Kevin Schlörb (rechts) kam sich am Sonntag vor wie im falschen Film. Sieben Mal traf der Roßdorfer im Heimspiel gegen Hilalspor Hanau. Eine teure Angelegenheit: Seine Mitspieler fordern drei Kisten Bier. Archivfoto: TAP

Bruchköbel

Kreisoberliga Hanau: Das ist Roßdorfs siebenfacher Torschütze

Fußball. Der Roßdorfer Stürmer Kevin Schlörb hat am vergangenen Sonntag ein unvergessliches Spiel erlebt, an das man sich in Roßdorf noch lange erinnern wird: In der Partie gegen Hilalspor Hanau gelangen ihm sieben Treffer.

Von David Lindenfeld

So richtig glauben kann der 20-Jährige das, was am Sonntag auf dem Roßdorfer Sportplatz beim 8:2-Sieg seines Teams passiert ist, auch Tage später nicht.

„Ich kann es eigentlich immer noch nicht richtig realisieren. Es fühlt sich irgendwie komisch an“, sagt Schlörb, dem in der Jugend einmal sechs Treffer in einem Spiel geglückt waren. Mehr als drei Tore, wie gegen den FSV Neuberg, hatte der Stürmer im Seniorenbereich bisher aber noch nicht erzielt.

Warum es am Sonntag so gut lief? „Ich habe in der Mitte einfach viel zu viel Platz gehabt. In der ersten Halbzeit war kein Mann bei mir, deshalb konnte ich quasi machen, was ich will“, so Schlörb, der schon in der ersten Hälfte viermal erfolgreich war. In der neunten Minute traf er erstmals per Direktabnahme aus der Luft. Auch das 4:0 sei ein Volley-schuss nach einem Freistoß von Igor Rozic aus dem Halbfeld gewesen. Wie die anderen Tore gefallen sind, weiß Schlörb schon gar nicht mehr genau.

„Ich kam mir vor wie im Traum oder im falschen Film und habe meine Mannschaftskollegen in der Halbzeit gefragt, ob sie mich mal zwicken können“, berichtet der 20-Jährige, der schon in der Pause für seinen Viererpack von der Mannschaft gefeiert wurde. „Das Erste, was der Trainer in der Kabine gesagt hat, war: Kevin, egal, was du am Samstagabend gemacht hast. Das machst du jetzt jeden Samstag“, erzählt Schlörb, der am Abend zuvor mit Kollegen aus der Mannschaft in der Frankfurter Batschkapp eine 90er-Party besucht hat.

Dass er überhaupt im Sturm ran durfte, war der Verletzung des vormaligen Toptorjägers Christian Recke geschuldet, der sich in der Woche vor dem Spiel gegen Hilalspor einen Bruch des Ellbogens zugezogen und die Trefferliste der Roßdorfer bisher mit zwölf Treffern angeführt hatte. Mit seinen insgesamt 13 Toren ist Schlörb, der normalerweise auf der Außenbahn zum Einsatz kommt – in der Jugend aber vor allem als Stürmer oder offensiver Mittelfeldspieler gespielt hat nun an Recke vorbeigezogen.

„In der Halbzeitpause habe ich noch aus Spaß gesagt, dass es mein nächstes Ziel ist, in der zweiten Halbzeit drei Tore zu machen, um den Recke zu überholen.“ Lange Zeit sah es danach allerdings nicht aus. Hilalspor wechselte kurz nach der Pause Tolga Baruesuek als Innenverteidiger ein, der den Roßdorfer Vierfachtorschützen aus Hälfte eins aus dem Spiel nahm. „Da war ich dann 25 Minuten komplett abgemeldet.“

Gegen Ende der Partie drehte Schlörb aber nochmal auf. Zwischen der 84. und der 89. Minute gelangen dem 20-Jährigen die Treffer fünf bis sieben – ein lupenreiner Hattrick innerhalb von fünf Minuten. „Auch wenn ich sieben Tore geschossen habe, muss man natürlich sagen, dass ich dafür nicht alleine verantwortlich bin“, gibt sich der Stürmer bescheiden: „Da waren schon ein paar geile Vorlagen dabei.“

Eigentlich hatte sich Schlörb vorgenommen, in dieser Saison mindestens zehn Tore schießen zu wollen. Nach den sieben Treffern in einem Spiel sind es nun schon 13. Sein Handy stand nach der Partie am Sonntag-abend, den das Team gemütlich im Vereinsheim ausklingen ließ, jedenfalls nicht still. Zahlreiche Gratulanten meldeten sich.Seine Mannschaftskollegen nutzen die mobile Kommunikation wiederum dazu, um ihn an die negativen Begleiterscheinungen zu erinnern, die ein Sonntag mit sieben erzielten Treffern so mit sich bringt: Drei Getränkekisten muss Schlörb seiner Mannschaft bezahlen. „Zwei wegen der beiden Hattricks und eine, weil ich in der HANAUER-Elf des Spieltags stand“, erklärt Schlörb, der jedoch gegenüber seinen Teamkollegen die richtige Antwort parat hatte: „Die zahle ich gern, solange ich vorm Recke stehe.“

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