Die Überflieger der Landesliga: Die HSG Hanau II hat in dieser Saison noch kein Spiel verloren. Das soll für Benjamin Horn und seine Teamkollegen auch nach dem Spiel beim Tabellenzweiten TV Gelnhausen II so bleiben. Archivfoto: TAP

Handball

Landesliga: Showdown an der Tabellenspitze

Handball. Über die gesamte Hinrunde hinweg haben sich die HSG Hanau II und die zweite Mannschaft des TV Gelnhausen schon ein Fernduell um die Tabellenführung in der Landesliga Süd geliefert, am kommenden Sonntag ab 16 Uhr treffen die beiden Rivalen in Gelnhausen nun erstmals direkt aufeinander.

Von Robert Giese

Da ausgerechnet im letzten Spiel des Jahres in diesem Derby eine Vorentscheidung im Rennen um die Meisterschaft fallen könnte, fiebern sowohl die HSG als auch die Gelnhäuser dem Gipfeltreffen bereits entgegen.„Es hat schon einen besonderen Reiz, wenn der Erste gegen den Zweiten spielt“, räumt der Hanauer Trainer Norbert Wess ein, „und durch einen Sieg könnten wir auf fünf Punkte davonziehen.“

Angesichts der lediglich zwei Verlustpunkte, die Hanau in dieser Saison bisher hinnehmen musste, könnte das ein vorentscheidender Vorsprung sein im Rennen um den Oberliga-Aufstieg. Wess aber wiegelt bei solchen Rechnereien entschieden ab: „Wir sind erfahren genug um zu wissen, dass die Meisterschaft erst später entschieden wird, denn es gibt immer tausend Unwägbarkeiten. Selbst ein Vorsprung von fünf Punkten wäre kein Ruhekissen“, mahnt der HSG-Coach, der sich lieber auf das Spiel konzentrieren will statt auf die möglichen Folgen.

Dabei ist die Ausgangslage der Hanauer durchaus komfortabel: Mit drei Zählern Vorsprung führen sie aktuell die Tabelle an, selbst im Fall einer Niederlage wäre ihnen die Herbstmeisterschaft nicht mehr zu nehmen. Wess warnt aber, „dass Gelnhausen sicher nicht schlechter ist als wir, deshalb müssen wir mit der nötigen Spannung ins Spiel gehen.“ Im Gegensatz zu den vorangegangenen Spielzeiten verfügten die Gelnhäuser in dieser Saison über einen relativ konstanten Kader und seien dementsprechend eingespielt.

Leichtes Schwächeln

Deren Trainer Matthias Geiger spricht zwar davon, „dass wir etwas überraschend auf dem zweiten Platz stehen, aber wir haben ordentlich gearbeitet und das sieht man auch an den Ergebnissen.“ In den vergangenen drei Wochen schwächelte der TVG jedoch etwas, verlor erst bei der HSG Kahl/Kleinostheim und in der Vorwoche auch in Egelsbach – und damit bei genau den Gegnern, die auch den Hanauern in dieser Saison bereits Punkte abgeknöpft haben. „Kahl war an dem Tag sehr stark und in Egelsbach“, so Geiger, „haben wir uns nicht schnell genug auf die Schiedsrichter eingestellt und uns zu naiv verhalten.“

Gegen Hanau wollen die Gelnhäuser nun wieder „unsere beste Leistung bringen, auch wenn uns bewusst ist, dass da ein sehr starker Gegner auf uns zukommt.“ Die HSG verfüge über ein sehr reifes Team, die Hanauer Spieler seien sehr gut ausgebildet und die Mischung aus Jugend und Erfahrung stimme. „Insgesamt ein sehr attraktiver Gegner, aber wir wollen“, betont Geiger, „selbstverständlich versuchen, zu gewinnen.“

Geht es nach Wess, darf es da gerne beim Versuch bleiben – allerdings müsse sein Team dafür vor allem die größte Stärke des TVG kontern, dessen Umschaltspiel. „Sie leben von ihrem Tempospiel und ihrer Schnellen Mitte, deshalb müssen wir da konsequent stören“, fordert Wess, der auf praktisch den gleichen Kader zurückgreifen kann wie in der Vorwoche, als die HSG beim 42:25-Kantersieg über den TV Büttelborn noch einmal jede Menge Selbstvertrauen tankte. „Wir dürfen zwar nicht überdrehen“, mahnt der Trainer der Hanauer, „aber wir fahren nach Gelnhausen, um zu gewinnen.“

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