Ausgetrickst: Andre Nollau (links) und Victoria Heldenbergen setzen sich glasklar gegen Patrick Zoulas und 1910 Langenselbold durch. Foto: TAP

Hanau

Kreisliga A: Victoria führt "Zehner" vor - 1860 siegt 9:1

Fußball. Äußerst torreich präsentierte sich der Saisonauftakt der Kreisliga A Hanau, denn in den fünf Spielen fielen über 30 Treffer. Den Vogel schoss dabei der TSV 1860 Hanau ab, der beim FSV Bischofsheim II haushoch überlegen war und mit 9:1 (6:1) gewann.

Von Robert Giese

Mit jeweils 6:1 setzten sich Victoria Heldenbergen zuhause gegen die „Zehner“ aus Langenselbold und der Dörnigheimer SV auswärts beim VfR Kesselstadt II durch. Aufsteiger FSV Neuberg siegte in einem umkämpften Spiel vor 100 Zuschauern mit 3:1 gegen den VfB Großauheim, während die Sportfreunde aus Ostheim nach einer Roten Karte gegen ihren Keeper nicht über ein 2:2 (1:0) gegen die SG Bruchköbel II hinauskamen.

VfR Kesselstadt II – Dörnigheimer SV 1:6 (0:3): Mit seinem Team aus jungen, schnellen Spielern setzte der DSV den Gastgebern von Beginn an zu und nutzte nach 25 Spielminuten eine Unaufmerksamkeit aus, um durch Ilyas Bousiali in Führung zu gehen. Knackpunkt war nach Ansicht von VfR-Sprecher Thorsten Wolter, dass der pfeilschnelle Mamadou Bah kurz vor dem Seitenwechsel gleich zweimal zuschlug und dadurch auf 3:0 für die Dörnigheimer erhöhte.

Zehn Minuten nach Wiederanpfiff kamen die Kesselstädter durch Luigi Manfredi zwar auf 1:3 heran, wurden in der Schlussphase allerdings ausgekontert: Erst erzielte Bousiali seinen zweiten Treffer, dann traf Bah zum dritten Mal an diesem Tag, den Schlusspunkt setzte schließlich Aydlo Mohamad. „Dörnigheim war besser, daher geht die Niederlage in Ordnung“, meinte Wolter, „aber sie ist um ein oder zwei Tore zu hoch ausgefallen.“

Tore: 0:1 Bousiali (25.), 0:2 und 0:3 Bah (40. und 43.), 1:3 Manfredi (55.), 1:4 Bousiali (80.), 1:5 Bah (85.), 1:6 Mohamad (88.) – Zuschauer: 30. – Beste Spieler: Halbasch/Bah

FSV Bischofsheim II – TSV 1860 Hanau 1:9 (1:6): Dass die Hausherren 1860 nicht viel entgegenzusetzen hatten, zeigte sich bereits in der Anfangsphase, als Kerem Kaya mit zwei verwandelten Foulelfmetern in der elften und 15. Minute seine Mannschaft früh auf die Siegerstraße brachte. Für Bischofsheim kam es noch schlimmer, denn beim 0:3 durch Loredan Gabor verletzte sich FSV-Schlussmann Florian Winkler, der aus Mangel an Wechselmöglichkeiten auf die Zähne beißen und zumindest bis zur Pause weiterspielen musste. Zwar fiel kurz darauf der Bischofsheimer Ehrentreffer durch Emir Trebo, aber die Gäste netzten bis zum Pausenpfiff noch dreimal ein.

Nach dem Seitenwechsel sprang bei den Bischofsheimern deren Erstmannschaftstorwart Christopher Büthe ein, auf den weiteren Spielverlauf hatte das freilich keinerlei Auswirkungen mehr „Wir sind noch in der Findungsphase, da hatten wir keine Chance“, musste FSV-Sprecher Klaus Pawlytko anerkennen, „1860 war uns einfach himmelweit überlegen.“

Tore:0:1, 0:2 Kerem Kaya (11. und 15., jeweils Foulelfmeter), 0:3 Gabor (34.), 1:3 Trebo (36.), 1:4 Sezen (37.), 1:5 und 1:6 Gabor (43. und 45.+1), 1:7 Kayaoglu (48), 1:8 Schweizer (63), 1:9 Gabor (84.) – Zuschauer: 30 – Schiedsrichter: Maurer (Karlstein) – Beste Spieler: beide geschlossene Teamleistung

FSV Neuberg – VfB Großauheim 3:1: Vor hundert Zuschauern lieferte sich der Aufsteiger mit dem letztjährigen Tabellenvierten von Beginn an eine umkämpfte Partie mit teils harten Fouls. Giuseppe di Guglielmo brachte die Neuberger schließlich in Front und erhöhte auch auf 2:0, aber die Gäste wollten sich keineswegs den Schneid abkaufen lassen und drängten auf den Anschluss. Die Hausherren standen defensiv jedoch äußerst stabil, was vor allem Stefano Riccardi zu verdanken war: „Er hat wirklich eine Top-Abwehrleistung abgerufen“, unterstrich FSV-Sprecher Alexander Schmid.

Als den Großauheimer schließlich aber durch Leon Schott doch den 1:2-Anschlusstreffer erzielten, wurde es noch einmal spannend, beide Teams führten die Zweikämpfe nun mit noch größerer Intensität. Umso glücklicher waren die Neuberger, als Antonio Vidovic kurz vor Schluss zum 3:1 traf und damit den Deckel draufmachte.

Tore: 1:0 und 2:0 di Guglielmo, 2:1 Schott, 3:1 Vidovic – Zuschauer: 100 – Schiedsrichter: Müller (Kressbach) – Beste Spieler: Riccardi, di Guglielmo/Salomon

Victoria Heldenbergen – Spvgg. Langenselbold 1910 6:1 (3:0): Reichlich Lehrgeld musste die unerfahrene Mannschaft des Kreisoberliga-Absteigers in Heldenbergen zahlen: Von der ersten Minute an gerieten die „Zehner“ unter Druck und schon in der dritten Minute in Rückstand, als Dominik Bachmann ein Eigentor unterlief. Mit drei Treffern in Folge zwischen der zwölften und 50. Minute sorgte Kim Leichner rasch für klare Verhältnisse.

Die Führung geriet auch in der zweiten Halbzeit keineswegs in Gefahr: „Wir haben die Räume eng gemacht, und der jungen Mannschaft des Gegners hat schlichtweg die nötige Erfahrung gefehlt“, kommentiere Heldenbergens Sprecher Ulrich Stechno. Die Gastgeber hatten dadurch weiterhin leichtes Spiel, konterten die Gäste aus und erhöhten durch Tore von Julian Avram und Alexander Deutschmann auf 6:0, ehe kurz vor Schluss durch ein Eigentor von Roman Racky zumindest noch der Ehrentreffer für die „Zehner“ fiel.

Tore:1:0 Bachmann (3., Eigentor), 2:0, 3:0 und 4:0 Leichner (12., 38., und 50.), 5:0 Avram (65.), 6:0 Deutschmann (75.), 6:1 Racky (82., Eigentor) – Zuschauer: 50 – Schiedsrichter:Schmidthals (Rosbach) – Beste Spieler: Deutschmann/geschlossene Mannschaftsleistung

Sportfreunde Ostheim – SG Bruchköbel II 2:2 (1:0): Ostheimer präsentierte sich als fußballerisch überlegen und ging durch Edmir Hasaj nach 25 Minuten in Führung. „Leider hat uns diese Führung keine Souveränität gegeben“, ärgerte sich der Ostheimer Coach Maximilian Rassmann über zahlreiche Ballverluste seines Teams im Mittelfeld – gegen die tief stehenden, immer auf Konter lauernden Gäste war das brandgefährlich.

Kurz nach dem Seitenwechsel gelang dem Bruchköbeler Nechirwan Khalil dann tatsächlich der Ausgleich, Anton Clauss beantwortete diesen aber nur wenig später mit einem Treffer zur erneuten Führung. Kurz darauf dann die spielentscheidende Szene: Der Ostheimer Torwart Jan Görtz war aus seinem Kasten geeilt, um außerhalb des Strafraums einen Ball zu klären, berührte nach dem Ball aber auch den Gegenspieler – und wurde dafür frühzeitig zum Duschen geschickt. Eine Viertelstunde vor Schluss trug der Bruchköbeler Dauerdruck schließlich Früchte, als Nils Weissenborn zum 2:2-Endstand traf.

Tore: 1:0 Hasaj (25.), 1:1 Khalil (48.), 2:1 Clauss (55.), 2:2 Weissenborn (75.) – Zuschauer:50 – Schiedsrichter:Grenzer (Johannesberg) – Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Görtz (Ostheim, 58., Foulspiel) – Beste Spieler: Clauss, Merz/Schadt

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