Kenan Demir (links) ist einer der beiden neuen Spielertrainer. Archivfoto: Patrick Scheiber

Fußball

Kreisoberliga: Safakspor Hanau mit einem gewaltigen Neuanfang

Fußball. Nach zahlreichen desaströsen Auftritten, einem Torverhältnis von 20:140 und nur neun gewonnenen Punkten in 20 Spielen ist das passiert, womit auch ohne eine Ankündigung seitens des Klubs wohl jeder gerechnet hätte: eine Zäsur.

Von David Lindenfeld

Der abstiegsbedrohte Kreisoberligist FC Safakspor Hanau hat seine Mannschaft in der Winterpause abermals einer personellen Radikalkur unterzogen. Knapp 30 Spieler hat der Verein verpflichtet. Wie schon im vergangenen Jahr soll ein im Winter neu formiertes Team den Klub vor dem Abstieg retten.

„Generell“, sagt der Vereinsvorsitzende Kenan Argal, „arbeiten wir gerne langfristig mit Trainern zusammen.“ Das sei der Plan bei der Verpflichtung von Kaan Günes vor der Saison gewesen – der rückblickend allerdings gründlich schiefging. Nach zwei Siegen zum Start in die Saison klappte bei den Hanauern nichts mehr. Es ist eine Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen, an der Vereinsführung, Trainer und Mannschaft wohl alle ihren Anteil haben dürften.

Knapp 30 neue Akteure

„Dass Spieler mitten in der Saison aufhören, sich gegen den Trainer stellen und den Verein im Stich lassen, habe ich in dieser Form bisher noch nicht erlebt“, sagt Argal. Mehrere Spieler, die als Leistungsträger im Konzept von Günes eingeplant gewesen seien, hörten auf. „Wir hatten viele Spieler, die nicht aus unserem Umfeld kamen, sich nicht mit dem Verein identifiziert haben und nicht dazu bereit gewesen sind, alles für den Verein zu geben“, so Argal.

Davon wolle man nun wieder wegkommen, in Zukunft mehr auf „Geselligkeit und Freundschaft“ sowie Spieler setzen, die „nicht ihr persönliches Ego oder das Finanzielle in den Vordergrund stellen.“ Auserkoren wurden für die nahe Zukunft knapp 30 neue Akteure, die der Klub in der Winterpause verpflichtet hat. Nach der Trennung von Günes übernehmen die Spieler Kenan Demir und Ferhat Usta das Ruder. „Beide kennt der Vorstand schon lange. Uns verbindet eine gute Freundschaft und sie haben sich angeboten, das zu machen“, kommentiert Argal die Entscheidung. Ob es nach Saisonende mit dem Trainergespann weitergeht, hänge auch davon ab, wie es in der Rückrunde läuft.

„Der Klassenerhalt wird schwierig, aber nicht unmöglich.“

Argal hofft, dass der Klub nach sieben erfolgreichen Jahren mit Hakim Kaya als Coach wieder eine neue langfristige Zusammenarbeit mit einem oder zwei Übungsleitern aufbauen kann. „Viele Trainerwechsel sind auf Dauer nicht gut.“ Nun soll die Mannschaft aber zunächst den Abstieg verhindern. „Das wird wesentlich schwieriger dieses Mal“, ist sich Argal sicher. „Dafür brauchen wir eine Mannschaft, die auf dem Platz eine Einheit ist und hinter dem Trainer und dem Verein steht.“

In der Hinrunde habe oft ein Team auf dem Platz gestanden, das „ohne Seele“ spielte – deshalb sei es zu den fünf Horror-Ergebnissen von 0:11, 0:11, 0:13, 0:13 und 1:22 gekommen. „In den restlichen Spielen wollen wir mit viel Kampf und Laufbereitschaft Paroli bieten“, sagt Argal. „Der Klassenerhalt wird schwierig, aber nicht unmöglich.“ Trotz der Chance, die besteht, kalkuliere man mit einem Abstieg. Der Neuaufbau der Mannschaft sei auch darauf ausgerichtet, meint der Vorsitzende.

Schwieriges Auftaktprogramm

Der Blick auf den Spielplan verrät, dass die Hanauer ein schwieriges Auftaktprogramm haben, gibt aber auch Grund zur Hoffnung: Drei der ersten vier Gegner sind die ambitionierten Teams aus Bischofsheim, Hochstadt und Oberissigheim. Safakspor spielt aber auch noch gegen Oberdorfelden, Erlensee II, Kilianstädten und Wolfgang. Soll der Klassenverbleib gelingen, müssen in genau diesen Spielen die Punkte her.

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