Das Erlenseer Bollwerk hielt den Kesselstädter Angriffen lange stand: Semir Agovic (Nummer 16) konnte FCE-Schlussmann Eugen Geldt nicht überwinden. Das schaffte erst Goalgetter Emir Omerovic in der letzten Spielminute. Foto: Scheiber

Fußball

Kreisoberliga: Kesselstadt vermeidet Fehlstart

Fußball. Vier Partien wurden abgesagt, vier fanden statt: Die Kreisoberliga ist aufgrund einiger kurzfristiger Spielabsetzungen wegen schlechter Platzverhältnisse mit einem abgespecktem Programm aus der Winterpause gestartet.

Von David Lindenfeld

Dabei gab es zum Auftakt beinahe die erste Überraschung: Nur dank eines späten Treffers von Emir Omerovic siegte der VfR Kesselstadt mit 1:0 beim FC Erlensee II und wendete so einen Rückschlag im Aufstiegsrennen ab.Das spektakulärste Duell lieferten sich Eintracht Oberissigheim und Germania Niederrodenbach, die sich 3:3 trennten. Niederlagen gab es für die ambitionierten FC Hochstadt und TSV Niederissigheim.

FC Erlensee II – VfR Kesselstadt 0:1 (0:0): 90 Minuten lang schnupperte der FC Erlensee an einer kleinen Sensation – dann entschied Kesselstadts eingewechselter Toptorjäger Emir Omerovic die Partie, als er eine Flanke mit dem Fuß ins lange Eck bugsierte. „Der Sieg war verdient, daran gibt es nichts zu rütteln. Aufgrund unseres Kampfes hätten wir aber einen Punkt verdient gehabt“, teilte der Sportliche Leiter des FCE, Chris Sickmann, mit.

Erlensee konzentrierte sich gegen Kesselstadts starken Angriff auf die Defensivarbeit, machte die Räume eng und operierte viel mit langen Bällen, von denen einer in der 25. Minute sein Ziel in Moritz Kreinbihl fand. Der Angreifer vergab jedoch im Eins-gegen-Eins mit VfR-Keeper Damir Krupic.

Je länger die Partie dauerte, desto seltener gelang es den Hausherren, für Entlastung zu sorgen. Auch Kesselstadt griff mit zunehmender Spielzeit immer häufiger auf das Stilmittel des langen Balls zurück – einer davon rutschte in der 90. Minute durch und ermöglichte die Flanke zum 1:0 von Omerovic.

Tore: 0:1 Emir Omerovic (90.) – Schiedsrichter: Yilmaz (Sachsenhausen) – Zuschauer: 50 – Beste Spieler: beide geschlossene Mannschaftsleistung

FC Hochstadt – Rot-Weiß Großauheim 1:2 (1:0): Trotz des besseren Beginns der Gäste war es der FCH, der nach einem Konter durch Hüseyin Karabulut in Führung ging. Es dauerte rund eine Viertelstunde, bis die Hausherren auch die Spielkontrolle in einer chancenarmen Partie übernahmen, die sich in der Halbzeit erneut drehte: „Der zweite Durchgang ging klar an die Gäste“, berichtet Hochstadts Vorsitzender Manfred Maier.Nach dem Ausgleich durch Ogün Arslan (58.) traf Dogan Cikrikci in der 87. Minute mit einem herrlichen direkt verwandelten Freistoß aus 20 Metern zum Sieg für die Auheimer, die dank der guten Leistung drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt eingefahren haben.

Bei Hochstadt erwartet Maier hingegen eine „Trotzreaktion“ seiner Mannschaft im Pokalspiel am Dienstag gegen den FC Erlensee: „Das ist einfach zu wenig gewesen heute und war eine enttäuschende Vorstellung.“

Tore: 1:0 Karabulut (3.), 1:1 Arslan (58.), 1:2 Cikrikci (87.) – Schiedsrichter: Körper (Rodgau) – Zuschauer: 50 – Beste Spieler: beide geschlossene Mannschaftsleistung

Eintracht Oberrodenbach – TSV Niederissigheim 1:0 (0:0): Die Eintracht hatte gegen Niederissigheim laut ihrem Vorsitzenden Helmut Reinert zwar mehr vom Spiel, tat sich jedoch lange schwer im Abschluss. „Wir haben unsere Chancen einfach nicht genutzt“, sagte Reinert. Oberrodenbach hatte dabei aber auch zweimal Glück, dass der TSV gute Konterchancen ungenutzt ließ.

„In der zweiten Halbzeit war das Spiel ausgeglichener“, berichtet Reinert. Die Entscheidung fiel erst in der 90. Minute. Nach einem Freistoß aus Nähe der Eckfahne gab es im Strafraum eine unübersichtliche Situation: Viele Spieler standen auf einem Fleck, TSV-Keeper Christopher Würz reklamierte ein Foul – das Tor von Cedric Gütl, der den Ball über die Linie spitzelte, pfiff der Schiedsrichter aber nicht zurück. „Der Sieg war glücklich, aber im Endeffekt verdient, weil wir mehr für das Spiel gemacht haben“, so Reinert.

Tore: 1:0 Gütl (90.) – Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karten für Niederissigheims Reuter (75.) und Oberrodenbachs Kotyza (86.) wegen weiderholten Foulspielen, Rote Karte für Niederissigheims Trainer Vrancic wegen Schiedsrichterbleidigung – Schiedsrichter: Maienschein (Mottgers) – Zuschauer: 90 – Beste Spieler: Gütl, Hinz/Würth, Ebell

Eintracht Oberissigheim – Germ. Niederrodenbach 3:3 (1:3): In einem munteren Spiel gab es die kurioseste Szene gleich zu Beginn: Ein Treffer der Gäste in der dritten Minute zählte nicht, weil der Schiedsrichter zuvor im Mittelkreis mit einem Spieler zusammengestoßen war und das Tor nach dem Zusammenprall, der ihn auf den Boden befördert hatte, nicht gab. Große Proteste gab es laut Eintracht-Sprecher Michael Bellack nicht, dessen Team nach dem 1:0 durch Matthäus Woschek (24.) „fünf katastrophale Minuten“ vor der Pause ablieferte: Marco Veit drehte mit zwei Treffern die Partie (40. und 44.). Thomas Goldmann erhöhte noch vor der Pause nach einem Eintacht-Ballverlust auf 3:1 für die Gäste.

Nach dem 2:3 von Kevin Schwarzer (52./FE) vergab die Germania durch Nervin Memic und Tobias Kühn zwei Großchancen kläglich und verpasste es damit, das Spiel zu entscheiden. Das rächte sich kurz vor dem Schlusspfiff, als Felix Nych einen langen Ball gekonnt mitnahm und zum Ausgleich ins Niederrodenbach Tor schob. „Nach dem Spielverlauf sind wir zufrieden mit dem Punkt. Ein gutes Spiel von uns war das aber nicht“, urteilte Bellack.

Tore: 1:0 Woschek (24.), 1:1 und 1:2 Veit (40. und 44.), 1:3 Goldmann (45.), 2:3 K. Schwarzer (52./FE), 3:3 Nych (89.) – Schiedsrichter: Begemann (Lettgenbrunn) – Zuschauer: 80 – Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung/Goldmann, Memic

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