TSV-Stürmer Dominic Bernard hat in jedem seiner sechs Derbys gegen Oberissigheim getroffen. Archivfoto: TAP

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Kreisoberliga: Niederissigheims Dominic Bernard hat das Derby-Gen

Fussball. Nach einer dreijährigen Fußballpause begann Dominic Bernard im Winter 2013 wieder die Fußballschuhe für den TSV Niederissigheim zu schnüren. In den sechs Derbys, die es seitdem gab, hat er nie verloren und immer mindestens einen Treffer erzielt.

Von David Lindenfeld

Seine beeindruckende Bilanz will der Toptorjäger der Liga am heutigen Samstag ausbauen, um am Saisonende vor der Eintracht zu landen und um im Rennen um die Torjägerkanone weiterhin vorn zu bleiben. Die Geschichte von Bernard ist eher ungewöhnlich, für jemanden, der in der Kreisoberliga die 20-Tore-Marke fast in jeder Saison knackt und wohl mindestens noch eine Klasse höher spielen könnte. Nach seinen Jugendstationen beim FC Langendiebach, den Kickers Offenbach, wo man ihn nach einem Jahr aussortierte, und der TGS Jügesheim entschied sich Bernard in der B-Jugend, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. Die Liebe zum Fußball sei zwar immer noch dagewesen, der Stürmer entdeckte zu dieser Zeit jedoch auch seine Leidenschaft für den Basketballsport, den er vor allem in seiner Freizeit betrieb.

Torriecher trotz drei Jahren Pause nicht verloren

„Nach drei Jahren habe ich dann aber gemerkt, dass ich nicht nur ins Fitnessstudio gehen kann“, sagt Bernard, von dem zu diesem Zeitpunkt schon viele Freunde beim TSV spielten, die ihn überzeugten, wieder anzufangen. Seitdem ist der 25-Jährige aus der Startelf nicht mehr wegzudenken: Nach drei Jahren Pause, ohne zuvor im A-Jugend- oder im Seniorenbereich gespielt zu haben, erzielte Bernard 2014 zehn Treffer in der Rückrunde der Kreisoberliga. Der TSV stieg trotzdem ab – dank der 30 Tore von Bernard in der darauffolgenden Saison jedoch sofort wieder auf.

In den vergangenen drei Spielzeiten hat der Stürmer nun 80 Tore für Niederissigheim erzielt und ist damit einer der Gründe dafür, dass sich der TSV in der Kreisoberliga vorne etabliert hat. Leistungen, die auch anderen Vereinen nicht ver-borgen bleiben. Anfragen, mit denen Bernard auch in diesem Winter wieder rechnet, lehnte der Stürmer in der Vergan-genheit jedoch stets ab: „Ich sage immer dasselbe: Dass sich im Team alle schon so lange kennen, wir ein sehr enges Verhältnis haben, und die Mannschaft wie eine Familie ist. Mit fällt es schwer, da wegzugehen.“

Torjägerkrone wäre "cooler Bonus"

Zudem hat Bernard in dieser Saison mit dem TSV noch viel vor: Am Ende vor Oberissigheim landen und bis zum Schluss oben mitspielen sind die Ziele: „Es gibt jedes Wochenende eine Überraschung, deshalb ist dieses Jahr alles möglich“, weiß der 25-Jährige, der seit dem Wechsel von Besart Beqiraj im Sommer nicht mehr als klassischer Stürmer, sondern mehr als hängende Spitze eingesetzt wird. „Besart ist technisch sehr stark und braucht den Ball mit dem Rücken zum Tor, deshalb lasse ich mich meistens ein bisschen fallen“, erklärt Bernard.

Nachdem er in den vergangenen Jahren im Rennen um die Torjägerkanone immer den Kürzeren zog, könnte es diesmal so weit sein. „Für mich steht der Erfolg der Mannschaft im Vordergrund, aber die Torjägerkanone wäre natürlich ein cooler Bonus. In den vergangenen Jahren war ich nah dran, aber es hat nie ganz gereicht, weil ich entweder verletzt war, oder am Ende die Zielstrebigkeit gefehlt hat.“ Dass es gerade gegen Oberissigheim immer so gut für den Stürmer läuft, begründet Bernard mit der „gewissen Extra-Motivation“, die man im Derby hat und die nach dem tragischen Krebs-Tod von Rene Clausing aus der zweiten Mannschaft in diesem Jahr noch einmal größer ist: „Wir wollen das Derby auf jeden Fall für ihn gewinnen und für ihn kämpfen.“

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