Routinier geht voran: Emir Draganovic ist ein Leistungsträger bei der Spvgg. Roßdorf, die einen starken Saisonstart hingelegt hat. Am Sonntag bekommt es die Elf von Sven Reuter mit dem FSV Bischofsheim zu tun. Archivfoto: TAP

Fußball

Kreisoberliga: Roßdorf punktet auch ohne etatmäßige Torhüter

Fußball. Mit dem 6:2-Erfolg gegen den SV Oberdorfelden hat sich die Spvgg. Roßdorf am Donnerstag in der Spitzengruppe der Kreisoberliga festgesetzt. Folgt am Sonntag gegen den FSV Bischofsheim ein weiterer „Dreier“, könnte die junge Roßdorfer Mannschaft nach Punkten sogar gleichziehen mit dem FSV, der auf Rang drei liegt.

Von David LindenfeldDas Erstaunliche daran? Stets spielten die Roßdorfer dabei ohne ihre beiden Torhüter, die sich in der Vorbereitung verletzt haben und seitdem ausfallen. Mit Scott Scherer hütet aktuell jemand das Tor, der zwar auch in der Jugend Torwart war, eigentlich aber Feldspieler in der zweiten Mannschaft ist. Dass die Roßdorfer trotzdem 15 von 18 möglichen Punkten aus den letzten sechs Spielen geholt haben, liegt daran, dass Scherer seine Sache nicht schlecht macht und die Mannschaft insgesamt stark verteidigt und nur wenig zulässt.

„Mit dem Saisonstart bin ich bisher sehr zufrieden“, sagt Trainer Sven Reuter, der in Roßdorf erst seit dieser Saison an der Seitenlinie steht. „Das betrifft nicht nur die Punkte, von denen es meines Erachtens ein bisschen mehr hätten sein können, sondern auch die Art und Weise wie wir Fußball spielen.“

Den Plan, den Reuter verfolgt, setzt die Mannschaft bisher gut um. Der Trainer will sich nicht am Gegner orientieren und den Fokus auf das eigene Spiel legen. „Wir sind keine Mannschaft, die sich hinten rein stellt“, sagt Reuter, der sein Team im 4–3–3 eher offensiv ausrichtet. Mit ihrer Dreierreihe im Sturm, der mit Emir Dragnovic als Zentrumspieler und Mike Neufeld sowie Christian Recke auf den Außenpositionen stark besetzt ist, sind die Roßdorfer stets gefährlich.

Hohe Verteidigung gefragt

Der Coach möchte zudem, dass sein Team hoch verteidigt. „Das ist uns besonders gegen Niederrodenbach sehr gut gelungen“, sagt Reuter, der die mit 3:0 gewonnene Partie gegen den Gruppenliga-Absteiger als „Initialzündung“ bezeichnet. Das Spiel hat Selbstvertrauen gegeben und „uns gezeigt, dass wir sehr viel erreichen können, wenn wir die Ordnung bewahren und diszipliniert spielen.“

Das Team ist noch jung. Mit Draganovic und Engin Hökelekli sind nur zwei Spieler älter als 30 Jahre. Bis auf Fabian Tement und Benjamin Arnautovic ist der Rest der Mannschaft nicht älter als 25. Dass der Saisonstart trotzdem derart positiv war, führt Reuter auch auf die Mentalität seiner Mannschaft zurück, die im Training gut mitzieht und im Vergleich zu den anderen Teams aus der Tabellenregion, in der sich Roßdorf aktuell befindet, qualitativ schlechter aufgestellt ist.

„Es gibt Mannschaften, die eine ganz andere Qualität haben. Kesselstadt oder Bischofsheim haben beispielsweise Spieler in ihren Reihen, die in die Verbandsliga gehören“, sagt Reuter, der sich Kewa Wachenbuchen als Vorbild nimmt. „In Wachenbuchen gibt es auch keine großen Namen in der Mannschaft, aber sie erzielen als Kollektiv im System und mit Ordnung gute Ergebnisse. In diese Richtung wollen wir auch gehen.“

Besser als im vergangenen Jahr

Das Saisonziel der Roßdorfer ist es, am Ende dieser Spielzeit besser dazustehen als in der vergangenen Saison, als man auf Rang acht landete. „Wenn wir es schaffen, am Ende da zu landen, wo wir aktuell stehen, wäre ich sehr zufrieden“, sagt Reuter, der mit Bischofsheim am Sonntag eine qualitativ stark besetzte und auch erfahrene Mannschaft erwartet.

„Wir wollen natürlich gewinnen, aber respektieren auch den Gegner. Gegen Bischofsheim müssen wir unsere Hausaufgaben schon richtig gut machen, um am Ende etwas mitzunehmen“, sagt Reuter, der lange als Spieler für den FSV Bischofsheim spielte und für den die Partie deshalb „ein besonderes Spiel“ wird.

„Ich freue mich auf das Wiedersehen, kenne auch noch viele Spieler und werde meine Jungs natürlich heiß machen“, so Reuter: „Verstecken müssen wir uns mit unserem Selbstvertrauen nach den letzten Spielen nicht.“

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