Gut in Fahrt: Patric Alves Rodrigues (links) und Eintracht Oberissigheim liebäugeln mit dem Aufstieg in die Gruppenliga - hinter vorgehaltener Hand. Archivfoto: TAP

Fußball

Kreisoberliga: Oberissigheim träumt vom Aufstieg

Fußball. Der Grundstein ist gelegt. „Aber ein Meisterteam wird in der Winterpause geformt“, erklärt Eintracht Oberissigheims Trainer Christopher Schneider. Offiziell gibt der Klub die Meisterschaft in der Kreisoberliga trotz der guten Hinrunde nicht als Ziel aus – zu viele Variablen gibt es aktuell noch.

Von David Lindenfeld

Klar ist für Schneider aber auch: „Wenn man oben mitspielt, will man natürlich auch nach den Sternen greifen.“

Um die Chance zu wahren, müsse jeder im Team in der anstehenden Wintervorbereitung „richtig Gas geben“. Aktuell steht die Eintracht auf Tabellenrang fünf, hat aber drei Spiele weniger als Tabellenführer Hanau 93 II absolviert. Bei einem erfolgreichen Abschneiden in den Nachholspielen würde der Rückstand auf den Spitzenreiter bis auf einen Punkt schmelzen.

Die Wintervorbereitung und der daran anschließende Start in den Ligaalltag waren in den vergangenen Jahren stets eine der großen Unbekannten. Meist warf sie den Klub nach einer guten Hinrunde zurück. Schließlich sind die Plätze in Issigheim in der Vergangenheit bis zum Start der Restrunde stets gesperrt und eine adäquate Vorbereitung so nicht möglich gewesen. Davon geht Schneider auch in diesem Jahr wieder aus. Die Eintracht hat deshalb diesmal vorgesorgt, wird viel Geld in die Hand nehmen und dreimal pro Woche trainieren – einmal im Fitnessstudio, zwei-mal auf dem Platz auf der Ronneburg, um angemessen präpariert in die Rückrunde zu starten.

Fokus auf körperliche Verfassung

Der Fokus soll dabei auf der körperlichen Verfassung des Teams liegen, verrät Schneider: „Taktisch sind die Jungs ganz gut ausgebildet. Das Hauptaugenmerk wird die Fitness sein, damit wir die vielen englischen Wochen gut überstehen.“ Der Spielplan der Eintracht hat es in sich. Zum Auftakt bekommt es der Tabellenfünfte mit Niederrodenbach, Roßdorf, Wachenbuchen, Langen-Bergheim und Bischofsheim zu tun. Zwei der fünf Partien finden unter der Woche statt.

„Der März wird richtungsweisend für uns. Da wird sich entscheiden, wo es hingeht“, weiß Schneider, aus dessen Sicht der Tabellensechste aus Roßdorf und auch Langen-Bergheim „immer für eine Überraschung gut“ sind. Niederrodenbach werde nach der durchwachsenen Hinrunde seiner Meinung nach auch noch unter die ersten fünf kommen. Bischofsheim und Wachenbuchen stehen dort schon und sind direkte Konkurrenten.

Durch die vielen englischen Wochen habe sein Team zwar einerseits einen kleinen Nach-teil. Andererseits könne es aber auch positiv sein, dass die Eintracht aktuell nicht mehr auf Rang zwei steht. „Für den Kopf ist das nicht so schlecht“, sagt Schneider. Das gilt sowohl für die eigene Mannschaft, die weiß, dass sie in der Rückrunde noch eine Schippe drauflegen muss, als auch für die Gegner, die Oberissigheim möglicherweise etwas unterschätzen könnten.

Personell keine Veränderung

Personell hat sich in der Winterpause bei der Eintracht fast nichts getan. Asmir Husic ist zu den Alten Herren des FC Erlensee gewechselt. Zugänge gibt es keine, aus Sicht des Trainers auch keinen Bedarf: „Im Moment ist alles so, wie es sein sollte. Die Stimmung ist harmonisch, wir ergänzen uns gut“, sagt Schneider, der zwar von einer „Top-Hinrunde“ spricht, aber auch noch Luft nach oben sieht: „Von dem einen oder anderen Spieler erwarte ich mir in der Rückrunde schon ein bisschen mehr.“

Eine kleine Leistungssteigerung dürfte nötig sein, um am Ende ganz vorn zu landen. Läuft es für die Eintracht optimal, könnte sie sogar die Vorherrschaft in der Stadt übernehmen. Die SG Bruchköbel – seit Jahren die Nummer eins vor Ober- und Niederissigheim sowie Roßdorf – steht in der Gruppenliga Frankfurt Ost aktuell auf einem Abstiegsrang. Schneider glaubt trotzdem an den Klassenverbleib: „Ich denke, dass die SG Bruchköbel mit Claus Schäfer als Trainer die Klasse halten wird“, sagt der Coach, der früher selbst für den Stadtrivalen unter Schäfer auflief.

Vor dessen Verpflichtung habe er sich aber schon Sorgen gemacht: „Die Tendenz ging ja auch eher nach unten.“ Sollte Bruchköbel tatsächlich ab- und Oberissigheim aufsteigen, wäre das „natürlich Wahnsinn“, sagt Schneider, dem ein Abstieg als ehemaliger Bruchköbeler aber nahegehen würde, weil ihm noch viel an seinem ehemaligen Klub liegt: „Ich fände es gut, wenn es nächstes Jahr ein Derby in der Gruppenliga gäbe. Das wäre ein Traum“, sagt Schneider: „Bis dahin steht aber noch eine Menge Arbeit für uns an.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema