Fühlt sich bei den Eintracht-Sportfreunden Windecken alleine gelassen: Erstmannschafts-Trainer Matthias Filbrich wird den Kreisoberligisten nach dieser Saison verlassen. Außerdem werden der Vorsitzende Frank Trimhold und dessen Stellvertreter Randolf Schäfer ihre Ämter niederlegen. Archivfoto: TAP

Windecken

Kreisoberliga: Windeckens Trainer und die Vorsitzenden hören auf

Fußball. Der Kreisoberligist Eintracht-Sportfreunde Windecken steht vor einer ungewissen Zukunft: Neben dem Trainer der ersten Mannschaft, Matthias Filbrich, wird zum Saisonende auch der Vorstand, bestehend aus dem Vorsitzenden Frank Trimhold und seinem Stellvertreter, Randolf Schäfer, seine Ämter niederlegen.

Von David Lindenfeld

Das teilten Filbrich und Trimhold im Gespräch mit unserer Zeitung mit. Trotz des sportlichen Erfolgs und der Aufstiege beider Mannschaften im vergangen Jahr, entschieden sich die drei Verantwortlichen aus zeitlichen Gründen für diesen Schritt. „Geschuldet ist das der fehlenden Manpower im Verein und weil alles immer zeitintensiver wird“, erklärt Filbrich seine Entscheidung, die er dem Verein bereits im November mitgeteilt und nun öffentlich gemacht hat.

Auch beim Vorsitzenden Trimhold steht die Entscheidung bereits seit Längerem fest: „Bei mir ist das auch rein zeitlich bedingt. Ich habe bereits nach einem Jahr gemerkt, dass ich das als selbstständiger Unternehmer aus zeitlichen Gründen so nicht fortführen kann, bin aber keiner, der dann einfach mittendrin hinschmeißt“, erklärt Trimhold, der sein Amt nach zwei Jahren als Vorsitzender im Sommer niederlegen wird – dem Verein aber weiterhin mit „Rat und Tat“ zur Seite stehen will: „Nur nicht mehr in dem Rahmen, dass ich ein offizielles Amt übernehme.“

"Fehlende Manpower"Filbrich, der zuvor zehn Jahre lang im Nachwuchsleistungszentrum von Kickers Offenbach tätig war, hatte bereits vor der Saison im Gespräch mit unserer Zeitung die „fehlende Manpower“ im Verein beklagt und berichtet, dass es immer weniger Ehrenamtliche gäbe und man um „jede helfende Hand kämpfen“ müsse.

Vor allem nach dem Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Kreisliga B und dem Aufstieg seines Teams in die Kreisoberliga, hatte der 50-Jährige auf mehr Unterstützung aus den Reihen des Vereins gehofft: „Ich habe mir nach den Aufstiegen mit beiden Mannschaften erhofft, dass sich mehr Leute engagieren und Ämter übernehmen.“ Stattdessen verteilt sich die Last weiterhin nur auf wenige Schultern.

Gruppenliga war das Ziel„Meine zehn Jahre in Offenbach waren schon sehr intensiv, das hat mich aber nicht so viel Zeit gekostet wie meine Aufgabe in Windecken“, so Filbrich, der nun hofft, dass sich bei der Jahreshauptversammlung Anfang April genügend Personen finden, die sich dazu bereit erklären, die ab Sommer vakanten Posten zu übernehmen: „Ich hoffe für den Verein, dass es im April irgendwie weitergeht und die Ämter neu besetzt werden. Genügend Leute sind ja da, ich hoffe, dass die dann in die Bresche springen.“

Dass seine Zeit in Windecken im Sommer nach drei Jahren zu Ende gehen wird, bedauert Filbrich, der mit dem Verein mittelfristig das Ziel hatte, in die Gruppenliga aufzusteigen. „Unterm Strich bin ich auch ein bisschen traurig und gehe mit einem weinenden Auge, weil wir hier vieles angefangen haben. Das tut schon ein bisschen weh“, so Filbrich, der viele ehemalige Jugendspieler von den Kickers nach Windecken lotste.

Ungewisse ZukunftTrotzdem blickt der Coach auf seine bisher zweieinhalb Jahre in Windecken auch positiv zurück: „Ich habe viele nette Leute kennen gelernt und viel Erfahrung sammeln dürfen. Für mich war es nach zehn Jahren im Nachwuchsleistungszentrum total spannend kennenzulernen, was sich in einem kleinen Verein in Sachen Vereinsunterstützung alles so verändert hat. Damit musste ich erstmal zurechtkommen“, sagt Filbrich, der sich an seine Zeit als Aktiver zurückerinnert, in der es mehr ehrenamtliche Unterstützer gab.

Wie es für den DFB-Elite-Lizenz-Trainer weitergeht, ist derzeit noch unklar: „Ob ich als Trainer weitermache oder ganz aufhöre, steht derzeit noch in den Sternen“, sagt Filbrich, der nach eigenen Aussagen im Moment mit keinem anderen Verein in Kontakt stehe – sich eine weitere Trainerstation unter gewissen Umständen aber vorstellen könnte: „Vielleicht gibt es nochmal eine neue sportliche Aufgabe, die mich reizt“, schließt der 50-Jährige, der sich allerdings auch vorstellen könnte, in Zukunft etwas kürzer zu treten, ein erneutes Engagement nicht aus: „Ich würde mich aber auch darüber freuen, jetzt mehr Zeit mit meiner Familie verbringen zu können, die mich in der langen Vergangenheit bezüglich meines Hobbys großartig und intensiv unterstützt hat.“

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