Geht auf dem Platz mit gutem Beispiel voran: Emir Omerovic ist beim Kreisoberligisten VfR Kesselstadt Toptorjäger und Leistungsträger. Umso schwerer wiegt sein verletzungsbedingter Ausfall. Archivfoto: TAP

Fußball

Kreisoberliga: VfR Kesselstadt bangt um Torjäger Emir Omerovic

Fußball. Es war ein Spieltag zum Vergessen für den VfR Kesselstadt: Das Kreisoberliga-Spitzenspiel gegen die zweite Mannschaft von Hanau 93 mit 1:2 verloren, die Tabellenführung futsch, und dann musste auch noch Emir Omerovic, der Torjäger vom Dienst des VfR, bereits in der ersten Halbzeit ausgewechselt werden.

Von Robert Giese

Der Stürmer, der in dieser Saison schon 27 Treffer erzielt hat, hatte sich am Knie verletzt – und hofft nun, dass sich die Verletzung als nicht allzu schwerwiegend herausstellt. Bis zum Ende der Winterpause wird der 26-Jährige seinem Verein aber auf jeden Fall fehlen. So auch am Sonntag beim Heimspiel gegen Safakspor Hanau (14.45 Uhr).

Omerovic knickt mit dem Knie weg

Es lief die erste Halbzeit zwischen Kesselstadt und der zweiten Mannschaft von Hanau 93, als die Verantwortlichen des VfR zusammenzuckten, denn im Anschluss an einen Zweikampf knickte Omerovic auf dem unebenen Geläuf mit dem Knie weg und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen.

Der Stürmer kehrte nach einer Behandlungspause zwar kurz aufs Spielfeld zurück, signalisierte dann aber rasch, dass es für ihn nicht mehr weitergeht. Den Kesselstädter Anhängern und auch Omerovic selbst gefror in diesen Minuten das Blut in den Adern, schließlich befürchteten alle, dass das Kreuzband des 26-Jährigen in Mitleidenschaft gezogen worden sein könnte.

Kreuzband war schon einmal gerissen

„Davor hatte ich Angst“, sagte der Stürmer, „schließlich wäre es nicht mein erster Kreuzbandriss, vor ungefähr sieben Jahren habe ich es mir schon einmal gerissen.“ Ohne ihren Torgaranten zogen die Kesselstädter gegen den direkten Konkurrenten derweil den Kürzeren, mussten kurz hintereinander zwei Gegentore hinnehmen und schafften in der Folge nur noch den Anschlusstreffer.

Für den Torjäger mit dem starken linken Fuß wäre das ein herber Schlag, denn ein Kreuzbandriss bedeutet mindestens ein halbes Jahr Pause, die Saison wäre für Omerovic gelaufen – und für seinen Verein wohl auch. „Wenn er so lange ausfallen sollte, wäre es für uns sehr schwer, aufzusteigen“, betont VfR-Sprecher Thorsten Wolter die Bedeutung des 26-Jährigen für den Tabellendritten der Kreisoberliga.

MRT im Dezember - Spieler vorsichtig optimistisch

Denn Omerovic ist mit seinen bisher 27 Saisontoren nicht nur ein brandgefährlicher Vollstrecker, sondern ziehe mit seinen starken Leistungen oft das gesamte Team mit. Dementsprechend drücken alle im Verein dem 26-Jährigen die Daumen, dass sich die Verletzung als nicht so schwerwiegend herausstellt wie befürchtet.

Gewissheit für Omerovic und den VfR gibt es allerdings erst Anfang Dezember, wenn das Knie per MRT eingehend untersucht wird. Der Torjäger selbst gibt sich vorsichtig optimistisch: „Ich glaube, diesmal ist es nicht so schlimm wie beim Kreuzbandriss, vermutlich hat aber der Außenmeniskus etwas abbekommen.“

In diesem Jahr nicht mehr auf dem Rasen

Sollte sich diese Selbstdiagnose bewahrheiten, hätte Omerovic Glück im Unglück und könnte nach dem Ende der Winterpause vermutlich schon wieder angreifen. Bei den verbleibenden drei Partien in diesem Jahr nur zuschauen zu können, „ist allerdings sehr hart, schließlich wollen wir aufsteigen – das ist unser erklärtes Ziel“, wie Omerovic betont. Wolter sieht bis dahin die Mitspieler des Torjägers in der Pflicht: „So lange er ausfällt, müssen die anderen Spieler mehr machen.“

Omerovic, der in den Jugendmannschaften der TSG Hoffenheim auflief, ist für Kesselstadt aber eigentlich nicht zu ersetzen. „Er macht seine 30 bis 40 Tore pro Saison“, so Wolter, „hat eine sehr enge Ballführung und ist deshalb kaum vom Ball zu trennen. Außerdem“, ergänzt der Sprecher der Kesselstädter, „ist er wirklich immer im Training, das ist ja auch keine Selbstverständlichkeit.“

Angebote von anderen Vereinen ausgeschlagen

Ob beim Training oder beim Spiel, Omerovic hofft, so schnell wie möglich wieder auf den Rasen zurückkehren zu können, um seinem Team mit seiner Torgefahr weiterzuhelfen. „Ich will einfach immer treffen“, so der Stürmer mit dem unnachahmlichen Torinstinkt, der sich in Kesselstadt, wo er seit 2015 spielt, sehr wohl fühlt. „Ich bekomme immer wieder Anfragen von anderen Vereinen, aber ich möchte mit Kesselstadt so weit wie möglich aufsteigen.“

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