konnte Beckmann im Training intensiv daran arbeiten, seine Spieler wieder in die Spur zu bringen.

Mannschaft von Grippewelle überrollt„Leider hat die Grippewelle auch uns erwischt, deshalb konnten wir nicht ganz so gut arbeiten wie erhofft“, bedauert der SGB-Coach. Bis zum Wochenende sollen aber alle Spieler wieder fit sein, und auch der am Knöchel verletzte Neuzugang Daniel Zourek mache weiter von Tag zu Tag Fortschritte.

Gegen das starke Kollektiv der Großwallstädter wollen die Bruchköbeler insbesondere mit ihrem eigenen starken Kollektiv punkten, auch wenn der TVG „ein harter Brocken ist und eine Niederlage gegen einen solchen Gegner beileibe kein Beinbruch wäre“, wie Beckmann betont.

„Aber wir sind so langsam im Saisonendspurt, und auch gegen Großwallstadt geht es dabei um zwei Punkte, die wir gut gebrauchen können. Um vor diesem Gegner in Ehrfurcht zu erstarren, ist daher jetzt nicht die richtige Zeit.“

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