Fussball

Kreisoberliga: Kein Bruder-Duell im Maintaler Derby

Fussball. Germania Dörnigheim ist in der Kreisoberliga weiterhin das Maß aller Dinge: Mit 36 Punkten aus 14 Spielen und sieben Zählern Vorsprung steht das Team aktuell ungeschlagen an der Tabellenspitze. Kewa Wachenbuchens Torhüter Patrick Benning will der Germania am Sonntag im Maintal-Derby die erste Niederlage zufügen.

Von David Lindenfeld

Zu einem Duell mit seinem Bruder, der bei der Germania spielt, wird es dieses Jahr allerdings nicht kommen. Für Benning wird das Derby aber trotzdem ein ganz besonderes sein. Dass es zu einem Aufeinandertreffen zwischen Bruder Florian, der bei der Germania spielt, und Patrick gekommen wäre, war schon vor einigen Wochen eher unrealistisch. Florian Benning befindet sich wegen der Meisterschule schon seit dem vergangenen Jahr im Stress und spielt – wenn überhaupt – meist nur noch für die zweite Mannschaft der Dörnigheimer. In der vergangenen Woche riss sich der 26-Jährige zu allem Überfluss das Kreuzband im Knie.

Damit war endgültig klar, dass er gegen den älteren Bruder, der nun in seiner dritten Saison das Tor der Kewa hütet, am Samstag um 18 Uhr, nur Zuschauer sein wird, wenn seine Germania in Wachenbuchen an die Erfolgsserie anknüpfen will.

Patrick Benning durchlief alle Jugendabteilungen der Germania

Für Patrick Benning wird das Spiel gegen die Dörnigheimer trotzdem ein Besonderes sein. Der 27-Jährige durchlief bis auf ein Jahr in der B-Jugend, das er beim VfR Kesselstadt verbrachte, alle Jugendabteilungen bei der Germania. Zudem wohnt Benning noch immer in Dörnigheim und kennt viele Spieler aus der derzeitigen Mannschaft noch von seiner Zeit beim FSV Bischofsheim, von wo aus er vor drei Jahren zur Kewa wechselte. „Gegen Dörnigheim zu spielen, ist natürlich immer etwas Besonderes. Dort habe ich das Fußballspielen gelernt“, sagt Benning, der, seit er vier Jahre alt ist, die Fußballschuhe schnürt, um Bälle zu halten, Flanken abzufangen und Konter einzuleiten.

Dass er auf der Torwart-Position spielt, hat er seinem Vater zu verdanken: „Ich war konditionell damals nicht der Stärkste, deshalb hat mich mein Vater, der damals Trainer war, ins Tor gestellt“, berichtet Benning, dessen Bruder als Innenverteidiger zum Einsatz kommt. Obwohl es zu 90 Prozent immer ein Tor sei, wenn man als Torwart einen Fehler mache, spiele er gern im Tor. „Die Mannschaft unterstützt einen ja auch.“

Erstes Derby als Stammkeeper

Das Derby am Samstag wird das erste in seiner Zeit in Wachenbuchen sein, in das der Keeper als klare Nummer eins geht. In seinen ersten beiden Spielzeiten hat sich Benning mit dem anderen Kewa-Torhüter, Marius Künzel, im Vier-Spiele-Rhythmus abgewechselt. Keine einfache Situation für einen Torwart: „Man braucht dann immer ein bisschen, um wieder reinzukommen“, erklärt Benning und ergänzt: „Wir haben vor der Saison mit den Trainern gesprochen und gesagt, dass wir dieses Jahr eine klare Nummer eins haben wollen.“

Durchgesetzt hat sich Benning – auch wenn die Entscheidung eng war: „Die Trainer und ich sehen uns auf Augenhöhe. Da haben dann Kleinigkeiten entschieden“, so Benning, dessen Stärke die linke Seite und das Eins-gegen-Eins sind. Verbesserungspotenzial habe er wie viele andere Torhüter bei der Strafraumbeherrschung: „Das ist eine Sache, die man immer wieder trainieren muss. Da gehen einem oft viele Gedanken durch den Kopf. Manchmal einer zu viel“, so Benning mit Blick auf das Einschätzen und Abfangen von Flanken oder langen Bällen. Nach einem guten Start hatte das Team von Benning eine kurze Schwächephase, viele wichtige Spieler befanden sich im Urlaub oder waren verletzt. Zuletzt lief es wie beim 1:0 gegen die Spvgg. Langenselbold aber wieder besser für die Kewa. „Wir haben am Sonntag endlich mal wieder zu null gespielt. Das gibt natürlich Selbstvertrauen. Ich hoffe, dass wir daran anknüpfen können gegen Dörnigheim“, sagt Benning.

Mit 27 Jahren einer der Älteren

Dass die Germania nicht leicht zu knacken sein wird, ist dem 27-Jährigen bewusst: „Sie haben sich gut verstärkt und sind ein sehr starker Gegner. Es wird ein sehr schweres Spiel für uns, aber ich bin überzeugt, dass wir über den Kampf ins Spiel hineinfinden und dann auch spielerisch mithalten können, und hoffe, dass wir die Germania am Ende schlagen können.“

Mit seinen 27 Jahren gehört Benning, der schon bei Germania Bergen-Enkheim und dem FSV Bischofsheim in der Gruppenliga zwischen den Pfosten stand, bei der Kewa eher schon zu den älteren Spielern. Auch deshalb ist er überzeugt, dass in den kommenden Jahren der Aufstieg mit Wachenbuchen möglich ist. „Wir sind jetzt zweimal hintereinander Dritter geworden. Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben“, sagt Benning und fügt hinzu: „Mit uns ist in den nächsten Jahren zu rechnen.“

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