Führungsspielerin Svenja Brand freut sich auf das Landesliga-Gipfeltreffen ihres TV Langenselbold mit dem TV Bürgstadt. Die Selbolderinnen wollen die Tabellenführung verteidigen. Archivfoto: Roland Adrian

Handball

Landesliga: TV Langenselbold hat ärgsten Verfolger zu Gast

Handball. Mit dem 25:19-Auswärtssieg bei der HSG Sulzbach/Leidersbach vergangenes Wochenende sicherten sich die Frauen des TV Langenselbold den Platz an der Sonne in der Landesliga Süd. Doch zum Jubeln war ihnen nicht wirklich zumute.

Von Katja Vügten

„Wir haben uns beim Liga-Schlusslicht nicht mit Ruhm bekleckert, jede von uns war danach frustriert und mit sich selbst beschäftigt“, erklärt Svenja Brand, eine der „alten TVL-Hasen“.

Die Feierlaune dürfte allerdings steigen, wenn am Samstag um 18 Uhr der ärgste Verfolger TV Bürgstadt aus dem Weg geräumt werden sollte. Die Chancen auf eine erfolgreiche Revanche für das unglücklich verlorene Hinspiel stehen gut. Diesmal genießen die Selbolderinnen Heimrecht – ein klarer Vorteil. Denn in der Sporthalle der Käthe-Kollwitz-Schule ist die Mannschaft von TVL-Trainer Stefan Wagner in dieser Saison noch ungeschlagen. „Die Fans können uns auch diesmal nach vorne tragen“, hofft der Coach auf volle Ränge. Und auch seine Spielerinnen haben im Vorfeld mächtig Werbung für das Spitzenduell betrieben.

Eigene Fehler müssten auf ein Minimum reduziert werden

Linksaußenspielerin Svenja Brand weiß, dass am Samstagabend ein schweres Stück Arbeit auf ihre Mannschaft zukommen wird: „Wer 60 Minuten lang 110 Prozent gibt und den Schritt mehr geht als die jeweilige Gegenspielerin, wird sich durchsetzen“, vermutet sie. Und Stefan Wagner fügt an: „Wir müssen konzentriert und zielstrebig sein und morgens mit dem richtigen Fuß aufstehen.“ Eine wichtige Voraussetzung sei auch, dass alle Spielerinnen fit sind. In dieser Woche waren Stephanie Wagner und Svenja Weigelt etwas kränklich. Bis auf Stephanie Bauschmann (Schulter-OP) dürften aber am Samstag alle dabei sein.

Wichtig sei, so Wagner, die eigenen Fehler auf ein Minimum zu reduzieren. In Sulzbach habe gerade in der ersten Halbzeit der Wurm dringesteckt und insgesamt wenig funktioniert. Da man sich aber nicht aufgegeben habe, sprang im Endspurt ein klarer Sieg heraus.

„Wir dürfen Respekt vorm Gegner haben, aber keine Angst“

Der TV Bürgstadt verfügt über einen starken Rückraum mit den beiden Hauptprotagonistinnen Gunkelmann und Breitenbach. Da muss die Abwehr von Beginn an stabil stehen. „Auch in unseren Angriff müssen wir wieder mehr Konstanz bringen, unsere Chancen und vor allem Siebenmeter konsequenter nutzen“, fordert Svenja Brand, die aber weiß, dass ihre Mannschaft über eine moralische Stärke verfügt, die vieles möglich macht. Durch das harmonische Miteinander und füreinander Arbeiten kann der Schalter schnell umgelegt und ein Rückstand wettgemacht werden.

„Wir dürfen Respekt vorm Gegner haben, aber keine Angst“, so Stefan Wagner, der überzeugt davon ist, dass seine Mannschaft das Spitzenspiel gewinnen wird. Sein Wunsch wäre ein Sieg mit vier Toren, dann hätte der TVL den direkten Vergleich gewonnen. Mit einem Erfolg wäre die Tabellenführung zwar verteidigt, aber nicht sicher. „Das ist nur eine Momentaufnahme“, weiß Svenja Brand, dass noch viel passieren kann, denn jeder könne jeden in dieser Liga bezwingen.

„Sie hat uns als Mannschaft, aber auch jeden einzelnen geformt“

Aber natürlich wollen die Selbolderinnen ihren Platz an der Sonne verteidigen – bis zum Schluss. „Das Ziel ist greifbar, und dafür werden wir kämpfen“, so die 29-jährige Brand. Der Aufstieg in die Oberliga wäre keine Pflicht, aber das i-Tüpfelchen und für sie persönlich ein toller Erfolg in ihrer Handballkarriere. Als Sechsjährige kam Svenja Brand, frühere Reiterin und heutige Mountainbikerin, durch ihren Onkel und Cousin zum Handball, hielt dabei immer dem TV Langenselbold die Treue. Mit 16 Jahren wurde der Flügelflitzer seinerzeit bei den Frauen integriert – so wie jetzt auch die A-Jugendlichen Linda Barnack oder Annalena Galera. „In dieser Phase hat mich mein damaliger Trainer Christian Simon besonders gefordert und gefördert“, erinnert sich die Maschinenbauingenieurin.

Auch Hanne Koch habe sie viel zu verdanken. „Sie hat uns als Mannschaft, aber auch jeden einzelnen geformt“, so die Linksaußenspielerin, die schon zwei große Verletzungen an Kreuzband und Achillessehne wegstecken musste, sich aber jeweils zurückgekämpft hat. Gemeinsam mit der Mannschaft will Svenja Brand alles dafür geben, damit Anfang April Landesliga-Meisterschaft und Oberliga-Aufstieg bejubelt werden können. Einen Monat später steht dann auch schon das nächste Highlight an: die eigene Hochzeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema