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Krimi in Karlsruhe geht gut aus: White Wings schlagen Wizards 77:74

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Von: Thorsten Jung

Dion Braimoh von den White Wings zieht beim Spiel in Karlsruhe zum Korb.
Dion Braimoh von den White Wings zieht beim Spiel in Karlsruhe zum Korb. © Pascal Dietrich

Einen Nervenkrimi haben die Hanau White Wings gestern in Karlsruhe auf das Parkett gelegt. Gut vier Stunden vor dem ARD-Tatort erlebt der Geschäftsführer des Drittligisten aus der Brüder-Grimm-Stadt zu Hause vor dem Livestream einen nervenaufreibenden Basketball-Krimi. Auf so viel Spannung hätte Sebastian Lübeck und zahlreiche nicht mitgereiste White-Wings-Fans gerne verzichtet.

Karlsruhe – Alleine in der Schlussminute hätten Philipp Hecker oder Philipp Walz für die Entscheidung sorgen können. Am Ende stand ein 77:74 Sieg bei den Arvato College Wizards, der ein wichtiger Schritt in Richtung Play-offs ist.

Obwohl die Hanauer besser ins Spiel kamen, Karlsruhe punktete erst nach über sechs Minuten erstmals, gab es ihrem Spiel keine Sicherheit. Viel zu unruhig wurde teilweise agiert. „Da wissen beide, wie wichtig das Spiel ist“, meinte daher auch Lübeck und begründete so das zerfahrene erste Viertel, aus dem Hanau mit leichten Vorteilen ging. Im zweiten Viertel spielten seine Schützlinge besser zusammen. „Leider haben wir in dieser Phase drei wilde Dreier kassiert.“

Mit einer 37:36-Führung ging es in die Halbzeit, aus der die Gastgeber besser kamen. Die Wizards drehten das Spiel mit vier Punkten in Serie, ehe Walz zwei wichtige Würfe von jenseits der Dreierlinie versenkte und auf 43:40 stellte. „Die haben dem Team einen Push gegeben“, freute sich Lübeck. Hanau setzte sich Stück für Stück ab. „Das dritte Viertel haben wir solide kontrolliert.“ Eine deutlichere Führung als der 60:54-Zwischenstand ist allemal drin gewesen.

Da sich das Team von Headcoach Kamil Piechucki aber nicht belohnte, blieb es auch im letzten Viertel spannend. Sechs Minuten vor dem Ende übernahmen die Wizards wieder die Führung, doch die Gäste konterten mit Treffsicherheit aus der Entfernung. Matthias Fichtner und Niklas Krause warfen die Grimmstädter wieder in Führung. Karlsruhe ließ sich aber nicht abschütteln und so ging es mit einer knappen 76:74-Führung in die Schlussminute.

30 Sekunden vor dem Ende hätte Hecker mit einem Dreier alle Nerven bei Lübeck und den White-Wings-Anhängern beruhigen können. Sein Dreierversuch verfehlte jedoch das Ziel. Doch auch die Gastgeber scheiterten und so hatte Walz die Möglichkeit, für Entspannung zu sorgen, doch seine beiden Freiwürfe landeten auch nicht im Korb.

Der Rebound ging an die Gastgeber, aber Fichtner verhinderte mit vollem Einsatz einen Gegenstoß. Hanau blieb in Ballbesitz, Stefan Vasovic wurde gefoult und machte es besser als Walz. „Puh, das war ein unnötig wildes Ende. Die Nerven sind maximal strapaziert“, war Lübecks erste Reaktion nach der erlösenden Schlusssirene. „Ich finde es anstrengender und nerviger, ein Spiel am Stream zu sehen, als in der Halle. Da hat man ein ganz anderes Gefühl.“

Während „JD“ Tisdale eine enttäuschende Partie bot und gegen Ende nicht mehr eingesetzt wurde, glänzten mit Abstrichen Hecker sowie Fichtner und Krause, der seit Wochen in guter Form ist. Walz spielte eher unauffällig. „Dann haut er aber zwischendurch zwei Dreier raus und wirft dafür am Schluss die beiden Freiwürfe daneben“, urteilte Lübeck.

Nun haben die White Wings den direkten Vergleich gegen Bayern II und Karlsruhe gewonnen. Das ist auch im Heimspiel (Samstag, 19 Uhr) gegen Tabellennachbar Coburg, das in Ulm gewann, das Ziel.

Hanau: Tisdale (13), Krause (12), Walz (11), Hecker (11), Fichtner (9), Braimoh (8), Vasovic (7), Loh (4), Demtrio (2)

Von Thorsten Jung

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