Elfmeter rausgeholt: Travis Parker wird von SG Bruchköbels Felix Rohner unsanft gestoppt. Der Foulelfmeter zum 3:0 machte auf den Pokalgewinn des SC 1960 den Deckel drauf – und auf die starke Vorstellung von Parker. Archivfoto: TAP

Fußball

Kreispokal: Travis Parker der Matchwinner für 1960 Hanau

Fußball. Im Eishockey gibt es den „Player of the match“, beim Hanauer Kreispokalfinale am Pfingstmontag zwischen dem SC 1960 Hanau und der SG Bruchköbel (3:0) schlüpfte Travis Parker in diese Rolle.

Von Gert Bechert

Der pfeilschnelle Wirbelwind auf der rechten Seite war nach dem Seitenwechsel nicht mehr zu bremsen und avancierte mit zwei Vorlagen und einem an ihm verschuldeten Foulelfmeter zum Matchwinner. Dabei agierte der 28-Jährige beim 2:0 sehr uneigennützig. „Ein Blick nach links zeigte mir, dass der mitgelaufene Takero Itoi besser postiert war, weshalb ich nicht selbst den Abschluss suchte, sondern querpasste“, begründet Parker das Abspiel.

Pokalgewinn eine "Erlösung"

Der Gewinn des Kreispokals bedeutet dem „Hanauer Jungen“, wie Sportchef Okan Sari ihn nennt, sehr viel. „Das war für den Verein sehr wichtig, fast wie eine Erlösung“, meint Parker. Dass er daran entscheidenden Anteil hatte, freut ihn umso mehr. Sari sieht das Leichtgewicht auf dem richtigen Weg. „Fußballspielen konnte Travis schon immer, mittlerweile ist er auch menschlich gereift“, lobt Sari den Flügelflitzer, der in den Planungen der Verantwortlichen eine wichtige Rolle spielt. Egal, ob als rechter Außenverteidiger mit Drang nach vorne oder als offensiver Außenbahnspieler, Parker gilt als gesetzt. „Wir werden sicher noch viel Freude an ihm haben“, hofft Sari.

Dabei war Parker im vergangenen Sommer schon weg. Er wechselte zum Hessenligisten FV Bad Vilbel, wo er sich gute Chancen ausrechnete. Allerdings stimmte die Chemie zwischen ihm und Trainer Amir Mustafic nicht, weshalb Parker im August wieder bei Sari anklopfte. Die erhoffte sofortige Freigabe wurde aber vom Verband nicht genehmigt, weshalb Parker bis zum 1. Januar 2019 auf Eis lag. „Trotzdem war er immer im Training“, lobt Sari das Verhalten des Rechtsfußes.

2014 bereits Gruppenliga-Meister mit 1960

Als Achtjähriger begann Parker bei der Spvgg. 1910 Langenselbold mit dem Kicken. Weitere Stationen in der Jugend waren der VfR Kesselstadt, RW Frankfurt und Kickers Offenbach. Seinen Einstieg bei den Senioren gab er beim aufstrebenden SSV Lindheim. Im Sommer 2014 wechselte er zum SC 1960 Hanau, wo er auf Anhieb die Meisterschaft in der Gruppenliga Ost feierte. Nach vier Jahren beim HSC strebte er vergangenen Sommer zu höheren Zielen. Der Wechsel zum Hessenliga-Aufsteiger FV Bad Vilbel stellte sich schnell als großes Missverständnis heraus.

Jetzt gilt sein ganzes Augenmerk den 1960ern. „Ich fühle mich im Verein sehr wohl und will das Vertrauen, das man mir entgegenbringt, gerne zurückzahlen“, betont Parker, der den Hessenliga-Aufstieg fest ins Visier genommen hat. Was als Kampfansage an Nachbar FC Hanau 93 zu werten ist. Ob sich sein größter Wunsch, die Mannschaft kommende Saison als Kapitän aufs Feld führen zu können, erfüllt, wird maßgeblich der neue Trainer entscheiden. Dieser soll heute offiziell vorgestellt werden.

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