Zehn-Minuten-Zeitstrafe statt Ampelkarte: Im Fußballkreis Hanau startet ein Pilotprojekt.
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Zehn-Minuten-Zeitstrafe statt Ampelkarte: Im Fußballkreis Hanau startet ein Pilotprojekt.

Fußballkreis Hanau

Künftig Zeitstrafen statt Ampelkarten auf Kreisebene

  • Thorsten Jung
    VonThorsten Jung
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Hanau – Am Sonntag um Mitternacht war Meldeschluss für die Vereine im Fußballkreis Hanau. Kurzfristig hat Rot-Weiß Großauheim seine Entscheidung mitgeteilt: Der Klub wird kommende Saison nicht mehr in der Kreisoberliga Hanau antreten. „Sie haben am Sonntag eine Mail geschickt, dass sie in der A-Liga antreten wollen“, erzählte Kreisfußballwart Dirk Vereeken am Montag.

Ansonsten gibt es bei den Mannschaftsmeldungen keine Veränderungen im Vergleich zur vergangenen Saison. „Ich habe am Sonntag nach 20 Uhr noch Vereine anrufen müssen, aber jetzt sind alle Infos beisammen“, so Vereeken.

Auf eine einschneidende Neuerung müssen sich Spieler, Trainer und Zuschauer zur kommenden Saison einstellen. Auf Kreisebene ist die Gelb-Rote Karte Geschichte. Die Zehn-Minuten-Zeitstrafe wird eingeführt. „Das ist eine Testphase für zwei Jahre, vom DFB liegt die Genehmigung für dieses hessenweite Modellprojekt vor. Der Verbandsvorstand ist sich einig, es muss nur noch beschlossen werden“, berichtete Vereeken. In der Gruppenliga wird eine Ampelkarte künftig eine Ein-Spiel-Sperre nach sich ziehen, wie es bisher bereits von der Verbandsliga aufwärts der Fall ist.

Bei den Regelungen bezüglich der Auswechslungen bleibt es beim Alten. Auf Nachfrage von Olaf Fürchtenicht (FC Büdesheim) meinte Vereeken am Freitagabend im Rahmen der Videokonferenz der heimischen Fußballvertreter, dass die „Ausnahmen für fünf Wechsel nur im Profifußball“ gelten.

Spielverlegungen prinzipiell sind flexibel möglich

Der Vorsitzende des FC Hochstadt, Manfred Maier, hatte wissen wollen, ob es eine großzügige Behandlung für Spielverlegungen gebe, falls die Saison schon am 1. August starten würde und eine Mannschaft aus Urlaubsgründen Personalprobleme hätte. „Ist eine Spielverlegung dann mit Unterstützung des Kreisfußballausschusses unproblematisch oder wird sich an Statuen gehalten?“, wollte Maier wissen. Vereeken beruhigte ihn: „So strikt sind wir da nicht. Spielverlegungen sind möglich, aber bitte schnellstmöglich nachholen. Wir können aber nicht alle vier Spieltage eines Vereins aus der Ferienzeit raus verlegen.“

Wie bei den Aktiven soll auch die alte Pokalrunde bei den Alten Herren noch zu Ende gespielt werden. Vereeken erklärte, dass der Fußballkreis Hanau zwei Mannschaften für den Hessenpokal melden darf, „weil der Pokalsieger aus der vergangenen Saison keine Chance auf eine Teilnahme hatte“. Da in Hanau kein Pokalsieger 2019/20 ermittelt wurde, dürfen die beiden Finalisten der Runde 2020/21 in der kommenden Saison im Hessenpokal starten. Doch wann geht’s weiter? „Wenn klar ist, wann Meldeschluss für den Hessenpokal ist, setze ich mich mit den Vereinen, die noch im Wettbewerb sind, in Verbindung“, erklärte der Hanauer Kreisfußballwart. Da noch nicht einmal alle Erstrundenpartien ausgespielt werden konnten, sind noch 13 Teams im Rennen. (Von Thorsten Jung)

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