Im Anschluss an die Partie Hilalspor Hanau gegen Eintracht Oberissigheim kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Zuschauern und Vereinsverantwortlichen. Symbolbild: Kirchgeßner

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Kreisoberliga: Sieben Punkte Abzug für Hilalspor Hanau

Fussball. Das Kreisoberligaspiel zwischen Hilalspor Hanau und Eintracht Oberissigheim am 7. September hatte für die Gastgeber ein unerfreuliches Nachspiel vor dem Kreissportgericht.

Von Gert Bechert

Wegen Ausschreitungen seiner Anhänger und Mitglieder, wegen Vernachlässigung der Platzordnung und wegen rassistischer Äußerungen bestrafte das Sportgericht unter Vorsitz von Angelo Bologna den RSC Hilalspor Hanau zu einem Punktabzug von sieben Zählern und einer Geldstrafe von 900 Euro, wozu noch 66 Euro Verfahrenskosten kommen.

Eintracht Oberissigheim wurde wegen rassistischer Äußerungen mit einer Geldstrafe von 100 Euro belegt, wozu noch 22 Euro Verfahrenskosten kommen. Der Oberissigheimer Spieler Felix Nych wurde wegen unsportlichem Verhalten in obszön anstößiger Art für drei Pflichtspiele ab 1. November gesperrt. Gegen das Urteil kann Berufung vor dem Verbandssportgericht eingelegt werden, wovon auszugehen ist. Am Ergebnis des Spiels, das Hilalspor 2:1 gewann, ändert sich nichts.

Nach dem Schlusspfiff kam es zu Handgreiflichkeiten

Den Stein ins Rollen brachte ein Schreiben des Vaters von Felix Nych an Kreisfußballwart Dirk Vereeken, eine Kopie ging an den Hessischen Fußball-Verband (HFV). Auf Betreiben des HFV kam es jetzt zur Verhandlung vor dem Kreissportgericht. Lothar Nych fuhr in seinem Schreiben schweres Geschütz auf. Er beschuldigte die Gastgeber, schon während des Spiels permanent die Gästespieler und hier speziell seinen Sohn verbal beleidigt (Nazi) und auch körperlich attackiert zu haben, ohne dass der Schiedsrichter dagegen eingeschritten sei. Nach dem Schlusspfiff sei es dann erst richtig losgegangen. Nur mit viel Mühe und Unterstützung der Zuschauer, wobei Nych Vorstandsmitglieder von RW Großauheim nannte, sei Schlimmeres verhindert worden.

Er stellt die Frage, wo die vorgeschriebenen Platzordner gewesen seien. Er selbst sei beim Schutz seines Sohnes ohne Vorwarnung von hinten ins Gesicht geschlagen worden, wobei er sich Kopf- und Zahnverletzungen zuzog. Der Täter sei auf das Sportgelände geflüchtet, wo sich Mitglieder von Hilalspor dazu gesellt hätten. Der Versuch, den Namen des Täters zu erfahren, blieb erfolglos. Nych-Senior bezichtigt den Hilalspor-Vorstand, sich schützend vor eine Person zu stellen, die eine Körperverletzung begangen habe. Er habe Anzeige erstattet, die Polizei ermittle. Für Nych stellt sich die Frage, ob der HFV dulde, dass Spieler mit Migrationshintergrund gegnerische Spieler als „Nazi“ oder „deutsche Schweine“ beschimpfen dürfen. Eine ausführliche Urteilsbegründung kündigte Bologna in den nächsten Tagen an.

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