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Lea Thiel knackt Deutschen Rekord: Rope Skipperin der TG Hanau ist Vize-Europameisterin

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Von: Julia Meiss

Stolze Hanauer Delegation: Der Tross der Rope Skipper der TG Hanau um die Vizeeuropameisterin Lea Thiel (hintere Reihe, Dritte von links) hat sich bei der EM in der Slowakei stark präsentiert.
Stolze Hanauer Delegation: Der Tross der Rope Skipper der TG Hanau um die Vizeeuropameisterin Lea Thiel (hintere Reihe, Dritte von links) hat sich bei der EM in der Slowakei stark präsentiert. © TG Hanau

Zweimal den Deutschen Rekord gebrochen und Vizeeuropameisterin geworden: Für Lea Thiel von der TG Hanau war die EM der Rope Skipper im slowakischen Bratislava eine äußerst erfolgreiche Angelegenheit. Auch ihre sieben Teamgefährten präsentierten sich im Wettkampf gegen die europäische Konkurrenz gut.

Hanau –Die 23-jährige Lehramtsstudentin der Fächer Mathematik, Erdkunde und Kunst war mit einem guten Gefühl in den Wettkampf der Disziplin Single Rope Speed Endurance gegangen, für den sie sich viel vorgenommen hatte. In dieser Disziplin müssen in drei Minuten so viele Sprünge wie möglich gemacht werden. Gezählt werden dabei aber nur die Sprünge des rechten Fußes. „Ich war ganz gut vorbereitet, auch wenn ich in der Zeit vor der EM an der Uni Klausurphase hatte. Im Training hatte ich mehrfach den Deutschen Rekord gebrochen und von daher war es mein Ziel, den Rekord bei der EM zu brechen“, erzählt die gebürtige Hanauerin, die mittlerweile an ihrem Studienort Frankfurt wohnt.

Da Rekorde nur bei offiziellen Veranstaltungen wie etwa der EM aufgestellt werden können, hieß es für Lea Thiel auf den Punkt konzentriert und fit zu sein. Und die Studentin lieferte ab. Gleich in der Vorrunde knackte Lea Thiel mit 468 Zählern den Deutschen Rekord. „Da war ich super happy. Und dann habe ich auch noch die Quali geschafft“, gehörte die Hanauerin nach der Vorrunde zu den besten sechs, die am Tag danach im Finale nochmals antraten. Dass der Finalwettkampf nur einen Tag später stattfand und von daher kaum Zeit für Regeneration war, machte Lea Thiel im Vorfeld nervös. Die 23-Jährige bekam ihre Nerven aber in den Griff und profitierte von ihrer guten Fitness. Schließlich trainiert die Lehramtsstudentin viermal pro Woche bei der TG Hanau Rope Skipping und feilt zusätzlich einmal pro Woche in einer fünften Einheit im Fitnessstudio an ihrer Kraft.

Somit war sie in der Lage, ihre Leistung vom Vortag noch mal zu steigern. Das Resultat: Den eigenen tags zuvor aufgestellten Deutschen Rekord gebrochen und die Vizeeuropameisterschaft gewonnen. Mit 471 Zählern - also Sprüngen mit dem rechten Fuß - hält Lea Thiel nun den Deutschen Rekord im Single Rope Speed Endurance.

Das nächste Fernziel hat die Studentin, die mit sieben Jahren bei der TG Hanau mit Rope Skipping begonnen hat, auch schon in das Auge gefasst. Nächstes Jahr steht nämlich die Weltmeisterschaft in Colorado/USA an. Bis dahin ist es ein weiter Weg, denn die Qualifikation läuft für Lea Thiel über die Hessenmeisterschaft und Deutsche Meisterschaft. Weil sie bei der Europameisterschaft gestartet ist, hat sie bereits die Hürde der Gaumeisterschaften genommen und steigt gleich bei den Landesmeisterschaften ein. „Wenn die Erfolge da sind, würde ich nicht ausschließen, in Colorado zu starten“, ist die 23-Jährige noch verhalten optimistisch. Voll des Lobes sind ihre Trainerinnen: „Lea hat sich super fleißig und ehrgeizig auf diese drei Minuten vorbereitet und gezeigt, dass hartes kontinuierliches Training belohnt wird“, sagen Chantal Temerson und Sindi Sina.

Letztere war bei der EM auch selbst im Einsatz und startete gemeinsam mit Mareen Bär, Liv Sallander und Lilith Schultheiß im Team. Dass dieses Team äußerst erfolgreich sein kann, haben die Starterinnen bei der diesjährigen Deutschen Mannschaftsmeisterschaft in Hanau unter Beweis gestellt, wo sie Deutscher Vize-Mannschaftsmeister geworden sind. In der Paradedisziplin 1x60 Sekunden Double Dutch Speed landeten die Hanauerinnen auf dem vierten Platz. Das ist ein Erfolg, denn das Coronavirus machte den TGH-Skipperinnen in der Wettkampfvorbereitung einen Strich durch die Rechnung. In einer Speed Disziplin sowie mit einem Double Dutch schaffte es die Truppe ebenfalls ins Finale.

Seine internationale Premiere feierte bei der EM der Hanauer Max Weber, der seine Nerven gut im Griff hatte. In der Disziplin 30 Sekunden Speed verpasste der TGH-Springer die Bronzemedaille um einen Sprung und musste sich mit dem vierten Platz begnügen. Für seinen Freestyle wurde er ebenfalls mit Platz vier belohnt. Mit reichlich internationaler Erfahrung, aber dem Abiturstress in den Knochen, startete das Duo Louisa Gotta und Julia Hegermann. Im Pair-Freestyle schafften sie es auf Platz sieben.

Trainerin Chantal Temerson spricht von einer anstrengenden, aber auch überaus erfolgreichen Woche bei der Europameisterschaft und wirft den Blick schon voraus auf die Saison 2023, bei der die Rope Skipper der TG Hanau wieder für Ausrufezeichen sorgen wollen.

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