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Lauf-Ass Tristan Kaufhold in bestechender bei hessischer Meisterschaft Form

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Der entscheidende Moment: Tristan Kaufhold verschärft das Tempo vor Daniel Ellis und setzt sich ab.
Der entscheidende Moment: Tristan Kaufhold verschärft das Tempo vor Daniel Ellis und setzt sich ab. © os

Die hessischen Hallenmeisterschaften der U20-Leichtathleten litten erheblich unter der aktuellen Corona-Situation. Zwar fanden die Athleten in der August-Schärttner-Halle insgesamt gute Bedingungen vor, doch teilweise stark ausgedünnte Teilnehmerfelder zeugten von der gegenwärtigen Infektionsproblematik. Die meisterte der Hessische Leichtathletik-Verband organisatorisch dank eines wasserdichten Konzepts dennoch bestens, um die Titelkämpfe zu ermöglichen.

Hanau – Nachwuchs-Ass Tristan Kaufhold (SSC Hanau-Rodenbach) nahm diese Chance wahr und setzte seine Erfolgsserie auch gegen die bis zu drei Jahre ältere Konkurrenz mit dem ersten U20-Titel fort. Der letztjährige deutsche U16-Meister und 3000-Meter-Schülerrekordler überzeugte nach einem spannenden Zweikampf mit seinem gewohnt starken Endspurt, der ihm in der Hallenbestzeit von 8:57,65 Minuten den Sieg vor Daniel Ellis (TV Wetzlar/8:58,65 Minuten) einbrachte.

Ellis sorgte von Beginn an für ein gleichmäßig hohes Tempo, passierte mit Kaufhold im Schlepptau die 1000 Meter in 3:02 Minuten und die 2000 Meter in 6:04 Minuten. Als der SSC-Youngster dann vorbeiziehen wollte, konterte der Wetzlarer sogar noch und blieb eisern dran. Allerdings nur bis eingangs der letzten beiden Runden, auf denen Kaufhold Meter um Meter herausholte und schließlich mit exakt einer Sekunde Vorsprung gewann.

„Ich hatte mir eine Zeit um 9:00 Minuten zugetraut und mich auch während des Rennens gut gefühlt. Im Mittelteil war es aufgrund der Wärme in der Halle vielleicht mal ein bisschen zäh, aber auf den letzten fünf Runden lief es super. Wenn ich jetzt noch gut trainiere, kann ich bei den süddeutschen Meisterschaften in zwei Wochen auch über 1500 Meter um den Titel mitlaufen“, meinte Kaufhold.

Nicht am Start war der favorisierte Wiesbadener Anas Belfqih, der zu den vielen Ausfällen im Laufbereich zählte. So wie auch SSC-Neuzugang Maja Severloh, deren Heimtrainer Nils Milde sich nach dem Abschlusstraining in der Schärttner-Halle noch vorsichtig optimistisch gezeigt hatte. „Je nachdem, wie es läuft, könnte es spannend werden“, lautete seine Einschätzung mit der zuvor auf Augenhöhe eingeschätzten Carolina Schäfer (TG Schwalbach). Doch so weit kam es angesichts der kurzfristigen Absage von Maja Severloh nicht. „Ich hatte beim Einlaufen am Vortag wieder etwas Atemprobleme und einen erhöhten Puls. Damit ist der Wettkampf nicht möglich“, entschied die Athletin mit Blick auf die Gesundheit und einen vernünftigen Saisonaufbau. So ging der Sieg an Schäfer, die zudem mit 10:01,85 Minuten ein Niveau präsentierte, das Maja Severloh nur in Bestform angestrebt hätte.

Vanessa Mikitenko bereitet sich auf süddeutsche und deutsche Meisterschaft vor

Carolina Schäfer war es auch, die am ersten Veranstaltungstag im 1500-Meter-Wettkampf in der Spitzengruppe mitmischte. Letztlich blieb ihr dort nach einem taktischen Rennen in 4:45,62 Minuten Rang drei, weil sich die DLV-Kaderathletinnen Sarah Köcher (LG Odenwald) und Vanessa Mikitenko (SSC Hanau-Rodenbach) auf den letzten 400 Metern entscheidend in Szene setzten. Dass Mikitenko dabei wie schon in der Vorwoche bei ihrem U18-Vizetitel über 800 Meter wiederum im Spurt den Kürzeren zog, nahmen sie und ihre Heimtrainerin Irina Mikitenko gelassen: „Es war ein weiteres Rennen im Aufbau zu den süddeutschen und deutschen Meisterschaften im Februar. Wenn von Anfang an auf Tempo gelaufen wird, dann kommt sie auch in den Bereich ihrer Bestzeit von 4:36 Minuten“, erklärte Irina Mikitenko.

So blieb die Uhr diesmal bei 4:43,21 Minuten stehen, während Köcher in 4:42,06 Minuten gewann. Eine neue persönliche Bestmarke erzielte die 15-jährige Anne Schneider (SSC) als Siebte in 5:10,92 Minuten. Ebenfalls auf einem Urkundenrang platzierten sich ihre Vereinskameraden Fynn Becker (7./2:08,14 Minuten) und Jannik Hümmer (8./2:08,42 Minuten). Die für den TV Gelnhausen startende Rodenbacherin Melina Höfer erreichte im 60-Meter-Finale mit 7,88 Sekunden den sechsten Platz.

Sportlicher Höhepunkt der Zweitages-Veranstaltung war die 400-Meter-Zeit von Jana Becker (LG Wettenberg). Die letztjährige deutsche Schülermeisterin lief mit 56,15 Sekunden direkt in die nationale U20-Elite hinein. Ganz stark auch der 60-Meter-Hürdensprinter Aaron Gurgian (Sprintteam Wetzlar) in 7,84 Sekunden sowie die 6,97 Sekunden des Gelnhäuser 60-Meter-Sprinters Juan-Sebastian Kleta.  (os)

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