Keine Bruchlandung im Derby: Der SV Oberdorfelden (Marcel Bojahr) trifft am Sonntag im Derby auf den SV Kilianstädten und will endlich den ersehnten ersten Sieg einfahren. Archivfoto: Achim Senzel

Fußball

Kreisoberliga Hanau: Oberdorfelden will ersten Sieg feiern

Fußball. In den kommenden vier Wochen wird sich entscheiden, wo die Reise hingeht. „Die nächsten Spiele sind richtungsweisend“, sagt der Spielausschuss-Vorsitzende des SV Oberdorfelden, Dietmar Böhmert. Mit zwei Punkten aus elf Spielen steht der SVO derzeit abgeschlagen am Tabellenende.

Von David Lindenfeld

Ausgerechnet im Derby zuhause gegen den SV Kilianstädten soll am Sonntag der erste Saisonsieg her – einfach wird das nicht.

„Kilianstädten ist eine starke Mannschaft, die uns vor große Probleme stellen wird, die Punkte hier zu behalten“, sagt Böhmert, der vor allem vor Stürmer Manuel Hegenauer warnt, der mit zehn Treffern aktuell bester Torschütze des Nachbarn ist, obwohl er drei der vergangenen vier Spiele verpasst hat. Gegen den FC Hochstadt war Hegenauer zuletzt wieder mit dabei. Prompt siegte der SVK 7:1. Vier Treffer erzielte Hegenauer selbst – und das, obwohl der FCH vor dieser Partie noch eine der besten Defensivreihen der Liga gestellt hatte.

Der SVO gehört mit 49 Gegentreffern hingegen zu den defensivschwächeren Teams. Nur Safakspor Hanau hat aufgrund des 1:22-Debakels gegen Hanau 93 II mehr Gegentore kassiert. Das hängt mit vielen Faktoren zusammen. „Der Abgang unseres Torwarts Sebastian Vogl hat natürlich eine große Lücke hinterlassen“, sagt Böhmert.

Wiederkehrende Verletzungssorgen

Der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler dirigierte die Defensive des SVO in der Vergangenheit gekonnt, leitete mit weiten und präzisen Abschlägen immer wieder schnelle Gegenstöße ein und gab der Abwehr mit seinem souveränen Torwart-spiel ein Sicherheitsgefühl, das nun abhanden gekommen ist.

Jetzt stellt Vogl seine Fähigkeiten ausgerechnet beim kommenden Gegner SV Kilianstädten unter Beweis. „Hinzu kommt, dass wir immer wieder Verletzungsprobleme haben und die Mannschaft von Spiel zu Spiel meist auf vier oder fünf Positionen verändern müssen. Letztes Jahr sind wir davon verschont geblieben. Dieses Jahr erwischt es uns voll“, erklärt Böhmert.

Auch gegen den SV Kilianstädten werden wieder eine Hand voll Spieler fehlen. Torwart Philipp Witzke, der vom SVK vor der Saison zum SVO wechselte, fehlt ebenso verletzt wie Kapitän Christoph Braun, der im Mittelfeldzentrum spielt, und Außenbahnspieler Felix Hohenwarter. Zudem fallen am Sonntag auch Innenverteidiger Dominik Störkel und Außenverteidiger Florian Hahn aus. Aufgefüllt wird mit Spielern aus der Reserve, die in der C-Liga kickt.

"Quäntchen Glück gefehlt"

„Unsere Spielerdecke ist nicht so stark, dass wir drei oder vier Ausfälle verkraften können“, sagt Böhmert: „Da müssten wir eigentlich was tun, aber dafür sind keine finanziellen Mittel da.“ Der Spielausschuss-Vorsitzende verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass es beim SVO weder Festgehälter, noch Einsatz- oder Punktprämien gebe – lediglich Zuschüsse für Weihnachtsgeschenke, Trainingsanzüge oder Feste und mehrere gemeinsame Essen pro Saison.

In vielen Spielen habe laut Böhmert „auch einfach das nötige Quäntchen Glück gefehlt.“ Mehrmals kassierten die Oberdorfelder kurz vor Schluss den Ausgleich oder verspielten Halbzeit-Führungen wie zuletzt gegen Eintracht Oberissigheim. „Wir könnten fünf oder sechs Punkte mehr haben.“ Die Wende nun zu schaffen und aus dem Tabellenkeller herauszukommen, werde angesichts der Stärke der Liga schwer, meint Böhmert, der zudem darauf verweist, dass dem SVO aufgrund der Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls noch ein Punktabzug droht.

Abstieg wäre "kein Beinbruch"

Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft sei trotz der misslichen Lage weiterhin voll da. „Der Teamgeist stimmt bei uns.“ Zwei Aufstiege in drei Jahren haben die Oberdorfelder hinter sich. Die Mannschaft spielt größtenteils schon seit der C-Jugend zusammen. „Wir wussten, dass es im zweiten Jahr in der Kreisoberliga noch schwerer wird, weil uns die anderen Mannschaften jetzt besser kennen und uns dadurch das eine oder andere Überraschungsmoment fehlt, das wir in der letzten Saison hatten.“

Ein Abstieg wäre für den SVO laut Böhmert „kein Beinbruch“, wenngleich der Spielausschuss-Vorsitzende betont, wie wohl man sich in der Liga fühle – auch aufgrund der Einnahmen an Spieltagen durch das höhere Zuschaueraufkommen und den Getränkeverkauf. Noch ist es nicht so weit, dass man sich darüber Gedanken machen muss. Doch auch Böhmert weiß, dass in den kommenden vier Spielen gegen Kilianstädten, Hanau 93 II, den SV Wolfgang und den FC Erlensee II Punkte her müssen: „Ein Sieg gegen Kilianstädten wäre zum Auftakt ganz, ganz wichtig.“

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