Hinten dicht machen und vorne durchziehen: Lucas Lorenz (am Ball) und die HSG Hanau werden beim Gastspiel bei der HG Oftersheim/Schwetzingen besonders in der Abwehr gefordert sein. Die Gastgeber spielen gerne mit dem siebten Feldspieler. Archivfoto: TAP

Handball

3. Liga: Abwehr der HSG Hanau muss in Oftersheim bestehen

Handball. Wenn die HSG Hanau am Samstagabend zur HG Oftersheim/Schwetzingen reist, dürfte vor allem die Defensive der Hanauer im Fokus stehen. Das Team aus der Kurpfalz wechselt im Angriff nämlich regelmäßig den Torwart zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers aus, um so offensiv mehr Druck zu erzeugen.

Von Robert Giese

Für die Abwehr der HSG, die momentan zu den besten der 3. Liga Mitte zählt, steht damit also ein echter Härtetest an, schließlich will die Mannschaft von Olli Schulz auch an diesem Wochenende doppelt punkten.

„Der Trainer hat uns bereits auf den Weg gegeben, dass wir uns auf den siebten Feldspieler einstellen“, erwartet auch Lucas Lorenz am Samstag eine besondere Herausforderung durch die gegnerische Offensive. Der Kreisläufer ist allerdings zuversichtlich, dass die Hanauer diese Herausforderung bewältigen können: „Wir können das lösen, sowohl in der 3:2:1-Abwehr als auch in der 6:0“, betont Lorenz. Im bisherigen Saisonverlauf haben die Grimmstädter bereits bewiesen, dass sie auch in Unterzahl eine stabile Defensive stellen können, so biss sich beispielsweise das Team aus Leipzig trotz Überzahl im Angriff an der Hanauer Deckung die Zähne aus.

Hitzige Atmosphäre erwartet

Gefährlichster Mannschaftsteil der Kurpfälzer ist sicherlich der Rückraum, den auch Lorenz als „Herzstück“ bezeichnet: Linkshänder Tom Jansen sowie Daniel Hideg und der bundesliga-erfahrene Neuzugang Florian Burmeister sorgen bei der HG aktuell für Tore am Fließband.

„Wir müssen sehen, wie sie drauf sind, aber da kommt auf jeden Fall viel Wurfgewalt auf uns zu“, weiß Lorenz. Der Kreisläufer erwartet in der Nordstadthalle zudem eine hitzige Atmosphäre – und ein Wiedersehen mit Benedikt Müller, der in der Vorsaison in Hanau zwischen den Pfosten stand.

Chancen müssten genutzt werden

Schenken wollen die Hanauer ihrem früheren Schlussmann aber bei aller Wiedersehensfreude nichts, wie Lorenz betont: „Wir wollen auf jeden Fall einen Auswärtssieg und damit zwei weitere Punkte holen.“ Im Vergleich zum zwar ungefährdeten, aber glanzlosen Heimsieg gegen Bad Neustadt müsse sich das Team dafür aber in einigen Bereichen steigern, wie der Kreisläufer selbstkritisch anmerkt.

„Wir dürfen nicht so viele hundertprozentige Chancen liegen lassen“, bemängelt Lorenz etwa die ausbaufähige Trefferquote vom vergangenen Wochenende, „die freien Würfe, die Tempo-Gegenstöße – die müssen wir einfach reinmachen.“ Auch bei der kämpferischen Leistung gebe es noch Luft nach oben: „Gerade auswärts ist es wichtig, dass wir da noch eine Packung drauf legen.“

Gute Kontinuität

Eine Packung Eis musste Lorenz selbst übrigens am vergangenen Wochenende auf sein Knie legen, nachdem er im Getümmel zu Boden gegangen war. Angesichts von bereits zwei Kreuzbandrissen bei den Hanauern in dieser Saison eine Schrecksekunde, allerdings kann Lorenz inzwischen Entwarnung geben: „Ich habe mir da ein bisschen das Knie verdreht und bin blöd aufgekommen, dass ich danach auf der Bank geblieben bin, war aber nur eine Vorsichtsmaßnahme.“ Der Einsatz gegen Oftersheim am Wochenende ist daher nicht gefährdet.

So kann Lorenz zusammen mit Yannik Woiwod und Youngster Henrik Graichen auch in der Kurpfalz vom Kreis für mächtig Gefahr sorgen – ein taktisches Mittel, das bei den Hanauern immer häufiger funktioniert. „Ich war seit meinem Wechsel nach Hanau ja leider häufig verletzt, aber inzwischen haben wir beim Kreisspiel eine gute Kontinuität, die Absprachen zwischen Rückraum und Kreis funktionieren immer besser.“

Unterschiedliche Spielertypen als Vorteil

Über zwei Dutzend Treffer hat das Kreisläufer-Trio der HSG schon erzielt, zudem zahlreiche Siebenmeter herausgeholt – und die ein oder andere Zeitstrafe für gegnerische Teams.

Gegen Oftersheim wollen Lorenz und Co. erneut für mächtig Betrieb am Kreis sorgen und ihre individuellen Stärken zum Tragen bringen. „Unser Kreisspiel hat sich verbessert“, ist auch Lorenz zufrieden, „wobei es uns auch in die Karten spielt, dass wir da unterschiedliche Spielertypen haben: Yannik bewegt sich zum Beispiel mehr, während ich häufiger stehen bleibe.“

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