Patric Alves Rodrigues (gelbes Trikot) schoss die Eintrach Oberissigheim zwischenzeitlich zur Führung. Archivfoto: Scheiber
+
Patric Alves Rodrigues (gelbes Trikot) stand zuletzt trotz Karriereende auf dem Platz. (Archivbild)

Comeback

Kreisoberliga: Patric Alves Rodrigues hilft nach seinem Karriereende bei Eintracht Oberissigheim aus

  • vonDavid Lindenfeld
    schließen

Gerade war Patric Alves Rodrigues wieder in Fahrt gekommen, da wurde er auch schon wieder ausgebremst. Wie allen im Fußballkreis Hanau macht die Pandemie auch dem Angreifer von Eintracht Oberissigheim einen Strich durch die Rechnung, die vor der Saison eigentlich gar keine Rechnung war.

Eigentlich hatte Alves Rodrigues die Schuhe längst an den Nagel gehängt. Oft genug hatte der 34 Jahre alte Fußballer in seiner Laufbahn die im Alter immer kostbareren Stunden am Wochenende auf dem Fußballplatz und nicht mit der Familie verbracht. „Das war der Grund. Ich wollte einfach mehr Zeit für die Familie haben“, erklärt der Flügelspieler.

Vor einem Jahr zum Heimatverein zurückgekehrt

In der Region hat Alves Rodrigues schon viele höherklassige Vereine abgeklappert: Im Jahr 2005 zog es ihn in die Jugendabteilung der Kickers Offenbach, mit denen er in der Spielzeit 2003/04 26 Spiele in der A-Junioren Bundesliga Süd/Südwest absolvierte. Später folgten die Stationen SV Jügesheim, SV Bernbach, SSV Lindheim und SG Büdingen, ehe er als Spielertrainer in Hüttengesäß anheuerte und in der vergangenen Saison zu seinem Heimatverein aus Oberissigheim zurückkehrte.

Not am Mann: Patric Alves Rodrigues hilft aus.

Die war zwar zahlenmäßig nicht die erfolgreichste Runde seiner Karriere, wenn man auf die drei Treffer in 18 Einsätzen blickt. Seine Präsenz auf dem Platz und seine Führungsqualitäten waren aber ausschlaggebend dafür, dass die Eintracht nach drei Jahren im Tabellenmittelfeld lange im Aufstiegsrennen mitmischte und die abgebrochene Runde am Ende auf Rang vier abschloss – zum Abschluss der Karriere des Routiniers.

Großes Verletzungspech bei Eintracht Oberissigheim

Ein Versprechen sorgte nun dafür, dass doch alles anders kam. Und Alves Rodrigues trotz ausgerufenem Karriereende wieder auf dem Platz zu sehen war: „Ich habe meinem Heimatverein vor der Saison gesagt, dass ich einspringen werde, wenn Not am Mann ist. Das ist durch mehrere Langzeitverletzte der Fall gewesen.“

Ein Mann, ein Wort: Weil die Eintracht auf zahlreiche Leistungsträger verzichten musste – unter anderem Stürmer Kevin Schwarzer, dessen Durchschlagskraft in der Offensive aufgrund eines Kreuzbandrisses länger fehlen wird – gab es die große Rückkehr von Alves Rodrigues.

Nach Rückkehr: Alves Rodrigues überzeugt auf dem Platz

Sein Debüt gab er bei der 1:2-Niederlage gegen den FC Erlensee II, wo er zur Pause eingewechselt wurde. In den drei nachfolgenden Spielen stand er jeweils in der Startelf: Alle drei Begegnungen bestritt die Eintracht siegreich. Gegen Rot-Weiß Großauheim gab es ein 3:2, zu Hause gegen den SV Wolfgang ein 1:0 und beim FC Safakspor Hanau ein 8:0.

Gegen die Hanauer platzte dann auch bei Alves Rodrigues der Knoten: Drei Treffer erzielte er gegen den Abstiegskandidaten. „Die drei Tore haben mich natürlich gefreut, wären aber ohne das Team nicht möglich gewesen“, sagt der 34-Jährige bescheiden. Und der nächste Tag? „Die Beine sind dann natürlich sehr schwer, aber bei drei Punkten vergisst man das relativ schnell.“

Eintracht Oberissigheim: „Charakter des Teams ist einmalig“

Die Mannschaft habe ihm die Rückkehr sehr leicht gemacht. „Die Moral und der Charakter des Teams in Oberissigheim ist einmalig“, sagt Alves Rodrigues und fügt hinzu: „Und ich habe schon in einigen Teams gespielt. Ich wurde direkt so herzlich und mit offenen Armen empfangen, dass mir gar nichts anderes übrig blieb als die Jungs zu unterstützen.“

Bleibt noch die Frage, ob das bei Alves Rodrigues für einen Rücktritt vom Rücktritt sorgen könnte? Das schließt der Flügelspieler aber aus: „Sollte sich die personelle Lage entspannen, werde ich wieder kürzertreten.“

Auch ein Wechsel zu einem anderen Verein reize ihn nicht mehr. „Ich werde meine Karriere definitiv in Oberissigheim beenden. Das ist eine Herzensangelegenheit.“ Wie sein Engagement in der Not für die Eintracht, das nun von Corona jedoch vorerst wieder auf Eis gelegt wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema