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Lernwillig und flexibel einsetzbar: SG Bruchköbel setzt auf zahlreiche Eigengewächse

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Gesetzt im SGB-Mittelfeld: Milad Ahmadi (Jahrgang 2002) verpasste in der Hinrunde keine Partie, gehörte auch beim Gastspiel in Dörnigheim (Michael Roth, links) zum Stammpersonal.
Gesetzt im SGB-Mittelfeld: Milad Ahmadi (Jahrgang 2002) verpasste in der Hinrunde keine Partie, gehörte auch beim Gastspiel in Dörnigheim (Michael Roth, links) zum Stammpersonal. © Scheiber

Beim Fußball-Gruppenligisten SG Bruchköbel heißt das Motto „Jugend forscht“. In der ersten Saisonhälfte stellte der Tabellenzehnte der Gruppenliga Frankfurt Ost eines der jüngsten Teams der Liga. Da etliche etablierte Kräfte ausfielen, schlug die Stunde von einigen Nachwuchskickern. Allen voran dem talentierten Neuzugang Milad Ahmadi, der vor der Saison von den A-Junioren des FC Bayern Alzenau zur SGB zurückkehrte, spielten sich ebenso der als A-Jugendlicher in der Innenverteidigung geforderte Paul Kern und der als Stürmer ins kalte Wasser geworfene Jason Ratsongnoen in den Blickpunkt.

Bruchköbel – „Es ist keinesfalls so, dass wir aus der Not eine Tugend machen. Nein, wir gehen den Schritt mit jungen Leuten bewusst“, erläutert SGB-Trainer Claus Schäfer, der hauptberuflich in der Nachwuchsarbeit des DFB tätig ist und somit von Haus aus ein Faible für junge Spieler hat. Schon in seiner ersten Amtszeit in Bruchköbel vor über 20 Jahren setzte der Übungsleiter mutig auf viele junge Spieler aus dem eigenen Verein und der Region.

Es sei zeitaufwendiger, mit jungen als mit fertigen Spielern zu arbeiten, betont Schäfer. „Mein Trainerteam und ich gehen sehr akribisch und vertrauensvoll mit dieser Aufgabe um, kennen uns auch in den Kadern der A- und B-Junioren aus“, sagt Schäfer und lobt seine Co-Trainer Uwe Ebert und Dennis Rauch sowie Stefan Alraum, der sich um die Ausbildung der Torleute kümmert. Zum Rückrundenstart wird auch zwischen den Pfosten des Gruppenligisten ein junger Keeper stehen. Joannis Kopp (wie Ratsongnoen Jahrgang 2001) wird seine Chance erhalten, da Stammtorwart Jannik Thummerer rotgesperrt ist.

Was Schäfer extrem schätzt: Die Youngster im Team sind nicht nur lernwillig, sondern auch flexibel einsetzbar. Beispiel Paul Kern: Dieser kam bei seinen zehn Gruppenligaeinsätzen in allen Mannschaftsteilen zum Einsatz, zuletzt im Derby gegen die SG Marköbel nach der Roten Karte für Thummerer sogar kurzzeitig als Torwart. Im Hinspiel auf dem Marköbeler Hartplatz durfte sich der junge Abwehrspieler mangels Alternativen auch mal als Stürmer versuchen.

Allrounder: Paul Kern (rechts) - im Duell mit dem Marköbeler Niklas Oppermann - kam im Sturm, Mittelfeld, Abwehr und Tor zum Einsatz.
Allrounder: Paul Kern (rechts) - im Duell mit dem Marköbeler Niklas Oppermann - kam im Sturm, Mittelfeld, Abwehr und Tor zum Einsatz. © Scheiber

Dass es ohne Erfahrung im Kader nicht funktioniert, wissen die Verantwortlichen der SG Bruchköbel nur zu gut - und haben auf dem Wintertransfermarkt bei Maximilian Walter zugegriffen und ihren Ex-Spieler vom Ligarivalen Germania Dörnigheim zurückgeholt.

Der 30-Jährige soll mit seiner Erfahrung eine Stütze für die „jungen Wilden“ sein. Der generelle Verjüngungsprozess tut dem Gruppenligisten aber gut. Schließlich mache es Spaß, wenn sich junge Akteure in den Vordergrund spielen. Kristian Skocibusic etwa. Der vom 1. FC Erlensee zum Schäfer-Team gestoßene und im Jugendalter auch beim FSV Frankfurt ausgebildete Offensivspieler ist auch erst 21 Jahre alt.

Noch jünger ist Milad Ahmadi. „Er hat alle Spiele gemacht, war auf Anhieb eine Figur in unserem Spiel“, freut sich Schäfer. Der erfahrene Coach möchte eigentlich keine einzelnen Spieler hervorheben, kein Talent beim Verteilen von Wertschätzung vergessen. „Francis Ennin und Tobias Müller zähle ich auch noch zur Riege der jungen Spieler“, erzählt Schäfer.

Weitere Eigengewächse, die sich seit dieser Saison Gruppenligaspieler nennen dürfen, sind Mathis Kuhbander und der A-Jugendliche Jakob Opitz. „Diesen Weg muss der Verein in den kommenden Jahren fortführen“, unterstreicht Schäfer. Ob mit ihm als Trainer ist noch nicht gesichert, noch hat der Fußballlehrer aus Nidda-Eichelsdorf seinen Kontrakt nicht verlängert. Durchaus vorstellbar ist eine weitere Zusammenarbeit aber schon. Schäfer bezeichnet die SGB gerne als Herzensangelegenheit und das Konzept, vornehmlich mit jungen Spielern arbeiten zu wollen, ist ihm wie auf dem Leib geschneidert.

Von Frank Schneider

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