Spannung garantiert: Die Spieler von Eintracht Oberrodenbach lassen Fans und Trainer derzeit ganz schön zittern. Zuletzt gab man eine 5:0- und eine 5:1-Führung beinahe noch aus der Hand. Archivfoto: TAP

Fußball

Kreisoberliga: Eintracht Oberrodenbach macht es gerne spannend

Fußball. Die Fans von Eintracht Oberrodenbach dürften sich am vergangenen Sonntag bei der Partie gegen Rot-Weiß Großauheim verwundert die Augen gerieben haben: Fünf eigene Tore nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit, am Ende aber doch noch fast den Sieg verschenkt – gab es das nicht schon einmal?

Von Robert Giese

Richtig, denn nur eine Woche zuvor hatte der Kreisoberligist in Roßdorf ein nahezu identisches Spiel abgeliefert und dabei nicht nur seinen Trainer Andreas Jäger jede Menge Nerven gekostet.

Nach 5:0-Führung wird es nochmal eng

„Das waren schon zwei extreme Erfahrungen, die man nicht jeden Tag hat“, kommentiert Jäger die spektakulären Ergebnisse. Anfang November führten die Oberrodenbacher im Spiel bei der Spvgg. Roßdorf nach 55 Minuten durch drei Tore von Rodney Kurz und je einem Treffer von Ole Gebauer und Ronny Barthelmie bereits 5:0 – eigentlich ein mehr als komfortabler Vorsprung, aber weit gefehlt!

„Ich dachte, dass da nichts mehr schief geht“, wähnte sich auch Jäger angesichts der klaren Führung schon auf der sicheren Seite, „aber 30 Minuten später war ich schlauer!“ Scott Scherer verkürzte für Roßdorf per Doppelschlag auf 2:5, nach zwei weiteren Treffern von Timo Grenzer und Emir Draganovic waren die Gastgeber sogar kurz davor, noch einen Punkt zu ergattern, doch Oberrodenbach rettete den nun deutlich knapperen Vorsprung trotz einer Gelb-Roten Karte gerade so noch ins Ziel.

Auch 5:1-Vorsprung bringt keine Sicherheit

Am vergangenen Wochenende dann eine nahezu identische Situation, nach erneut exakt 55 Minuten führte der Tabellenzehnte zu Hause gegen Rot-Weiß Großauheim mit 5:1. Jäger, der im Urlaub weilte, war permanent über den Spielstand informiert und dachte in seinem Urlaubsdomizil, „dass man unmöglich zweimal den gleichen Fehler machen kann – doch man kann. Das war extrem nervenaufreibend!“

Aus der Ferne musste der Oberrodenbacher Trainer miterleben, wie sein Team nun schon wieder ein Gegentor nach dem anderen hinnehmen und in den Schlussminuten noch einmal mächtig zittern musste, denn Oguzhan Yilmaz hatte Großauheim acht Minuten vor dem Abpfiff auf 4:5 herangebracht. Zum zweiten Mal innerhalb von acht Tagen hatte die Eintracht einen hohen Vorsprung fast verspielt, kam letztlich aber erneut mit einem blauen Auge davon.

Eintracht spielt immer offensiv

Wie es zu den spektakulären Ergebnissen kommen konnte, liegt für Jäger auf der Hand: „Wir sind von unserer Spielanlage her schon offensiv ausgerichtet. An guten Tagen spielen wir sehr gut Fußball, in den letzten beiden Spielen“, so der Oberrodenbacher Trainer, „zumindest eine Stunde lang.“

Das Problem seiner Mannschaft sei es, dass sie einfach immer weiter nach vorne spiele, auch bei einem hohen Vorsprung. „Wir laufen selbst beim Stand von 5:0 noch in Konter, das darf uns einfach nicht passieren“, meint Jäger, der sich das aber mit der Unerfahrenheit seiner Spieler erklärt: „Wir haben eine sehr junge Mannschaft, die im taktischen Bereich noch lernen muss.“ Dazu gehört es, einen hohen Vorsprung auch einfach einmal zu verwalten.

Trainer Jäger: "Macht keinen Spaß"

Jäger ist allerdings skeptisch, ob derart nervenaufreibende Spiele geeignet sind, seinen Spielern in dieser Hinsicht weiterzuhelfen. „Hinten raus macht das keinen Spaß“, so der Trainer mit Blick auf die dramatischen Schlussminuten an den beiden vergangenen Wochenenden, und durch die Aufholjagd des Gegners „geht man mit einem komischen Gefühl vom Platz, obwohl man stellenweise richtig gut gespielt hat.“

Am kommenden Sonntag hat das Oberrodenbacher Team mit dem unbändigen Offensivdrang gegen Kewa Wachenbuchen die Chance, einmal für einen weniger dramatischen Spielverlauf zu sorgen. Jägers Leidensfähigkeit ist indes noch nicht ausgereizt: „Wenn wir wieder gewinnen, nehme ich auch wieder ein 5:4!“

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