Plötzlich nicht mehr SVK-Trainer: Holger Wagner sah sich in Sachen Vertragsverlängerung in guten Gesprächen mit dem Klub und ist von seinem Aus überrascht. Archivfoto: TAP

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Kreisoberliga: SV Kilianstädten setzt Wagner vor die Tür

Fußball. Der SV Kilianstädten und Trainer Holger Wagner werden spätestens zum Saisonende getrennte Wege gehen. Wie der Verein dem Übungsleiter mitteilte, wird es trotz einer relativ erfolgreichen gemeinsamen Zeit mit ihm an der Seitenlinie in der kommenden Spielzeit keine Fortsetzung geben.

Von David Lindenfeld

Der Coach ist enttäuscht über die Entscheidung – will aber trotzdem bis zum Ende der Runde alles für den Verein geben. Einen potenziellen Nachfolger hat der Klub offenbar bereits ins Auge gefasst.

„Ich bin sehr enttäuscht und auch ein bisschen verärgert darüber, wie das Ganze gelaufen ist“, sagt Wagner. Vor rund drei Wochen habe es das erste Gespräch mit Mitgliedern des Vorstandes bezüglich einer Vertragsverlängerung gegeben. „Danach waren aber noch ein, zwei Details zu klären. Nichts Großes. Der Verein wollte etwas verändern, worüber ich erst nachdenken musste“, sagte Wagner, ohne dies genauer ausführen zu wollen.

Kurze Bedenkzeit

Nach kurzer Bedenkzeit habe er den Verantwortlichen schließlich sein „Okay“ für einen „Mittelweg“ gegeben – dann aber rund zweieinhalb Wochen nichts mehr gehört, ehe er in einem Gespräch davon erfuhr, dass der Klub ihn im Sommer vor die Tür setzen wird.

"Wir sind wegen Details einfach nicht zusammengekommen und wollten nach vier Jahren auch mal eine Veränderung, die der Mannschaft gut tun wird“, erklärt der Vereinsvorsitzende Bernd Kuhn die Entscheidung: „Unserer Meinung nach hat das Team noch ein bisschen Luft nach oben.“

Mit der Arbeit von Wagner ist der Klub ihm zufolge trotzdem immer zufrieden gewesen. Man trenne sich „im Guten“, hieß es von Kuhns Seite aus: „Er ist ein anständiger junger Mann, dem nichts vorzuwerfen ist. Dass wir so eine junge und homogene Truppe haben, ist auch sein Verdienst.“

Entscheidung für Wagner nicht nachvollziehbar

Wagner kann die Entscheidung hingegen „überhaupt nicht nachvollziehen“. Die Ziele des Klubs hätten er und sein Team schließlich immer erreicht. In seinem ersten Jahr beim SVK führte er den Verein von der A-Klasse in die Kreisoberliga. Dort schaffte die Mannschaft im Anschluss zweimal relativ souverän den Klassenverbleib mit Platzierungen im Mittelfeld. Auch in dieser Saison hat sich Kilianstädten (25 Punkte aus 19 Spielen) schon ein ordentliches Polster auf die Verfolger erspielt. „Ich hätte die Mannschaft gerne mindestens noch ein Jahr länger betreut, weil es charakterlich eine super Truppe ist. Probleme gab es keine“, versichert Wagner.

Trotz der keineswegs leichten Situation für Mannschaft, Trainer und Klub-Verantwortliche haben sich beide Seiten dazu entschieden, die Zusammenarbeit bis zum Sommer fortzusetzen. „Die Situation ist nicht einfach und es ist alles noch relativ frisch, aber ich hoffe, dass es funktioniert. Die Flinte jetzt ins Korn zu werfen, ist nicht meine Art“, erklärt Wagner, der weiterhin alles für den Erfolg des Vereins geben will und hofft, dass er schnell wieder bei einem neuen Klub unterkommt: „Ich habe trotz alldem riesigen Bock im Trainergeschäft zu bleiben.“

Auch Kuhn hofft, dass die Mannschaft in dieser Konstellation in der Restrunde weiterhin erfolgreich ist.Eine konkrete Idee für einen Nachfolger von Wagner, mit dem von Klubseite offenbar auch schon erste Gespräche geführt wurden, gebe es bereits. Das „Go“ des aussichtsreichen Kandidaten stehe aber noch aus, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen, meinte Kuhn.

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