Alexander Lorei hat keine Lust mehr auf Pleiten gegen den Rivalen. Archivfoto: TAP

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Kreisoberliga: Alexander Lorei will Derby-Durststrecke beenden

Fussball. Der letzte Derbysieg von Eintracht Oberissigheim ist mittlerweile lange her. Fünf Jahre um genau zu sein. Damals wie heute trug Abwehrspieler Alexander Lorei das Trikot der Eintracht, die die Durststrecke gegen den Rivalen aus Niederissigheim in diesem Jahr endlich beenden will.

Von David Lindenfeld

Mut macht der frische Wind, für den die Neuzugänge nach dem Umbruch im Sommer gesorgt haben. „Die Mannschaft war zu eingefahren, hat immer das gleiche gemacht und die gleichen Abläufe gehabt“, bringt Lorei die Oberissigheimer Probleme der letzten Jahre auf den Punkt. Seit dem großen Umbruch im Sommer hat sich vieles verändert. Die Mannschaft hat Lorei zufolge in dieser Saison eine gute Hierarchie. Zudem zeichne sich das Team mit einer großen mannschaftlichen Geschlossenheit aus und habe sich unter Christopher Schneider auch im taktischen und fußballerischen Bereich weiterentwickelt.

Eintracht stellt drittbeste Abwehr der KOL

„Wir können wieder Fußball spielen. Früher haben wir immer nur lange Bälle auf Daniel Erbe gespielt. Wenn der gefehlt hat, waren wir ideenlos“, erklärt Lorei, der als Innen- und Rechtsverteidiger bisher dafür gesorgt hat, dass die Eintracht erst 16 Gegentreffer hinnehmen musste – der drittbeste Wert der Liga. Auf den 33-Jährigen verzichtet Trainer Schneider nur ungern. Bis auf das Spiel gegen Hilalspor Hanau stand Lorei bisher in allen Partien über 90 Minuten auf dem Platz.

Als er 2010 von der SG Bruchköbel zur Eintracht wechselte, um nach einem Meniskus- und Knorpelschaden im Knie sowie einem Kreuzbandanriss kürzer zu treten, wurde der ehemalige Hessenligaspieler sofort Kapitän und blieb dies auch acht Jahre. Um die alten Strukturen aufzubrechen, wechselte das Kapitänsamt nun vor der Saison – für Lorei, der trotzdem zu den Leadern im Team zählt, kein Problem: „Man braucht als älterer Spieler keine Kapitänsbinde, um auf dem Platz voranzugehen.“

Lorei weiß um Qualität des TSV

Das wird auch am heutigen Samstag wieder nötig sein, wenn das große Derby ansteht. Nach zuletzt vier Derbyniederlagen mit einem Torverhältnis von 1:11 und sechs sieglosen Spielen in Serie sind Lorei und seine Mannschaft gewarnt – vor allem vor dem Toptorjäger der Kreisoberliga, Dominic Bernard, der in der aktuellen Saison bisher 13 Treffer erzielt und in den letzten sechs Derbys immer mindestens ein Tor geschossen hat.

„Wir wissen natürlich um seine Qualität. Er ist pfeilschnell und super stark im Abschluss. Er ist außerdem ein sehr fairer Spieler und ein super Typ auf dem Platz“, lobt Lorei, der jedoch auch darauf hinweist, dass man Yannick Wolff und Besart Beqiraj nicht unterschätzen dürfe: „Die drei sind schon richtig gefährlich. Außerdem hat Niederissigheim mit Vedran Vrancic und Sven Reuter noch zwei sehr erfahrene Spieler und generell eine gute Mischung in der Mannschaft. Ich habe größten Respekt davor, was der Trainer Peter Schmidt aus dem kleinen Kader jedes Jahr alles macht.“

Letzter Derbysieg liegt fünf Jahre zurück

Den Respekt will er am Sonntag für 90 Minuten ablegen. Wie man Bernard stoppen kann, weiß Lorei zumindest schon: „Er sucht häufig den Doppelpass, den er dann in die Schnittstelle bekommt. Das müssen wir unterbinden und eng an ihm dran sein“, so der 33-Jährige, der mit seinem Team in dieser Saison wegen der besseren Tordifferenz aktuell einen Rang vor dem Rivalen auf Platz vier steht. Ein Vorzeichen dafür, dass die Eintracht das Derby gewinnt? Wohl kaum. Die Zuschauer dürfen sich jedoch in diesem Jahr endlich wieder auf ein Derby mit Topspielcharakter freuen. „Der letzte Derbysieg liegt viel zu weit zurück“, sagt Lorei und ergänzt: „Nach fünf Jahren wird es mal wieder Zeit.“

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