Machen diesmal gemeinsame Sache: Benjamin Schönherr (hier noch im Hochstädter Trikot) will morgen gemeinsam mit André Rosenberger (rechts) für einen Bischofsheimer Sieg sorgen. Archivfoto: TAP

Fußball

Kreisoberliga: Hochstadt lädt zum Derby gegen Bischofsheim

Fußball. Wenn am Sonntag der FC Hochstadt den FSV Bischofsheim in der Kreisoberliga empfängt, steht aus Sicht von Benjamin Schönherr „das wahre Maintal-Derby“ an. Schmälern solle das die Bedeutung der Duelle mit Wachenbuchen oder Dörnigheim nicht. Für Schönherr ist es aber ein ganz besonderes Spiel.

Von David Lindenfeld

Hochstadt gegen Bischofsheim sei nochmal eine andere Nummer und Schönherr zufolge ein Duell, dass „eigentlich in die Gruppenliga gehört.“

Der 26-Jährige muss es wissen. Schließlich kickte der in Bischofsheim aufgewachsene zentrale Mittelfeldspieler in der Jugend lange für den FSV, dann vier Jahre in Hochstadt, im Anschluss erneut zwei Jahre in Bischofsheim und dann wieder zwei Jahre in Hochstadt. Nach seinem Wechsel im Sommer 2018 läuft Schönherr aktuell wieder für den FSV auf.

Höhere Brisanz in der Gruppenliga

Das Derby ist deshalb für ihn ein besonderes Spiel: „Man muss aber sagen, dass früher die Brisanz höher war. In Hochstadt spielen aktuell nicht mehr so viele Hochstädter“, erklärt Schönherr. Vor dem Abstieg beider Teams in der Saison 2017/18 spielten jahrelang immer nahezu identische Mannschaften auf beiden Seiten gegeneinander. Man kannte sich. Auch das machte das Derby aus. „Die Derby-Stimmung wird aber trotzdem da sein“, ist sich Schönherr sicher: „Da kommt auch viel von außen von den Zuschauern, die dazu beitragen.“

Im Vorteil sieht er den FSV nicht, obwohl Hochstadt aus den vergangenen sechs Spielen nur einen Sieg geholt hat. Spielertrainer Cedric Liuzzo sieht das genauso: „Die Tabellenkonstellation ist relativ egal. Am Sonntag kommt es darauf an, von Beginn an Kampf, Laufbereitschaft und Willen zu zeigen“, sagt Liuzzo. Das mit 1:3 verlorene Spiel der Hochstädter am Donnerstag gegen den FC Hanau 93 II hat sich der Coach nicht angeschaut – stattdessen lieber mit dem eigenen Team trainiert. Schließlich wolle man sich ohnehin auf sich selbst konzentrieren und „das eigene Spiel durchziehen“.

"Frösche" sind dem Tabellenführer auf den Fersen

Der FSV steht aktuell mit einem Spiel weniger auf Rang vier und liegt nur drei Punkte hinter Tabellenführer Kesselstadt. Die Hinrunde stimmt Liuzzo deshalb „hochzufrieden“. Die Ausbeute sei gut, wenngleich noch nicht alles passe. „Wir sind dabei, unsere Vorstellung von Fußball der Mannschaft weiterzugeben. Das ist ein Prozess und erfordert Zeit“, sagt der Coach.

Die vergangene Rückrunde, in der Bischofsheim Liuzzo zufolge zu viele Gegentore kassierte, habe man aufgearbeitet. Nun stellt der FSV mit 20 Gegentreffern die beste Defensive der Liga. „Das geht ein bisschen auf Kosten der Offensive. Wir spielen uns weniger Chancen heraus als in der Rückrunde, sind aber auf einem guten Weg.“

Gegner defensiver orientiert

Dass sich die Mannschaft weniger Möglichkeiten erarbeitet, liegt an vielen Faktoren. Einerseits fehlte Adnan Sejdovic als erfahrener Spielgestalter im Offensivbereich über weite Strecken der Hinrunde, andererseits stehen die Teams gegen den FSV kompakter als in der Rückrunde, wo Liuzzo das abstiegsbedrohte Team übernommen und mit einer starken Halbserie auf Rang fünf geführt hatte.

Das Ziel, unter die ersten Fünf zu kommen, besteht weiterhin. „Wir stehen aber so gut da, dass wir jetzt auch den Aufstieg schaffen wollen“, so Liuzzo: „Ich bin überzeugt, dass wir die Qualität dazu haben. Wer den längeren Atem hat, wird am Ende oben stehen.“ Die größten Konkurrenten sind für ihn der VfR Kesselstadt und die zweite Mannschaft der 93er.

Einst schoss er mit Hochstadt die Bischofsheimer ab

Da sein älterer Bruder David auch lange für Bischofsheim spielte, als Schönherr noch klein war, ist der Bezug zum FSV größer. In Erinnerung ist ihm aber vor allem ein Derby mit dem FC Hochstadt. In der Abstiegssaison aus der Gruppenliga besiegte er mit dem FCH die Bischofsheimer am letzten Spieltag mit 7:1.

„Das war ein cooles Erlebnis, weil wir zu dem Zeitpunkt schon wussten, dass sich die Mannschaft trennen wird und es ein schöner Abschluss war“, erklärt Schönherr: „Da haben wir gezeigt, wer zu dem Zeitpunkt die bessere Mannschaft aus Maintal war.“

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