Jonas Gatzka (FSV Bischofsheim, links) und Marcel Heuer (Spvgg. Langenselbold). Archivfotos: Adrian/Tap

Region Hanau

Kreisoberliga: Bischofsheim empfängt Zehner zum Kellerduell

Fußball. In der Kreisoberliga Hanau steht am kommenden Sonntag das Kellerduell zwischen der Spvgg. 1910 Langenselbold und dem FSV Bischofsheim an. Beide Vereine, bei denen jeweils erst vor Kurzem der Trainer zurückgetreten war, stehen vor dem richtungsweisenden Duell zwischen dem Letzten und dem Vorletzten unter Druck.

Von David Lindenfeld

Die neuen Coaches wollen, dass ihre Teams den Spaß am Fußball wiederfinden, der durch die schlechten Ergebnisse der vergangenen Wochen verloren gegangen ist.

Das gilt sowohl für Torsten Ullrich, den neuen Trainer, den die Spvgg. Langenselbold unter der Woche als Nachfolger von Diego Torres präsentierte, als auch für Frank Reck, der zuvor Co-Trainer des zurückgetretenen Michael Mohr war und den FSV nun gemeinsam mit Ivica Strainovic coacht. Beim unglücklichen 2:3 gegen den SV Kilianstädten stand das Duo erstmals an der Seitenlinie.

„Der Vorstand möchte keinen Schnellschuss machen, deshalb werden wir jetzt versuchen, das Beste daraus zu machen. Wir sind beide nah an der Mannschaft dran und wollen die letzten vier Spiele positiv gestalten“, sagt Reck.

Erstes Spiel für Torsten Ullrich

Dass es beim Gruppenliga-Absteiger zuletzt so schlecht lief, habe mehrere Gründe: der große Umbruch im Sommer, das Fehlen von Führungsspielern, Verletzungssorgen, Einstellungsprobleme und die Situation mit dem gesperrten Kunstrasen, weshalb der FSV derzeit auf den Hartplatz an der Eichenheege in Dörnigheim ausweichen muss. „Wir müssen gucken, dass wir jetzt wieder positiver an die Sache herangehen und Freude am Fußball aufkommen lassen“, meint Reck.

Wie wichtig das Duell am Sonntag ist, ist ihm bewusst: „Der Druck ist verdammt hoch, weil wir gegen Langenselbold drei Punkte holen müssen, damit wir den Anschluss nicht verlieren“, erklärt der Übungsleiter, dem bewusst ist, dass der Abstieg auf lange Sicht wohl nur mit Winterneuzugängen verhindert werden kann: „Unser ältester Spieler ist 26 Jahre alt. Wir brauchen im Winter zwei gestandene Spieler, einen fürs Zentrum und einen für vorne, sonst wird es schwer.“

Schwierige Mission

Aktuell und insbesondere am Sonntag müsse die Mannschaft vor allem kämpferisch überzeugen. „Langenselbold wird mit dem neuen Trainer auch mit breiter Brust zu uns kommen. Geschenkt kriegen wir da nichts“, weiß Reck. Für Ullrich stellt sich die Situation vor dem Kellerduell, das sein erstes Spiel an der Seitenlinie der Zehner sein wird, noch einmal schwieriger dar als für den FSV, der derzeit vier Zähler Rückstand auf das rettende Ufer hat. Bei den Selboldern sind es schon zehn Punkte. „Ich wollte dem Verein in der schwierigen Situation einfach helfen“, sagt Ullrich, für den nach seinem vorigen Engagement bei Germania Ober-Roden eigentlich Schluss als Trainer war.

Nun ist der Übungsleiter für die schwierige Mission Klassenerhalt aus seinem Ruhestand zurückgekehrt. „Ich weiß schon, dass die Situation mit zehn Punkten auf das rettende Ufer schwierig ist, aber ich hoffe, dass daraus eine positive Energie gewonnen wird und wir noch ein paar Punkte machen“, so Ullrich, der am Dienstag und Donnerstag die ersten Trainingseinheiten auf dem Selbolder Sportgelände leitete.

Erster Eindruck positiv

„Es wäre schön, wenn wir es schaffen, aber wir müssen erst mal schauen, was an Spielern – auch nach dem Winter – zur Verfügung steht und wie die Wintervorbereitung läuft“, sagt Ullrich. Selbst wenn der Klassenerhalt nicht gelingen sollte, würde er sich bereit erklären, mit in die Kreisliga A zu gehen: „Wenn das in die Hose gehen sollte und der Verein das möchte, würde ich für einen Neuaufbau zur Verfügung stehen.“

Sein erster Eindruck vom Team sei positiv gewesen. Eine Zielsetzung, was Punkte betrifft, will Ullrich für das Wochenende aber nicht ausgeben: „Ich will keinen Druck aufbauen, weil die Lage schon schlecht genug ist. Es wäre schön, wenn die Mannschaft ein kleines Lebenszeichen setzen könnte. Ein Erfolgserlebnis würde ihr gut tun“, so Ullrich, der ergänzt: „Die Mannschaft soll befreit aufspielen und einfach wieder Spaß haben.“

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