Läuft wieder für die erste Mannschaft auf: Marcel Bernecker (rechts) ist einer von fünf erfahrenen Auheimern, die kürzer treten wollten und zuletzt in der Reserve spielten. Im Kampf gegen den Abstieg kehrten sie nun ins Kreisoberliga-Team der Rot-Weißen zurück. Archivfoto: TAP

Fußball

Kreisoberliga: RW Großauheim reaktiviert Oldies für Abstiegskampf

Fußball. Rund drei Monate Wartezeit sind beendet: Nach elf sieglosen Spielen mit nur einem gewonnenen Punkt hat Rot-Weiß Großauheim in der Kreisoberliga Hanau am vergangenen Wochenende beim 11:0 gegen Safakspor Hanau wieder einen Dreier eingefahren.

Von David Lindenfeld

Beim darauffolgenden 1:0-Sieg im Pokalspiel gegen die Spvgg. Roßdorf machte der abstiegsbedrohte Klub am Dienstag ebenfalls eine deutlich bessere Figur als über weite Strecken der Hinrunde. Das liegt vor allem an der Rückkehr der alten Garde, die mit Großauheim in der Rückrunde den Klassenerhalt schaffen soll.

Fünf Routiniers wollten eigentlich kürzertreten

Mit Innenverteidiger Daniel Rebic sowie Mittelfeldmann Michael Nenic-Klinke und den beiden Offensivkräften Steffen Öler und Marcel Bernecker sind in der Hinrunde nach und nach Spieler ins Team zurückgekehrt, die in der vergangenen Spielzeit zu den Stützen innerhalb der Mannschaft gehörten und in dieser Saison eigentlich kürzertreten wollten. Gleiches gilt für Torhüter Mario Rucco, der im Sommer von Eintracht Oberissigheim zu den Rot-Weißen zurückgekehrt war. Sie alle entschieden sich angesichts der schwierigen Situation aber für ein Comeback in der ersten Mannschaft.

So wie sich das Team in den ersten Spielen präsentierte, „musste etwas passieren“, sagt Robert Kahlina: „Sie sind wieder zurück und auf sie baue ich auch“, freut sich der Trainer, der in der Hinrunde bei seiner Mannschaft in vielen Spielen die Mentalität vermisste, die andere Teams wie den KSV Langen-Bergheim im Abstiegskampf auszeichnet. Nahezu alle Spiele gegen die Topteams der Liga gingen hoch verloren. „Da war das Spiel gegen Bischofsheim mit 0:3 eigentlich noch gut“, so Kahlina mit Blick auf die 1:6-Pleiten gegen Niederissigheim und Erlensee II, das 0:5 gegen Niederrodenbach oder das 0:6 gegen Kesselstadt.

Willen und Einstellung fehlen

„Wir haben in der Vorbereitung eigentlich gute Ergebnisse erzielt, waren defensiv unglaublich aggressiv und gallig und haben kaum etwas zugelassen. Das konnten wir aber leider überhaupt nicht in die Runde mitnehmen“, analysiert Kahlina, der das schwache Abschneiden aber nicht auf das verletzungsbedingte Fehlen wichtiger Offensivkräfte wie Yassin El Fachtali oder Henna Moussa zurückführen will. Ihm geht es vielmehr um den Willen, die Einstellung und die Mentalität der Mannschaft, die in vielen Spielen nicht stimmte.

Nach dem ersten Gegentor seien die Köpfe häufig gen Boden gesunken. Die Partien gegen Hochstadt, Langen-Bergheim und Roßdorf verloren die Auheimer alle durch Gegentreffer in der Nachspielzeit. „Wir sind keine Mannschaft, die solche Spiele dreht, sondern eine, die solche Spiele noch verliert. Das sagt auch etwas über die Qualität aus“, sagt Kahlina, der nach und nach wichtige Spieler zurückholte und nun wieder auf seine Achse im Zentrum bauen kann, die Kämpfermentalität mitbringt und auch den restlichen Spielern im Team mit ihrer Präsenz auf dem Platz wieder mehr Sicherheit gibt.

Verstärkungen im Winter geplant

Den Klassenerhalt hat der Klub weiterhin fest im Blick. „Wir haben noch nichts abgeschrieben und würden auch im nächsten Jahr gerne KOL spielen“, sagt Kahlina, der sein Team in der Winterpause noch einmal verstärken will, sofern dies machbar ist. Zunächst gilt jedoch die volle Konzentration dem Auswärtsspiel bei Eintracht Oberrodenbach, wo der Tabellenvorletzte den dritten Sieg in Serie einfahren könnte.

„Da muss sehr viel gut klappen, was wir in der Vorbereitung auch schon gezeigt haben“, weiß Kahlina, der dieses Mal nicht wieder drei Monate auf den nächsten Sieg warten will.

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